the usedINTERVIEW MIT JEPHA HOWARD UND DAN WHITESIDES
ihr bringt ende august euer neues album artwork raus und kategorisiert es nach eigener aussage als „gross pop“, also „ekel pop“. dabei ist es doch gar nicht wirklich ekelig.
dan: ich finde es ziemlich ekelig. wir wollten, dass dieses album viel lauter, lärmender und dreckiger klingt und haben uns dazu entschlossen, das „gross pop“ zu nennen. aber im grunde ist es wirklich nur rock n’ roll, baby!
jeph: wir waren es so satt als screamo-band betitelt zu werden. nicht, dass screamo nicht in ordnung ist, aber die bezeichnung an sich ist schon eine enttäuschung.
es ist ja nicht gerade so, dass man euch z.b. mit boysetsfire in einen topf werfen könnte.
jeph: genau. wir haben niemals behauptet, dass wir eine screamo-band sind. es gab uns schon bevor es überhaupt screamo gab.
in drei oder vier monaten wird es dennoch bald um die 300 gross pop bands geben….
dan: das wiederum wäre sehr cool!
jeph: auf jeden fall! gross pop ist die neue new wave welle (wortspiel)
das neu entdeckte genre war nicht die einzige entwicklung in der band. ihr habt das management und den produzenten gewechselt, dan ist vergleichsweise bei der produktion eines ganzen albums dabei…
jeph: dan ist im grunde seit drei jahren teil der band. er hat auch dabei geholfen lies for liars zu schreiben; so wie wir alle. aber dieses album ist quasi sein baby. neben der ep (welche ich selbst immer noch für ein vollwertiges album halte), ist dies sein erstes komplettes rock album. ich denke das ist auch der grund, warum das album so rock-lastig ist. das war zum großteil dans einfluss.
dan: und mit dem management-wechsel haben wir auch unsere einstellung gegenüber dem was wir hier tun sehr geändert. wir bringen uns jetzt mehr ein. wir wollten einen neuanfang. es klingt ja nicht alles ganz anders. wir sind immer noch the used. vielleicht ist es einfach die kombination aller unserer bisherigen alben.
jeph: und so lange bert unser sänger bleibt, werden wir immer wie the used klingen und das ist auch gut so.
ihr habt gerade gesagt, dass ihr euch jetzt mehr einbringt. wie viel freiheit habt ihr tatsächlich beim treffen der entscheidungen, wie songauswahl, imagefragen, usw.?
jeph: (lacht, seufzt und sagt dann dennoch) alles! das sind alles komplett wir!
dan: wir hatten 100%ig mitspracherecht. das cover und alle bilder wurden von mir, jeph, bart und quinn gemacht. berts ganze handschriftlichen notizen und bilder, jede menge photos von quinn…
jeph: das ist das coole daran das album zu kaufen anstatt es herunter zu laden. man bekommt noch all unsere kunstwerke dazu. quinn hat z.b. über jahre bilder gesammelt, videos gemacht. das machen wir alles selbst. es ist aber auch schwieriger so. alles muss von uns abgesegnet werden (was auch der grund dafür ist, dass quinn nicht am interview teilnimmt. der sitzt noch im bus und beantwortet emails). das album ist mehr von uns. Vielleicht ist es auch mehr von uns als man ertragen kann. so scheint es manchmal zumindest.
es scheint zumindest zu inspirieren. auf verschiedensten online platformen präsentiert ihr die werke eurer fans. letztlich habt ihr auch die gitarren-tabs von bisher noch nicht veröffentlichten songs online gestellt, was zur folge hatte, dass ein sehr ruhiger song wie watered down als metal-version im netz landet…
jeph: genau das war der grund es zu machen. wir sollten eine live dvd mit den besten stücken unserer fans rausbringen.
dan: wir haben früher schon viel solcher sachen gemacht. jeph hat z.b. ein geheimes codewort auf twitter gepostet und wenn die fans ihm das wort zugerufen haben, bekamen sie t-shirts und cds.
jeph: was ich jetzt sage ist noch ganz geheim, aber wir planen in den u.s.a. sachen in verschiedenen ladenketten zu verstecken und die fans müssen es dann suchen. wenn das gut ankommt machen wir das vielleicht weltweit.
könnte es passieren, dass eine song-version eurer fans euch so inspiriert, dass ihr sie live umsetzt?
jeph: nein, wir bleiben schon dabei unsere eigenen sachen zu schreiben. wobei… wenn es wirklich richtig gut ist.. (grübeln, dann lachen)
dan: auf dieser tour spielen wir aber den song empty with you als akkustik-version.
jeph: ja und völlig anders als die album-version! das ist super. es gibt dann eine version von einem song, den es noch gar nicht gibt.
so wichtig euch die fans auch sind, manche reiben sich auch an euren geschäftsideen. so streitet sich gerade das forum eurer homepage darüber, ob die veröffentlichung eines eurer songs im vampir-film twighlight 2 nicht der reinste sell-out ist…
jeph: das macht doch keinen sinn! die leute können es sell-out nennen so viel sie wollen. sie kaufen trotzdem immer noch unser album.
dan: wenn mich einer fragt: „hey, willst du, dass dein song in einem film vorkommt?“. dann sage ich: „ja, verdammt!!“. warum auch nicht? ich habe transformers 2, wo auch ein song von uns vorkommt, nie gesehen.. nicht mal transformers 1. ich habe auch niemals twighlight gesehen aber es ist verdammt cool, dass unsere songs darin vorkommen!
jeph: wenn das gleiche einem der kids aus dem forum passieren würde, dann würden sie sich kaputt freuen!
dan: wir bekommen dafür ja nicht mal viel geld oder tantieme.
jeph: viele im forum sind vielleicht auch einfach noch zu jung und verstehen es nicht.
im vergleich zu lies for liars, welche viel aggression gegen andere ausdrückt, wirkt es auf mich als ginge es bei artwork viel mehr darum, wie sehr man sich selbst hassen kann… seid ihr wirklich so hoffnungslos und schwarzseherisch?
jeph: ich stimme dir voll und ganz zu!
dan: bert schreibt ja die gesamten texte und er weiß vermutlich auch am besten was die worte bedeuten, aber…
jeph: bert ist im grunde wirklich so, wie du es gerade beschrieben hast. er ist sehr extrem, was seine emotionen angeht. einerseits ist er so depressiv und dann wieder extrem gut drauf – auf eine gute art und weise. wenn er etwas fühlt, dann spürt er es körperlich, voll und ganz.. oder er lässt es sich spüren. ich bin da eher durchschnittlich. bert hat so viel emotionales chaos in sich und er weiß dadurch so viel mehr
dan: das album ist viel persönlicher. es geht um das leben.
gerüchte besagen, dass der song „meant to die“ auf dem tod von heath ledger beruht…
jeph: es hat alles zwei seiten. gerade bei musik ist da zum einen das, was der künstler ausdrücken wollte und zum anderen das, was man dann daraus interpretiert. egal worüber er bei diesem song geschrieben hat, die leute werden eine message daraus ziehen. ich frage ihn aber auch nie nach den beweggründen für seine texte. dennoch glaube ich, dass du recht hast. er sagte einmal, dass der tod von heath etwas damit zu tun hat.
dan: ja, das hat er. es geht im grunde darum, jemanden viel zu früh vor seiner zeit zu verlieren. jemanden, der nicht hätte gehen sollen, nicht hätte sterben dürfen.
was war das schlimmste, was euch jemals auf tour passiert ist oder ihr machen musstet?
beide: so vieles!
jeph: also eine sehr lustige und gleichzeitig grausame sache war grad neulich. wir sollten zwei shows an einem tag spielen und die zweite davon sollte eine reine akkustik show sein. dan und ich trinken niemals direkt vor einer show, weil man sich dann miserabel fühlt wenn man auf der bühne so viel schwitzt und auf einmal wieder nüchtern wird. dan brauchten wir ja für das akkustik-set nicht, also ging er nach der ersten show feiern. und er hat gefeiert. er war total hinüber. ein paar minuten vor der zweiten show haben wir ihn dann angerufen und ihm gesagt, dass wir mit der vollen besetzung spielen müssen oder die show komplett abgesagt wird.
dan: ich war verdammt besoffen! ich rannte also zum bus. ich bin wirklich gerannt! ich kippte mir unterwegs wasser über den kopf und als ich dann am bus ankam, fragten mich alle: was machst du denn hier? du bist ja total besoffen?!
ihr habt eine ziemlich große tour durch die u.s.a. vor euch…
dan: ja, wir machen zunächst eine ausgedehnte u.s. tour und kommen dann im frühjar nach groß britannien und deutschland.
habt ihr respekt vor der tour oder macht das leben im bus noch spaß?
jeph: man gewöhnt sich daran.
dan: ganz im ernst? ich wünschte ich wäre jetzt in meinem eigenen bett. ich habe viel zu viel getrunken letzte nacht.
jeph: das gehört eben dazu. man muss aber bis zu einem gewissen punkt auf sich achten. jede show könnte die beste deines lebens sein… oder die letzte.





















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