Beach House01.07.2010 // Berlin – Lido
Der Beweis einer gut funktionierenden Karriere zeichnet sich vorne auf der Bühne anhand der Bewegungen zwischen mehreren eckigen Discokugeln im sonst dunklen Raum ab. Nicht einmal ein Jahr haben Beach House gebraucht um sich aus Berliner Perspektive von einer Vorband im Magnet über einen Soloauftritt im Roten Salon zum ausverkauften Konzert im Lido zu steigern. Darüber hinaus hat sich das Duo aus Baltimore seit Februar auch einen Live-Schlagzeuger zugelegt, der in Person von Daniel Franz zwar keinen hörbaren klanglichen Unterschied ausmacht, aber doch die größere Bühne hilft, auch besser auszufüllen. Links von ihm, die wie immer unter Haaren und schwarzen Kleidern versteckte, Victoria Legrande, ganz links, der sich für das allgegenwärtige Transpirationsklima entschuldigende Gitarrist Alex Scally. Und wirklich, das Haarewedeln der Sängerin bleibt einzige Windquelle in der ansonsten klimatisch wenig an den hereingebrochenen Sommer angepassten Halle. Dazu kommt:
Der weite, doch bedachte Hall der Synthesizertasten, der schwelgend sinnliche Gesang, die melancholische Steigerung im traurigen Ritt der einzelnen Stücke: Es sind eigentlich die Ingredienzien einer von Rotwein umhüllten lauen und wahrscheinlich nur zweisamen Nacht. Andererseits ist natürlich keine Gegenwehr möglich, wenn Bands erst einmal beginnen, die größeren und weniger lauschigeren Säle zu bespielen, viel mehr muss sich der treue Fan dem Klima und der Platzlosigkeit ergeben – auch ohne die Arme zu heben – und ungeachtet der Fakten die Live-Inszenierung der beiden Alben Devotion und Teen Dream genießen. Dazu gehört:
Legrandes Headbanging, wie aus einer alten lange vergessenen Vergangenheit durchschallt von eher lauteren Musikrichtungen; die auf den Klavieren fast kindlich trippelnden Ring besetzten Finger; die Tanzbewegungen, zurückgehalten wegen des nächsten Gesangseinsatzes; das durchgängig souveräne Spiel der beiden Herren. Die Oszillation des Synthesizers zwischen seiner sich hymnisch hochschraubenden Suche nach dem Höhepunkt des Liedes und der Sorglosigkeit einer Jukebox. Die dunkle, beruhigende Stimme, die immer noch singt: „I take care of you, if you ask me to. “ Was danach nach kommt? Die Zugabe. Und dazu? Es bleibt gut, im durchgängig warmen wie niveauvollem Saal.





















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