i heart sharks
WAS HAT ES MIT DER BAND UND DER VERBINDUNG ZU HAIEN AUF SICH?
pierre: da gibt es viele verbindungen. wir haben erst letztens darüber gesprochen...
simon: ich wollte gerade sagen, dass es da gar keine verbindung gibt.
pierre: zumindest klingt es schön.
simon: pierre kam irgendwann auf den bandnamen und da keine anderen ideen vorhanden waren und wir den klang der wörter mochten, blieb es dabei.
WENN MAN AN HAIE DENKT, ASSOZIIERT MAN DAMIT GLEICHZEITIG DINGE WIE GEFAHR, STÄRKE UND SCHNELLIGKEIT. LASSEN SICH DIESE EIGENSCHAFTEN AUCH AUF EURE MUSIK ÜBERTRAGEN?
pierre: ich denke schon. wenn du uns auf der bühne siehst, fällt vor allem auf, dass wir eine wirkliche live band sind im gegenteil zu vielen anderen elektronischen bands, die playback oder ähnliches benutzen. dadurch besitzt unsere musik eine gewisse schnelligkeit, stärke und vor allem antriebskraft.
simon: live kann man von uns dadurch eher den eindruck bekommen ein wildes tier vor sich zu haben, dass dich zerfleischt, was ein computer nicht schafft.
pierre: uns war bald klar, dass wir lieber diesen weg einschlagen wollten als einen perfekten elektronischen sound zu erzeugen, der live vielleicht nicht mehr in dieser form umsetzbar sein würde.
WIE HABT IHR ZUEINANDER GEFUNDEN UND ANGEFANGEN MUSIK ZU MACHEN?
simon: wir haben uns im internet getroffen.
pierre: wir sind die myspace generation. die wahrheit ist, dass wir uns in chat rooms gefunden haben.
simon: chat rooms für männer über 50, die auf der suche nach jüngeren frauen sind.
pierre: wir haben angefangen miteinander zu reden und dann haben wir uns verabredet, in dem glauben frauen zu treffen.
simon: ich habe mir erst vor kurzem wieder ins gedächtnis gerufen, dass pierre ein paar wirklich schlechte werbeanzeigen auf deutsch ausgedruckt hat, in denen ein keyboarder gesucht wurde...
georg: der kein virtuose sein musste!
simon: auf alle fälle wurde ein keyboarder gesucht und ich bin mittlerweile bei der gitarre angekommen...ich weiss nicht mal wie es dazu kam.
pierre: du sahst einfach cool aus. nachdem wir ungefähr zweimal als duo geprobt hatten (pierre und georg), kamst du in deinen engen roten jeans rein und wir dachten "ja, der ist ok".
IHR SEID MITTLERWEILE ALLE IN BERLIN ANGESIEDELT. WAS WAR FÜR EUCH DER AUSSCHLAGGEBENDE GRUND HIER MUSIK ZU MACHEN UND NICHT WOANDERS?
pierre: berlin hat diese aufregende atmosphäre, die kein anderer ort besitzt, an dem ich jemals war. london hat eine ähnliche wirkung, aber es gibt dort gleichzeitig viel mehr mist und zu viele idioten, die einfach nur in einer band sind, um genau das von sich sagen zu können. ausserdem will jeder ständig besser sein als der andere und die leute jammern im allgemeinen zu viel, so dass man keinen auftritt einer band wirklich genießen kann.
simon: ah, daher kommt es, dass du dich immer über andere bands beschwerst...
pierre: ja, das stimmt. ich bin auch einer dieser typen, die immer meckern müssen. in berlin gibt es aber keinen grund dazu, da es hier viel mehr unterstützung, vor allem von seiten anderer ansässiger bands gibt. alle versuchen sich gegenseitig zu helfen.
simon: hier gibt es ein großartiges gemeinschaftsgefühl. nicht nur unter den bands, sondern auch wenn man sich das publikum anguckt, dass bereitwillig und gerne zu den shows kommt. das gleiche trifft auch auf booking agents und viele andere leute im business zu und so rutscht man stück für stück in diese umgebung hinein, die wie ich glaube schwer in gleicher form woanders zu finden ist. ich habe eine zeit lang in dresden gewohnt und da war das klima auch anders als hier, besonders was konzerte angeht. in berlin bleiben die leute gerne länger und kommen hinterher auf dich zu und wollen etwas mehr von dir und deiner musik wissen. das ist toll. georg: ich denke hier gibt es auch eindeutig mehr menschen, die elektronische musik hören, wenn man berlin mit anderen deutschen städten vergleicht. der zuspruch vom publikum ist dadurch auch ein ganz anderer.
pierre: auch abgesehen von der musik ist berlin eine prima stadt. es ist immer etwas los. selbst mittwoch nacht um drei uhr morgens findest du orte, an denen interessante und lustige dinge passieren.
VIELE BANDS VERTRAUEN AUF DIE WERBETROMMEL MYSPACE, UM SICH EINEN NAMEN ZU MACHEN. IHR ZEIGT VIEL EIGENINITIATIVE, WAS DIE PROMO ANGEHT. EURE STICKER Z.B. KLEBEN AN VIELEN ECKEN IN DER STADT. HAT SICH DIESE FORM DER PROMO BISHER FÜR EUCH BEZAHLT GEMACHT?
simon: ich denke ja. natürlich benutzen wir myspace auch als eine plattform, um leute zu erreichen, aber abgesehen davon mögen wir sticker und man sieht sie schnell.
pierre: ausserdem will sie jeder haben! du kannst sie leuten in die hand drücken oder nach dem konzert einfach an die sachen kleben.
simon: flyer schmeissen die leute eher weg. sticker sind beständiger und kleben selbst noch am nächsten morgen und du brauchst gute 20 minuten bis du sie wieder abbekommst.
pierre: obwohl wir ein myspace band profil haben, betrachten wir die ganze sache eher als ein profil von drei normalen typen. da gibt es keine arroganz und wir reden gerne mit unseren freunden und schreiben immer zurück. da gibt es keine strikte trennung zwischen der band und dem publikum, das ist uns wichtig. schließlich sind die leute genauso ein teil von uns, wenn wir auf der bühne stehen.
HABT IHR DAS GEFÜHL, DASS ES HEUTZUTAGE SCHWIERIGER GEWORDEN IST ALS BAND AUF SICH AUFMERKSAM ZU MACHEN, WEIL BESONDERS ONLINE MEDIEN EINE WAHRE INFORMATIONSFLUT IN SACHEN MUSIK DARSTELLEN?
pierre: ganz im gegenteil. es hat sich gerade für uns als ein sehr positives medium erwiesen. es ist eine wunderbare gelegenheit deine musik zu verbreiten. wenn sie auch nur halbwegs vernünftig ist, bekommst du eine gute resonanz. die tatsache, dass viele bands auf diesem weg versuchen ihre musik zu verbreiten, hat meiner meinung nach keine negativen auswirkungen.
georg: es ist ebenfalls eine große erleichterung für bands, die kein label haben.
pierre: genau. stell dir mal vor, du wohnst in irgendeinem abgelegenen dorf in schweden und bist in einer band, die ihre musik ohne das internet aber niemals verbreiten könnte? was würdest du bloß tun?
simon: das internet ist auch von großem vorteil, wenn es darum geht kontakte zu knüpfen. als wir anfingen in dieser richtung aktiv zu werden, war ich überrascht, dass wir eine so große und positive resonanz bekamen.
IHR SEID LIVE MOMENTAN RECHT AKTIV, ABER WIE SIEHT ES MIT DER STUDIO ARBEIT AUS? GIBT ES PLÄNE FÜR EIN ALBUM ODER ÄHNLICHES?
pierre: wir werden demnächst eine ep mit drei songs aufnehmen. normalerweise nehmen wir die songs einzeln auf und dieses mal wollen wir drei songs zur gleichen zeit aufnehmen. unsere stücke klingen häufig so unterschiedlich und wir wollen einfach eine aufnahme haben, die alle drei songs als ganzes gut widerspiegelt. dieses mal setzen wir uns bewusst zusammen, feilen an den songs und nehmen uns etwas zeit. das resultat werden wir dann u.a. mit zur pop up messe nach leipzig nehmen und schauen wie es bei den labels ankommt, worauf wir uns sehr freuen.
ALS TRIO SIND DIE AUFGABEN INNERHALB DER BAND MEIST KLAR VERTEILT. TRIFFT DAS AUCH AUF EURE BAND PHILISOPHIE ZU? WIE SIEHT ES MIT DEM SONGWRITING AUS?
pierre: wir setzen uns eigentlich keine grenzen wie wir bestimmte dinge innerhalb der band umsetzen. für uns ist es interessant zu sehen wie sich die ideen im verlauf des songwritings entwickeln und dann auch auf der bühne verwirklichen lassen.
simon: in letzter zeit schreiben wir zusammen. meist sind wir im proberaum und jammen herum und dann ergibt sich der rest.
georg: pierre schreibt seine texte aber alle selbst.
pierre: für gewöhnlich hat einer von uns eine grundlegende idee, spielt sie dann den anderen vor und dann wird zusammen daran gearbeitet. es ist von vorteil, dass nicht nur eine person anteil daran hat, sondern drei leute etwas zur musik beitragen können.
IHR LEGT VIEL WERT DARAUF BEI EUREN AUFNAHMEN UND KONZERTEN KEINERLEI SEQUENCER ZU BENUTZEN UND ALLES LIVE ZU SPIELEN. WARUM DIE BEWUSSTE ABKEHR VON SOLCH TECHNISCHEN HILFSMITTELN?
pierre: wir sind eben eine live band. du wirst uns nicht mit einem macbook auf der bühne stehen sehen, wenn wir unsere musik genauso gut ohne diese dinge rüberbringen können. wenn du letztendlich nur noch auf der bühne stehst, singst und knöpfe drückst, dann ist es nicht wirklich fair dem publikum gegenüber, das bezahlt, um dich live spielen zu sehen. warum die zuschauer betrügen, wenn du als musiker die fähigkeit besitzt auch ohne all die zusätzliche technik auszukommen? es ist vielleicht der einfachere weg. selbst wenn du dich live mal verspielen solltest, was natürlich ist und wir auch ab und zu tun, finde ich das immer noch sympathischer.
simon: sicherlich denken wir uns manchmal beim songwriting wir könnten weitere synthesizer gebrauchen, aber dann stellen wir fest, dass es nicht wirklich nötig ist und wir dann unsere musik auch gleich nur mit dem computer erstellen könnten.
georg: am ende wären wir auch nicht besser als diese ganzen volksmusik künstler, die vollplayback benutzen und über die sich sonst alle lustig machen. wo wäre denn da der unterschied?
simon: klar können bands auf die bühne gehen und ihr album einfach "vorspielen", aber wir wollen eben unsere musik spielen und nichts anderes.





















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