ClickClickDecker
29.04.2009 · erlangen | e-werk

Wie freut sich eigentlich ein Schneehase? Denn - so stand es vor einer Weile im hauseigenen Newsletter zu lesen - wie die Schneehasen hätten sich die Veranstalter des E-Werks gefreut, als feststand, dass ClickClickDecker und Gisbert zu Knyphausen ihre Lokalität beschallen würden.

Nicht nur die Veranstalter allerdings scheinen das Konzert herbeigesehnt zu haben, sondern auch die mittelfränkischen Musikfreunde. Jedenfalls drängeln sich die Häsinnen und Hasen im gestopft vollen E-Werk und bejubeln Gisbert zu Knyphausen schon, als er die Bühne betritt. Die Vorschusslorbeeren hat sich der Hamburger jedenfalls allemal verdient, denn sein netter, knapp einstündiger Solo-Auftritt erfüllt all das, was man sich von unserem liebsten traurigen Songwriter eben erwartet. Gute Songs, hervorragende Texte, sympathischer Typ. Da passt alles zusammen. Gelegentlich wird sogar eine Faust in die Luft gereckt. Das nennt man dann wohl einen befindlichkeitsfixierten Aufstand.

Weniger besinnlich als bei Gisbert zu Knyphausen geht es dann erwartungsgemäß bei ClickClickDecker zu. Schon die im Januar erschienene neue Platte “Den Umständen Entsprechend” kam ja deutlich druckvoller um die Ecke gebogen als ihre beiden Vorgänger. Live machen Kevin Hamann, der schwitzt, schreit und lustige Bewegungen vollführt, und seine drei Mitmusiker dann noch einmal mehr Druck. Selbstredend liegt der Schwerpunkt des abwechslungsreichen Sets, das mit dem großartigen “Mit Naumanns Füßen” gleich von einem Glanzlicht eröffnet wird, auf den Songs des aktuellen Albums, aber auch ältere Stücke wie “107 Leider unvermittelbar” oder das wunderbare “Der ganze halbe Liter” erstrahlen im neuen Bandsound in neuer Frische. Überhaupt - die Band. Bessere Mitstreiter als die glänzend aufgelegten Oliver Stangl, Simon Rass und Lars Lewerenz, Herz und Seele des Audiolith-Labels, hätte Kevin Hamann ja wohl kaum auftun können. Fast traumwandlerisch sicher harmonieren die Vier miteinander und auch in den kurzen Pausen zwischen den Songs merkt man, dass sich da jemand gesucht und gefunden hat. Nach einer ausgedehnten Version von “Weil sie uns siezen” ist dann erst mal Schluss mit ClickClickDecker als Quartett. Zur Zugabe kommt Kevin Hamann alleine auf die Bühne und trägt das schier unvermeidbare “Wer erklärt mir, wie das hier funktioniert” vor, bevor er schüchtern fragt, ob denn Interesse an einem weiteren Song mit der kompletten Besetzung bestehe. Das Interesse besteht und als krönenden Abschluss gibt es schließlich noch das hervorragende “Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt”. Danach ist endgültig Feierabend. Dann gehen wir schlafen. Ihr könnt uns abholen.

weitere infos zum künstler: www.clickclickdecker.de

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