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Still Flyin'28.02.2010 // Hamburg – Prinzenbar

Draußen ist es ungemütlich. Bäume fallen reihenweise um, Bahnstrecken werden gesperrt und die Keller laufen voll. Ja, Orkantief Xynthia hat uns fest im Griff. Orkanartig ist auch das, was Sean Rawls und die anderen sieben von Still Flyin' in der hamburger Prinzenbar abliefern.
Die Vorzeichen für die Band waren denkbar schlecht: Das Wetter, dazu ein Sonntag und, so erzählte es Frontmann Rawls, hätte man bei der Ankunft in Europa festgestellt, dass der neue Tonträger der Band wohl "dezent" fehlerhaft sei. "Die CD ist zu langsam... Wenn ihr einen Player habt der in doppelter Geschwindigkeit spielt, dann könnt ihr gerne eine kaufen...", scherzte er zu Beginn mit einem bitteren Unterton.

Allem zum Trotz fanden sich 40 Unerschütterliche ein um dieses Kollektiv aus Kalifornien zu sehen. Von der ersten Minute an hat diese Band ihr Publikum im Griff. Die Gruppe hat Beat. Und was für welchen! Mit bis zu fünf Sängern gleichzeitig, Drums, Percussion, Synthesizer und einem Saxophon hat man an manchen Stellen das Gefühl, dass sie versuchten den Laden komplett zum Einsturz zu bringen.

Humorvolle Ansagen, kleine Choreografien der Band und ein Typ auf der Bühne, dessen Aufgabe es wohl schien einfach die ganze Zeit zu tanzen, sorgten für viele Aha-Effekte und gute Laune. Der Spass unter den Musikern färbte auch auf das Publikum ab und es gab fast keinen mehr, der nicht tanzte oder es zumindest probierte.

Aber als reine Tanz- und Partyband wollen sich Still Flyin' nicht betiteln lassen. Die Songs zeigten ein um's andere Mal mehr Tiefe als auf den zuvor gehörten Aufnahmen, grade die melancholische Note in Rawls' Gesang rückt live noch weiter in den Vordergrund und macht diese Musik zu mehr als einem launigen Frühlingstanz. Dieser Abend hat zumindest soviel positive Energie versprüht, dass die nächsten zwei Tage bestimmt sonniger sind, als sonst. Und nun Kapuze auf, nach Hause und den Keller auspumpen.

28.02.2010 // christopher
 

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