Efterklang18.11.2009 // berlin – Festsaal Kreuzberg
Die Sympathie reicht der Gespanntheit höflich die Hand. Die Berliner Sandy Bird leiten Efterklang im Festsaal Kreuzberg ein.
Wir befinden uns erneut in diesem Strudel ineinanderfließender Harmonien, stiller und vorsichtiger Bewegungen und kaum endender Schleifen; um was? Um den Raum, den sich jeder Einzelne absteckt. Die Zurückhaltung des halbstündigen Sets wurde sogar für einmal aufgebrochen: „Hallo, wir sind Sandy Bird. Wir haben noch ein Stück für Euch, vielen Dank.“ Normalerweise sprechen sie nicht zwischen den Liedern, denn dieser Zustand des Zwischens, der Grenzen bedarf, existiert gar nicht. Experimental Kammerindie sagen sie selbst zu den Übergängen und den Kämpfen dazwischen, zu den großartigen und doch vorsichtigen Konstrukten, düster und voll freundschaftlicher Melancholie zugleich.
Nach langen, so sehr dankbar entgegengenommen Ovationen und einer noch längeren Umbaupause, betreten für den Abend sieben Menschen unter dem Namen Efterklang die Bühne, der dänischen Band, die sich aus vier Hauptvertretern und bis zu fünf Livemitgliedern zusammensetzt. Lange Chorale, so gut Instrument wie eines der vielzähligen anderen bilden den Schwerpunkt. Casper Clausen zeigt als Sänger vielleicht am Besten die spezielle Mischung aus Begeisterung und sich selbst und andere anstachelndem Entertainment, welche die Gruppe einigt. Peter Broderick, vor allem als Singer/Songwriter solo bekannt, brüllt freudig die Hintergrundtexte, nebst Geigen- und Gitarrenspiel, der Schlagzeuger langt manches Mal noch zur Trompete und singt zum Ende selbst freudig mit, der Bassist tritt irgendwann nicht mehr vom Bühnenrand ganz vorne zurück. Diese diversen Multiinstrumentalisten vermitteln alle zusammen ab und an den Eindruck, dass sie sich nicht entscheiden können zu welchem Instrument sie nun greifen sollen und trotzdem passt es natürlich souverän perfekt. Die Euphorie wirkt als Antrieb zum großen Spiel.
Und dann gibt es da einen weiteren Grund zum Glück, Rasmus Stolberg als ehemaliger Erasmusstudent hat die Ehre es auf Deutsch zu ‚annoncieren‘. Ganz charmant darf er ankündigen, dass das nächste Album „Magic Chairs“ am 22. Februar in der „Schallplattenboutique“ unseres Vertrauens zu haben sein wird. Schon bevor sie in der Zugabe durch das – tatsächlich mitsingende – Publikum im Festsaal laufen, haben sie es geschafft an diesem Abend, an dem sie mit sehr vielen Lieder vom nächsten Album auftraten, zu beweisen wie lohnenswert und schön es werden wird.





















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