BowerbirdsNürnberg, k4

von Christoph Walter · 14.10.2009

Das lauschige Zentralcafé des K4 ist dummerweise bereits mit einer privaten Geburtstagsfeier besetzt und so müssen die Bowerbirds kurzerhand in den wesentlich größeren Festsaal ausweichen, der angesichts von knapp 40 bis 50 Besuchern doch ein wenig arg spärlich gefüllt wirkt. Wegen der recht großen und ziemlich hohen Bühne tut sich zudem zwischen Publikum und Band ein kleiner Graben auf, der kaum zu überbrücken ist. Dabei geht es bei den Bowerbirds doch gerade eben nicht um Distanz, sondern um Nähe, Wärme und Unmittelbarkeit.

Trotzdem gelingt es dem Trio aus Raleigh, North Carolina, mit seinem knapp einstündigen Set, die Herzen ein wenig höher schlagen zu lassen und am Ende für zufriedene und glückliche Gesichter zu sorgen. Einen Schwerpunkt auf das neue, im Juli erschienene Album “Upper Air” legen die Bowerbirds an diesem Abend nicht, denn sowohl die aktuelle Platte als auch das noch ein wenig stärkere Debüt “Hymns For A Dark Horse” stellen jeweils rund die Hälfte der 13 Songs. Einzig die frühe, mittlerweile vergriffene EP “Danger” wird ausgeklammert.

Live wirkt die Musik der Bowerbirds etwas zwingender, zupackender und berührender als auf den sehr gelungenen Alben. Im Mittelpunkt steht stets der hingebungsvolle Gesang von Phil Moore, der außerdem mit zwei mehr oder weniger schrammeligen Akustik-Gitarren für das folkige Grundgerüst der Stücke sorgt. Beth Tacular an den Keyboards und am Akkordeon setzt immer wieder Akzente und Yan Westerlund an den Drums, der die Band erst seit ein paar Konzerten verstärkt, fügt sich mit seinem zurückhaltenden, aber immer sehr vertrackten Spiel nahtlos ein und wirkt auch dann, wenn er seine beiden Kollegen beim Harmoniegesang unterstützt, so, als wäre er schon seit Ewigkeiten dabei. Obwohl der mehrstimmige Gesang einen wichtigen Teil des Gesamtkonzepts ausmacht, klingen die Bowerbirds niemals so flauschig und besinnlich wie etwa die Fleet Foxes, sondern erinnern mit ihren gelegentlichen Anleihen aus Jazz, Chanson und Seemannsliedern eher an eine sanftere Version der Decemberists. Besonders deutlich wird die ganze Vielseitigkeit der Band beim leicht orientalisch angehauchten “In Our Talons”, das mit großem Applaus gefeiert wird und neben dem raffinierten “Beneath Your Tree”, bei dem sich Phil Moore und Beth Tacular beim Gesang abwechseln, sowie der wunderschönen Zugabe “Olive Hearts” zu den absoluten Highlights des an Höhepunkten wahrlich nicht armen Konzerts gehört.

Bleibt zu hoffen, dass die Bowerbirds eines Tages nach Nürnberg zurückkehren und dann in einem etwas angemesseneren Rahmen auftreten dürfen. Verdient hätte es diese äußerst sympathische Band allemal.

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