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Element Of Crime03.02.2010 // Bochum – Jahrhunderthalle

Immer da wo du bist, bin ich nie… Nun ja zumindest an diesem Mittwochabend scheint das auf einen beachtlichen Teil der Bevölkerung Bochums und Umgebung nicht zuzutreffen. Wie die Motten in das Licht strömen sie zu Hunderten in die beinahe majestätisch hell erleuchtete Jahrhunderthalle, inmitten des dunkel verschneiten Westparks gelegen. Ein schönes Bild.

Den Abend leitet dann Florian Horwath ein, von Regener höchstselbst euphorisch als Europameister des Freak- Folk angekündigt. Und dieser machte seine Sache in einem knapp 30 minütigen Set ganz ordentlich. Teils etwas kauzige Geschichten erzählt Horwath in seinen Folk- Pop Nummern mit Gitarre, Keyboard, Bass und Bongos und versprüht dabei durchaus einen gewissen Charme. Allerdings ist auffällig, dass ihm die Uptempo Nummern dabei deutlich besser zu Gesicht stehen, als die ruhigen balladesken Momente. Mit dem amüsanten Cover von Norman Greenbaums’ 70 er Hit „Spirit in the sky“ bereitet er dann die Bühne für den Hauptact.

Kurz darauf betreten Regener und seine Komplizen unter stürmischen Beifall eben jene. Für diese Tour gesellt sich Geiger Christian Komorowski dazu, der durch sein variables Spiel den Klang der Band noch einmal deutlich aufwertet.

Der Abend steht erwartungsgemäß größtenteils im Zeichen des aktuellen Albums „Immer da wo du bist bin ich nie“. Folgerichtig beginnt das Set auch mit den ersten drei Stücken des Albums „Kopf aus dem Fenster“, der feinsinnigen Liebeserklärung “An Ende denk ich immer nur an dich“ und „Deborah Müller“. Die Stimmung steigt beständig. Den zweitgrößten Songanteil stellt das 93 er Album „Weißes Papier“ das mit Songs wie „Schwere See“, „Immer unter Strom“ und „Du hast die Wahl“ zu seinen Ehren gelangt. Mit zunehmender Dauer stimmen auch die ersten Reihen selig in den Gesang ein. Trotz diverser „Romantik“ Skandierungen seitens des Publikums, die Regener zwar aufnimmt, bleibt das Album jedoch gänzlich unberücksichtigt. Stattdessen folgt ein Block aus den späten 80ern, der damals noch rein englischsprachigen Periode der Band.

Die Songs werden mit der ganzen Routine von über 20 Jahren Bühnenpräsenz vorgetragen, wobei Regener klar im Mittelpunkt des Geschehens steht und immer wieder zu begeistert aufgenommenen Trompetensoli ansetzt. Das beinahe stoische Bassspiel David Young’s sowie das abgeklärte, mit allerdings sehr einstudiert wirkenden Soli versehene, Gitarrenspiel Jakob Ilja’s tun ihr übriges. Keine Überraschungen.

Bei „Kaffee und Karin“ ist der Höhepunkt erreicht. Regeners’ röhrende Stimme hallt durch die wunderbar restaurierte Jahrhunderthalle und lässt die ehrwürdigen Mauern erzittern. Nicht enden wollender Beifall schließt sich an. Mit dem krachenden „Immer da wo du bist bin ich nie endet das reguläre Set allerdings nur für eine kurze Verschnaufpause um dann noch mal eben sechs(!) Zugaben draufzulegen, wobei natürlich der Klassiker „Delmenhorst“ nicht fehlen darf. Alles genau durchkalkuliert, wird doch extra zu „Vier Stunden vor Elbe 1“ noch einmal jegliches Licht gedimmt und die Bühne nur noch von 5 Glühbirnen erleuchtet. Dieses intime Beisammensein findet dann schließlich nach annähernd zwei Stunden mit „Der weiße Hai“ ein würdiges Ende.

03.02.2010 // thorsten
 

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