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sportInterview mit Felix Müller

Hallo Felix, du bist ja sozusagen der Frontmann von Sport als Sänger und Gitarrist. Bist du denn zufrieden mit eurem heutigen Auftritt beim Dockville?
Ja, eigentlich schon. Also das ganze war zwar so ein bisschen wie der Sprung ins kalte Wasser, wie das halt immer so ist auf Festivals. Man hat keinen Soundcheck, nur kurz geprüft ob alles da ist und los geht die Show. Dann hört man nichts von den anderen, wenn man auf der Bühne steht. Aber dafür wars ganz gut. Und vor allem auch dafür, dass wir seit kurzem einen zweiten Gitarristen dabei haben. Heute haben wir unser zweites Konzert mit ihm gespielt, viel geprobt wurde eigentlich auch nicht, dementsprechend war er schon ziemlich nervös, aber er hat es doch alles ganz gut gemeistert. Also, ich kann das nur vermuten, ich hab ihn halt leider nicht gehört, aber unser Mischer meinte, es sei ganz gut gewesen.

Ja, dem kann ich zustimmen. Ganz schön rockig bei euch! Wie wichtig ist euch denn bei euren Auftritten das Publikum? In bezug darauf, wie die Kommunikation abläuft. Bezieht ihr die Leute mit ein, oder entsteht eher so ein kleiner eigener Kosmos auf der Bühne zwischen euch Musikern?
Also, das ist eine schwierige Frage. Da denke ich auch zur Zeit wieder häufiger drüber nach. Der Gedanke kommt eigentlich immer wieder auf, wenn eine neue Platte fertig ist und klar wird, man geht wieder auf Tour, dann ist immer die Frage: muss ich mir da nun was einfallen lassen, irgendwelche Ansagen, aber das käme mir komisch vor. Wenn man immer mit den gleichen Leuten auf der Bühne steht und zum dritten Mal den gleichen Spruch bringt. Dann denkt man doch, ey der sagt ja immer das gleiche. Dafür bin ich wohl einfach nicht der Typ. Hauptsächlich betrifft es ja mich, weil ich vor dem Mikro steh und kommunizieren soll. Wenn mir dann, wie heute die Saite reißt oder ich meine Gitarre stimmen muss, dann bin ich auch froh, wenn Christian (Smukal, Bassist) ein Mikrofon hat. ... Manchmal bin ich allerdings auch darüber froh, dass er keins hat. (lacht) Heute war es aber ganz gut so. Insgesamt ist es wohl so, dass wir mit unserer neuen Platte gerade am Anfang stehen. Wenn man sich erstmal mit den Stücken eingespielt hat, dann kann man auch anfangen, sich was zu überlegen. Die Kommunikation wird dann einfacher, aber am Anfang ist man zu konzentriert auf die Stücke.

Und was könntest du dir so vorstellen als Mittel, das Publikum mit einzubeziehen? Werden wir Felix Müller erleben, wie er ruft: Und jetzt alle mitklatschen!
(lacht) Nee, dieses Mitklatschen, das erinnert mich dann doch zu sehr an Schlager- Veranstaltungen. Ich meine, es gibt ja einige, die haben das total raus. So richtige Rampensäue wie die Beatsteaks, die gehen da raus und nehmen sich die Leute einfach so. Manchmal könnte ich das auch gerne so, aber da bin ich wohl einfach nicht der Typ zu.

Hattest du denn schon Gelegenheit, dir was auf dem Dockville anzuschauen?
Ja, als wir ankamen, habe ich die Gelegenheit genutzt und einen Rundgang über dieses riesige Gelände gemacht. Das ist ja wirklich riesig dieses Jahr! Dieses Westerndorf fand ich richtig gut.

Und was freut dich am musikalischen Programm?
An Bands freue ich mich auf Deichkind, die habe ich erst einmal auf dem Immergut gesehen. Das war damals der erste Auftritt von ihnen mit ihrem Elektro- Quatscho- Move und ich dachte, was ist das denn für ein Quatsch. Erwartet hatte ich HipHop, was ich auch mag. Darum war ich wohl etwas vor den Kopf gestoßen, dass sie da mit allem möglichen rum werfen und so eine unmögliche Show abziehen. Da bin ich drauf gespannt. Und natürlich auf Superpunk. Auch wenn ich die schon unzählige Male gesehen hab, da freu ich mich trotzdem drauf. Was auch noch spannend ist, sind 1000Robota, die möchte ich mir auch wirklich gerne mal anhören.

Dazu kommt ihr ja wahrscheinlich in den nächsten Wochen selten, euch andere Bands anzuschauen. Schließlich ist euer aktuelles Album vor kurzem erst erschienen und ihr steckt mitten in eurer Tour. Zu eurer Musik habe ich mich auch was gefragt. Du wurdest in einem Interview zitiert, dass Musik nicht sprachlich sei. Wäre es da nicht konsequent auch keine Texte zu den Liedern zu schreiben sondern vielleicht eher parallel zum Album eine Prosasammlung heraus zu geben oder etwas in der Art?
Nunja, also mit dieser Aussage, dass Musik nicht sprachlich sei, meinte ich eher, dass Musik Gefühle ohne Worte beschreiben kann. Die Klänge der Instrumente haben sozusagen etwas vorsprachliches, etwas, das nicht definiert ist sondern eher Emotionen vage umschreibt. Es heißt einfach nur, dass ich beim Entwickeln eines Songs erst die Musik habe und mir bei den Melodien und der Tonlage schon vorstellen kann, wovon der Song handeln könnte. So ähnlich, wie man Farben auch Gefühle zuschreibt.

17.08.2008 // karina
 

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