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superpunkInterview mit Carsten Friedrichs

Hallo Carsten, du bist der Sänger in der Band Superpunk und spielst Gitarre. Was ist dir denn lieber? Singen oder Gitarre spielen?
Das hängt ein bisschen davon ab, wo ich bin. Zu Hause spiele ich lieber Gitarre, auf der Bühne singe ich auch ganz gerne.

Hast du dich denn schon umgeschaut auf dem Dockville?
Ja, ich konnte heute Nachmittag schon Cpt. Howdy sehen, das ist eine sehr gute Hamburger 60ies Band. Und eine Band auf der Hauptbühne, das war eine Damenband, Those Dancing Days heißen die glaube ich. Die haben mir auch gut gefallen.

Und insgesamt: wie gefällt dir das Festival?
Sehr gut. Die Bands sind gut, das Wetter ist gut und wenn diese beiden Dinge zutreffen, dann ist es ja sogar in der Hölle gut.

Hast du denn schon die Sauna gefunden?
Neehee! Gibt’s hier ne Sauna? Abgefahren. Way out, wie man früher gesagt hat. Aber die ist mir eigentlich auch egal. Ich finde, der Mensch ist dazu gemacht, Klamotten zu tragen, ehrlich gesagt.

Gibt es etwas, auf das du dich besonders freust? Sei es eine Band oder eine Kunstausstellung?
Nö, eigentlich nicht. Das ist ja immer so, man ließt vorab über die Bands die spielen, denkt sich, die finde ich gut, die nicht so und letztendlich ändert sich die Meinung dann doch, wenn man Musik live erlebt. Da versuche ich immer, ganz unvoreingenommen zu bleiben. Ich treibe lieber so rum.

Es ist ja auch einfach so, dass es Bands gibt, die man live toll findet und die Sachen auf dem Album einen dann aber erstaunlicherweise gar nicht kicken. Was würdest du sagen, ist Superpunk eher eine Live- Band oder eher eine Band, die man gerne zu Hause hört, wie schätzt du euch selbst ein?
Das kann man nicht so einfach sagen. Man kann Konzerte geben, die sind beschissen, das haben wir gestern gemacht und dann gibt es Konzerte, die sind super, das hatten wir heute. Genauso gibt es Stücke, die man einspielt und sie sind klasse und andere nicht so gut. Das ist zwar langweilig aber so ist es nun mal.

Warum war das Konzert gestern denn beschissen?
(Am Tag vorher haben Superpunk in Köln gespielt) Weiß nicht. Es hat halt einfach nicht gepasst. Das passiert eben ab und an mal. Woran das liegt, kann ich echt nicht sagen.

Vielleicht passiert das ja irgendwann mal nicht mehr.
Ja, ach, da warten wir jetzt seit zehn Jahren drauf, glaub ich nicht mehr dran. (lacht) Aber es ist besser geworden.

Dann seid ihr doch zumindest auf dem richtigen Weg. Bei eurem Auftritt hat mir ein Lied übrigens besonders zugesagt. „Man kann einen ehrlichen Mann nicht auf seine Knie zwingen“ heißt es darin und ich finde, das passt auch gut zum Dockville mit der kleinen Westernstadt da hinten. Es ist so schön raubeinig, wenn man das so sagen kann. Gibt es ein Ereignis, an das du dich erinnern kannst, wo jemand dich in die Knie zwingen wollte?
Im Prinzip ist man doch dauernd Demütigungen ausgesetzt und eigentlich ist das Stück ja auch nicht wahr, wie wir vielleicht wissen. Man kann durchaus ehrliche Leute auf ihre Knie zwingen, aber wo wenn nicht in der Kunst sollte man die Sachen nicht einfach mal besser darstellen, als sie sind. Oder vielleicht Ziele formulieren.

Bist du da optimistisch?
Das kommt drauf an. Freitags bin ich Optimist, Montags bin ich Pessimist.

Noch eine Frage, die ich mir bei eurem Konzert gestellt habe: Wie wichtig sind euch Reime in euren Texten?
Das ist eine gute Frage, da habe ich auch schon mal drüber nach gedacht. Eigentlich wäre es besser, wenn man gute fetzige Musik machen könnte mit Texten, die sich nicht reimen. Das ist aber eben viel schwieriger. Ich kann das halt nicht so richtig, deshalb kommen da immer so Reime rein. Hose auf Dose, Raus auf Haus, so was halt. Ohne Reime ist es viel schwieriger, einen Text gut und fetzig rüber zu bringen. Das nehme ich mir mal für nächstes Jahr vor.

Gibt es denn ein Lieblingslied für dich von Superpunk?
Also, jetzt kommt wieder so eine unglaublich langweilige Antwort: wir haben grade ein Lied aufgenommen. Es heißt: „Das waren Mods“ und da passt einfach alles. Wie Billy Childish schon gesagt hat: „All that a good song needs is a sexy beat and silly lyrics“ und irgendwie stimmt das auch. Vor allem trifft es auf den Song zu. Den finde ich richtig gut.

Jetzt kommt eine abstrakte Frage. Beschreibe den Sound von Superpunk anhand eines Hauses, einer Farbe und eines Tieres.
Das Haus liegt jawohl auf der Hand: Das Empire State Building. Modern, aber doch alt, solide und cool. Farbe, hmm. Rosa mit blauen Blitzen. Hab ich grade so im Kopf. Als Tier käme wohl am nähesten ein Kater in Frage. Ein Hauskater.

17.08.2008 // karina
 

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