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Fünf Jahre ROTE RAUPE12.02.2010 // münchen – club 59:1

Fünf Jahre ROTE RAUPE. Hochachtung und eine Party mit Vollgasfahrt auf den Tanzboden. Eine Retrospektive einer Raupe a.D..

Als ehemaliger Redakteur der ROTEN RAUPE ging das Tagesgeschäft der Fanzine-Welt in letzter Zeit so gut wie spurlos an mir vorbei. Irgendwann erreichte aber auch mich Mitarbeiter a.D. die Nachricht: „ROTE RAUPE wird fünf. Und das wird gefeiert.“ Geladen wurde am 12.02.2010 ins 59:1 in München. Als Gäste wurden nicht nur etliche Mitarbeiter, Leser und Partner des Fanzines, sondern zudem die Bands THE ROBOCOP KRAUS und PELZIG sowie SÄM, der nach den Livegigs die Plattenteller ordentlich rotieren lassen sollte, erwartet.

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Nachdem sich um 20 Uhr die Pforten des Geburtstagsfestes öffneten, wurde, bis PELZIG die Bühne betreten sollte, ein "best of" der RESTGERÄUSCH Sessions auf Leinwand gezeigt. Schön groß und laut! Frühes Kommen lohnte also. Außerdem blieb mir so noch etwas Zeit für die Akklimatisierung im von mir schon lange nicht mehr besuchten Fanzine-Circus: Leute begrüßen, sich Leuten vorstellen, alte Bekanntschaften wieder treffen, erstes Bier leeren, locker werden. Was man eben so macht, wenn eine Party in der Anfangsphase noch etwas schleppend versucht, an Fahrt zu gewinnen. Immerhin blieb zu dieser Zeit der erwartete Besucheransturm noch aus. Dem Schöpfer und Erfinder des Abends, André, stand demnach auch die Anspannung und der Wunsch, dass diese Nacht nach all der Vorbereitung, Planung und dem unaufhörlichen Rühren der Werbetrommel ein Erfolg werden sollte, ins Gesicht geschrieben.

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Fünf Jahre gibt es ROTE RAUPE also nun. Angefangen hat alles mit einer (wirklich unschönen) Webseite und privaten Festivalfotos. Nach und nach hat sich daraus der jetzige Stand entwickelt. Wenn man bedenkt, dass vom Vater und Mastermind des Fanzines – André – davon anfangs nichts auch nur im Geringsten geplant war, steigt das Gefühl der Hochachtung diesem Verrückten gegenüber ins nahezu Unermessliche. Ein so ehrliches, umfassendes, aktuelles, aufmerksames und nach einem halben Jahrzehnt immer noch unabhängiges Fanzine in nur wenigen Jahren entstehen zu lassen, das erfordert nicht nur jede menge Zeit, sondern auch Herzblut, Genie, sowie etwas Wahnsinn. Davor muss man einfach den Hut ziehen.

Gegen etwa 21:30 Uhr war es dann soweit: PELZIG zeigte sich auf der Bühne, um ihr Comeback-Konzert zu geben. Die in Ingolstadt wurzelnde Band sollte nach über vier Jahren Live-Abstinenz endlich wieder vor Publikum auftreten. Und mit ihrem Opener machten die vier Mannen auch gleich klar: Sie meinten das todernst. Eine brachiale Soundwand schallte auf die Zuschauer ein, die unmissverständlich zu verstehen gab: Es gibt nur ein Gas. Vollgas! Und die mittlerweile zahlreich erschienene Zuschauerschaft nahm diese Einladung sehr gerne an, so dass die Party nun mit PELZIG ordentlich einen Zahn zulegte. Freie Fahrt also mit knackig stampfenden Schlagzeug, Sägezahnbass etc., von der die Hörer sogleich auch Nachschlag verlangten.

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Im Anschluss ging es nahezu nahtlos weiter mit THE ROBOCOP KRAUS und ihrem gute Laune- und rundum sorglos Live- und Tanzparkett-Packet. Spätestens jetzt war jedem klar: Please fasten your seatbelt, die vorgegebene Reisegeschwindigkeit und -höhe des heutigen Abends ist erreicht: Volle Kraft voraus und ab zum Beineschwingen und Arschwackeln auf den Dancefloor. Und während zur Musik der hersbrucker Postpunkrocker die Meute gut gelaunt durchs 59:1 hüpfte, erreichte Mastermind André die freudige Nachricht: Der Laden ist bumsvoll, das Kassenpersonal lässt vorerst keine Leute mehr in den Club. Auf gut Deutsch: Es war ausverkauft!

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Und auch nachdem die Franken das Konzert mit einer ausgiebigen Zugabe beendeten, blieb das 59:1 mehr als gut gefüllt. Säm (Pitti Platsch 3000, Zündfunk, Rote Raupe) sorgte nun für Hits und weiterhin ausgelassenste Stimmung nicht nur auf dem Tanzboden. Irgendwann auf meinem Weg hüpfend quer durch den Club traf ich am Rande des Dancefloors erneut auf André. Auch der letzte Hauch von Anspannung in seinem Gesicht war jetzt einem strahlenden Lächeln und ausgiebiger Freude gewichen. Er bewies mal wieder, welch fragiler Tänzer er doch ist, und, dass er auch ausgelassen feiern kann. Viele andere und so auch ich taten es ihm gleich. Die Fahrt ging also am Anschlag weiter, an diesem herrlich frischen Abend. Halb vier morgens sorgte der Hunger dafür, dass ich mich doch noch von der Party losreißen konnte, obwohl der Laden immer noch sehr gut gefüllt, die Feier mit ordentlich Gas am dahinrasen und die Stimmung nicht am abflauten war. Andernfalls würde ich vermutlich immer noch dort im 59:1 das Tanzbein schwingen.

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So wie die letzten fünf Jahre ROTE RAUPE eine kleine, für sich stehende Erfolgsgeschichte sind, war auch dieser Abend also eine kleine, erfolgreiche Geschichte für sich. Ein Abend, an dem alles Stimmte: Die Bands, das Publikum, der DJ, die ausgelassen fröhliche Stimmung. Ein Fest auf die vergangenen fünf Jahre und darauf, dass der Weg von ROTE RAUPE auch in Zukunft ein so guter sein wird.

12.02.2010 // mic
 

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