Villagers05.07.2010 // Berlin – Comet
die schönheit von musik kommt nicht immer im üppigen gewand daher. manchmal bedarf es auch nur einer ganz simplen ausstattung, um sich aufmerksamheit und allgemein gespitzte ohren im raum zu verschaffen. so geschehen im fall der villagers, die bei ihrem berliner auftritt im comet gänzlich ohne pomp und in der reinsten schlichtheit zu überzeugen wussten. so erwartete den zuschauer keine menschlich aufgestockte darbietung mit voller band, sondern ein schauspiel, das trotz minimalistischster verhältnisse, allein in gestalt von conor j. o*brien und seiner akustikgitarre, begeisterte.
ohne jegliche musikalische verstärkung im rücken zelebrierte dieser das singer-songwriter-dasein in seiner wohl ursprünglichsten form und warf insgeheim die frage auf, ob diese bescheidene bühnenpräsenz nicht völlig ausreicht, wenn man ein so ansehnliches debütalbum wie "becoming a jackal" mitbringt und die qualität der darauf befindlichen songs bereits so sehr für sich spricht, dass eine paar stimmbänder und ein paar gitarrensaiten mehr als ausreichend erscheinen, um einen abend musikalisch zu tragen und gleichzeitig den kern der songs auf imposante weise hervorzuheben.

im fall von conor j. o'brien avancierte die einfachheit und die dadurch geweckte intimität im ohnehin beschaulichen, räumlichen umfeld zu einem klaren vorteil. dieser zeichnete sich dadurch aus, dass die an diesem abend gespielten songs kurzerhand auf direktem weg berührten, geradezu furchtlos und offenherzig ihre seele vor dem publikum ausbreiteten und dieser mit einer noch größeren intensität, als es auf dem album der fall ist, ausdruck verliehen. nicht unbedeutend oder gar zu übersehen an diesem aspekt ist die vokale leistung in diesem rahmen. die insgesamt beachtliche entschlossenheit und zugleich aufrichtige ergriffenheit in o'briens stimme ließ die songs mit noch mehr nachruck in den winkeln des raumes widerhallen. besonders die feinen nuancen und die deutlich spürbare hingabe steigerten die wirkung der vorgetragenen stücke um einiges.
zwischenzeitliche lichtaussetzer wurden von conor j. o'brien mit einem charmanten schulterzucken bedacht, ebenso wie die hohe raumtemperatur, die dem musikalischen treiben auf der bühne jedoch nichts anhaben konnte. kleine humorvolle bemerkungen und die verbale kontaktsuche zum publikum lockerten die kurzen momente zwischen den songs auf und rundeten ein hochwertiges set ab, welches quantitativ fast ausnahmslos den bogen über das gesamte debütalbum spannte. vom eröffnungsstück "the meaning of the ritual" bishin zum ergreifenden "home" bot die songauswahl gleich eine ganze reihe von einnehmenden liedern. das nächste mal will conor j. o'brien mit band wiederkommen. wer auf sich allein gestellt ein konzert samt des publikums so im griff hat, der kann ganz unbeschwert und frohen mutes eine weitere fahrkarte nach berlin kaufen und die dort entzückte menge auf ein neues musikalisch erfreuen.





















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