Minor Majority 23.02.2010 // Erlangen – E-Werk
Schaut man sich dieser Tage die Olympischen Spiele an, fällt auf, dass sich gerade die Norweger in Interviews durch ihre sympathische Art auszeichnen. Allerdings scheint diese freundliche Unbekümmertheit nicht nur eine Eigenheit norwegischer Athleten zu sein, sondern generell ein Charakterzug (fast) aller Bewohner des Landes der Fjorde. Auch die fünf Herren von Minor Majority sind nämlich überaus angenehme und sympathische Zeitgenossen, die zwischen den Songs mit den Zuschauern plaudern und überhaupt ganz oft lächeln.
Dabei hätten sie doch genügend Grund, etwas missmutig aus der Wäsche zu blicken. Immerhin spielen sie in Erlangen vor einem sehr überschaubaren Publikum von 60 Personen, was schon ein wenig enttäuschend ist, wenn man bedenkt, dass Minor Majority in ihrer Heimat die allergrößten Hallen fast mühelos füllen und Alben (zuletzt “Either Way I Think You Know“) wie geschnitten Brot verkaufen. Außerdem wären die Songs der Band perfekt geeignet, ein trauriges Gesicht zu machen, denn große Fröhlichkeit sucht man bei den Osloern vergeblich. Minor Majority schlagen musikalisch in die selbe Kerbe wie Kristofer Aström und Christian Kjellvander, die beiden schwedischen Meister der ausgewachsenen Depression. Dazu dann noch ein wenig von den frühen R.E.M., den Tindersticks und eine leichte Prise Rock, und schon steht das Erfolgsrezept, mit dem Minor Majority seit gut zehn Jahren durch die Lande touren. Dass während des mehr als zwei Stunden dauernden Konzerts keine Langeweile aufkommt, ist der Tatsache geschuldet, dass Pål Angelskår und Co. mittlerweile auf einen sehr großen und sehr abwechslungsreichen Songkatalog zurückgreifen können, der von bedächtig (“Song For Sybil”) über laut (“Goodbye Again” endet in einer Lärmwand und mit Stroboskopgewitter) bis hin zu eingängig (“Supergirl”) und americana-lastig (“When John Passed Away”) so ziemlich alles bereithält, was das Herz begehrt.
Dementsprechend groß und freundlich fällt am Ende der Applaus des Publikums aus. Norweger schließt man eben schnell ins Herz - egal, ob sie Skier unter den Füßen haben oder wie Minor Majority traurige Lieder singen.





















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