Logo

I Might Be WrongInterview mit Lisa von Billerbeck und Andres Bonkowski

Was hat sich in den zwei Jahren zwischen eurem ersten Album "It Tends To Flow From High To Low geändert - außer der jetzt sichtbaren Veränderung in der Bandkonstellation?
Andres: Die Sitation hat sich eigentlich schon kurz vor der Veröffentlichung der letzen Platte geändert - wir haben quasi durch die Konzerte, die wir zu der ersten Platte gespielt haben die meisten Erfahrungen gesammelt was das Zusammenspiel angeht. Dadurch konnte wir uns auch besser kennen lernen und waren so auch besser vorbereitet auf die zweite Platte. Ich glaube, wir haben in der Besetzung jetzt mehr Vielfalt weil mehr Leute in der Band schreiben und die Musik kreativ verändern - das ist auf jeden Fall eine der größten Veränderungen.

Also fünf Leute die Songs schreiben, fünf Leute die an der Musik mitarbeiten: Wir schafft ihr das eigentlich zwischen den verschiedenen Ansichten zu vermitteln, das das ganze dann noch "I Might Be Wrong" ist und kein Kompromiss, der allen nicht so richtig gefällt?
Andres: Wir bemühen uns immer so lange zu suchen bis es wirklich allen gefällt. Das ist oftmals ein recht langwieriger Prozess, in dem wir dann auch mal aneinander geraten. Aber das ist ja auch etwas, was man lernt, wenn man Zeit miteinander verbringt und versucht kreativ miteinander zu arbeiten, dann lernt man auch was die anderen möchten und kann eher darauf eingehen. Am Anfang ist es eher so, das jeder seinen Kram macht und hofft den irgendwie durch zu bringen! Aber je mehr man sich kennt, desto einfacher wird die Arbeit, weil man sich auch ein zu arbeitet - am Ende ist das alles ein schönes, ja, Miteinander.

Hat sich das Miteinander eher im Proberaum - im abgeschlossenen Raum - oder auf der Bühne entwickelt?
Andres: Songs entstehen selten mit fünf Leuten in einem Raum, das ist keine gute Vorraussetzung, weil man sich nicht darauf konzentriert was die eigene, tatsächliche Idee war - wenn fünf Leute gleichzeitig versuchen kreativ zu sein, geht das eben meistens nicht gut. Also fängt man ganz klein an - mit zwei Leuten, mit drei Leuten - und dann weiter in den Proberaum.
Lisa: Die meisten Ideen entstehen bei uns eigentlich zu Hause, wenn man zu zweit vor dem Computer sitzt und Sachen ausprobiert. Im Proberaum - mit den anderen - entsteht dann der Rest.
Andres: Und wenn wir damit zufrieden sind, gehen wir ins Studio. Da ändert sich alles noch mal - ein sehr langer Weg, wie man sieht.

Ihr wurdet ja bei den Aufnahmen und der Tour zu "Circle The Yes" von der Initivative Musik unterstützt - wie sah die Unterstützung denn genau aus?
Lisa: Das meiste Geld fließt eigentlich in Dinge, die nicht von vornherein offensichtlich sind - vor allem in Promo und der Labelarbeit.
Andres: Gefördert wurde sozusagen das "Projekt Album" - die Veröffentlichung der Platte und die anschließende Tour, die uns für einen Termin auch nach Luxemburg führt. Bisher waren wir noch nicht so viel im Ausland.

In der Spex gab es vor kurzem einen Artikel das das Thema "staatliche Musikförderung" ziemlich kritisch beleuchtet hat. Meint ihr das Pop und staatliche Förderung zusammen gehen können?
Andres: Ich denke schon, dass das geht. Wenn es dann um so "Indie-Indie-Indie"-Sachen geht, kann das komisch werden. Generell schließt sich beider aber meiner Meinung nach nicht aus - letztendlich braucht man ja Mittel um an einer Platte arbeiten zu können. Ich finde es komischer wenn man wirklich Werbung macht für eine Sache, um diese Mittel zu haben.
Lisa: Oder sich von Sponsoren fördern lässt! Aber in Schweden funktioniert dieses staatliche Modell ja auch total gut. Bands bekommen zum Beispiel Zuschüsse für Auslandstouren.

Lisa, die Künstlerin Charlotte Salomon scheint ja für dich und für die Enstehung des Albums von Bedeutung gewesen zu sein - im Promotiontext und auch in dem Song "Salomon" finden sich Hinweise auf ihre Biographie. Wie bist du auf Charlotte Salomon gekommen?
Lisa: Meine Mutter hat mich angerufen und mir nahegelegt mir ihre Ausstellung im Jüdischen Museum anzuschauen: und ich war dann doch erstaunt wie sehr mich die Bilder beeindruckt haben. Die Künstlerin ist ziemlich früh gestorben - im zweiten Weltkrieg im KZ - und sie hat ihr ganzes Leben aufgezeichnet, wie ein Autobiographie - ihr Liebesleben, ihr Familienleben - auf fast 2000 Blättern. Diese Bilder haben mich da schon sehr geprägt.

Würdest du sagen, das du so ähnlich auch Songs schreibst?
Lisa: Ja, doch. Viele der Texte die ich schreibe sind immer noch sehr selbstreflexiv, aber nicht nur, zumindest mittlerweile nicht mehr. Ich habe in der Künstlerin schon viel wiederentdeckt. Ich zeichne ja auch und arbeite in meinen Zeichnung auch so ähnlich wie sie es gemacht hat.

Du machst ja auch das Artwork für die Band - und Kunst spielt bei euch in der Band ja auch ein sehr große Rolle. In welchem Verhältnis stehen denn Musik und Kunst bei euch?
Lisa: Die Musik ist im Moment auf jeden Fall noch viel wichtiger, aber die Kunst "wächst" langsam. Bei den letzten Konzerten hatten wir zum Beispiel noch Visuals mit dabei. Wir sind auf jeden Fall bemüht, diese Entwicklung voranzutreiben, weil wir es immer ganz schön finden, wenn alles zusammen passt.
Andres: Wenn sich beides gut ergänzt, dann schafft das immer noch eine andere Ebene. Das ist immer eine Bereicherung. Es fängt immer mit dem Musik machen an und Lisa arbeitet dazu, von den Texten ausgehend.

Kann man den Titel des neuen Albums "Circle The Yes" eigentlich als Überschrift sehen - das sich in jedem Song ein bisschen von dem "Nicht-Wirklich-Erreichen-Können" wieder findet?
Lisa: Ich glaube schon, aber man könnte den Titel sogar auch fast über die Band stellen, oder?
Andres: Schon, "Circle The Yes - bedeutet für mich, dass man das "Ja" immer im Auge behält - trotz aller Widrigkeiten, die manchmal im Weg stehen. Das man sich so lange durchkämpft, bis man an dem Punkt ist, den man erreich wollte.
Lisa: Und das war für diese Platte auf jeden Fall zutreffend. Sie war schon ein Kampf - wir haben wie immer zu spät angefangen mit Song schreiben. Man fängt dann drei Wochen vor Studiotermin an, weil vorher keiner Zeit gefunden hat. Im Studio kann das dann zu Stress führen - man hat keine Zeit sich an die Situation zu gewöhnen und will trotzdem, dass alles funktioniert. Das war wirklich Stress.
Andres: Das war ein Kampf gegen die Zeit. Und auch ein kreativer Kampf. Aber irgendwie haben wir es ja dann doch geschafft.

weitere infos: www.imightbewrong.de

03.11.2009 // ann-kathrin
 

Aktuelle Interviews

Loader ...

ROTE RAUPE Textil bei A better tomorrow

  • Psychedelica by Iain Macarthur
  • Tiger by Carolin Loebbert
  • Tiger by Carolin Loebbert
  • POPISDEAD.
  • Röte Raupe by René Arbeithuber
  • Röte Raupe by René Arbeithuber
  • Röte Raupe by René Arbeithuber
  • Röte Raupe by René Arbeithuber
  • Classic Trucker Cap
  • ROTE RAUPE Patch
Loader ...
Byte.FM
  • www.whitetapes.de
  • www.rcrdlbl.com
  • www.daytrotter.com
  • www.99matters.de
  • www.spex.de
  • www.elbo.ws
  • www.stylespion.de
  • www.viceland.com
  • www.78s.ch
  • www.fallen-legen.de
  • www.blank-magazin.de
  • www.spoonfork.de
  • www.huskmagazine.de
  • www.superpaper.de
  • www.blogs.taz.de/popblog
  • www.stereogum.com
  • www.this.bigstereo.net
  • www.opak-magazin.de
  • www.cut-magazine.com
  • www.tonspion.de
  • www.br-online.de/bayern2/zuendfunk/
  • www.nicorola.de
  • www.blogotheque.net
  • www.wearehunted.com
  • www.xlr8r.com
  • www.dermuenchen.de
  • www.spreeblick.de
  • www.hypem.com
  • www.undertube.de
  • www.tape.tv
  • www.popfrontal.de
  • www.humanempire.com
 
 
© 2004 - 2010 ROTE RAUPE · A HOME FOR MUSIC
 
Real Time Web Analytics