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1000Robotainterview mit Jonas, Anton und Basti

Bitte stellt euch erstmal vor und sagt, was ihr spielt.
Ich bin Jonas und singe und spiele Gitarre in der Band 1000Robota Ich bin Anton und singe und spiele Gitarre. Ich bin Basti und spiele Bass.

Und ihr drei seid also richtige Hamburger Jungs. Wo seid ihr denn her, aus welchem Stadtteil?
Anton: Ausm Süden kommen wir. Als so ausm Süden von Hamburg. So bei Harburg. Halbe Stunde vom Hauptbahnhof.

Und wie gehts euch so mit Wilhelmsburg als einem Stadtteil, der sich ja schon ziemlich im Umbruch befindet?
Anton: Ach, das ist uns eigentlich egal. Wir hängen hier ja nicht so viel ab und deshalb machen wir uns da auch nicht so viele Gedanken drüber. Das Festival ist zwar hier, aber auf dem Gelände bekommt man ja von dem teilweise abgehenden Trash nicht so viel mit. Jonas: Ja, hier auf dem Festival ist die Stimmung echt großartig. Von daher ist uns das alles eigentlich ziemlich egal. Anton: wir haben auch nichts gegen Wilhelmsburg. Das ist uns eigentlich total egal.

Wart ihr letztes Jahr auch aufm Dockville?
Anton, Basti, Jonas: Nee.

Habt ihr euch hier schon umgeschaut?
Anton, Basti, Jonas: Nee.

Gibt es denn irgend etwas, was euch besonders interessiert?
Anton, Basti, Jonas: Nee.

Also gibt’s auch nichts, worauf ihr euch freut?
Anton: Doch, das schon. Es ist halt Hamburg, alle Freunde sind da, man trifft sich, es ist viel Spaß. Und natürlich gucken wir uns auch die anderen Bands an. Wir freuen uns natürlich auf einige Bands wie Fettes Brot, Deichkind, das wird bestimmt gut. Auf Caramel freuen wir uns natürlich auf. Die können wir nur leider nicht sehen, weil sie schlauerweise parallel zu uns spielen auf der kleinen Bühne. Aber das ist die Band von Johann Scherer und Komparsen. Johann hat unser Album produziert.

Bei euren Auftritten in Hamburg lief ja nicht immer alles glatt. Auf dem Reeperbahn Festival letztes Jahr gab es Ärger mit den Türstehern. Ist euch so was noch mal passiert?
Anton: Die Zeiten, in denen so was passiert ist, sind einfach vorbei. Das war, bevor wir einen Plattenvertrag hatten. Jetzt geben wir uns das nicht mehr, uns von irgendwelchen Türstehern anpfeifen zu lassen. Und da wo wir heute spielen, sind eigentlich immer genügend Teams, die auch ein bisschen Grips in der Birne haben. Vor dem Plattenvertrag war es einfach alles etwas chaotischer auf Tour und wir mussten uns mehr gefallen lassen. Das hat sich geändert. Jetzt ist es in Hamburg immer ein bisschen Spektakel, einfach etwas anders zu Konzerten in anderen Städten. Jonas: Wobei man sagen muss, dass jede Stadt anders ist vom Auftritt her. Anton: Ja, das stimmt. In Hamburg ist es anders als in Halle, wo einfach mal gar nichts geht. Und Berlin ist auch anders. Aber im Grunde sind sie doch einfach alle gleich. Abgesehen von der Individualität. Überall gibt es so ein Paar Kandidaten, die aus der Reihe tanzen. Wir lassen uns halt einfach nicht verarschen. Wenn da Leute kommen, die finden, sie müssten uns nicht für Voll nehmen, dann lassen wir uns das nicht gefallen. Ich meine, meistens ist es bei uns so, dass auch Leute uns was fragen, die viel älter sind, meinetwegen 40 Jahre mehr Lebenserfahrung haben. Diese Lebenserfahrung ist einfach nichts wert, weil man all das auch mit seinem Verstand vereinbaren kann. Und wenn wir ihm das dann beantworten, dann stimmt der einfach mal zu. Wieso sollte ich mich dann schlecht fühlen oder minder bemittelt, nur weil ich halt ein paar Jahre jünger bin. Das spielt einfach überhaupt keine Rolle. Wir wissen halt ganz genau, was wir wollen und das können wir ausdrücken. Dazu sind wir mutig genug und wir wissen auch, dass viele junge Leute dazu in der Lage sind, sich aber einfach nicht trauen, weil irgend jemand sagt: Ich bin jetzt 40, ich weiß mehr als du. Stimmt halt einfach nicht. Keiner kann besser wissen, was gut für mich ist als ich selber.

Das ist ja eine interessante Sicht der Dinge.
Anton: Ja, es ist halt einfach so. Viele trauen sich einfach nichts mehr, weil ihnen zu viele Grenzen und Verbote gesetzt werden. In der Schule wird man gedrillt wie ein Idiot und viele sehen da dann keine Option, sich ihr eigenes Bild zu machen, weil gesagt wird, dass es falsch ist. Aber das heißt doch noch lange nicht, dass es nicht ehrlich ist oder nicht wahr ist. Wenn ich mich mit etwas schlecht fühle, dann ist das so und dann mache ich das auch nicht. Das hat dann nichts damit zu tun, dass es falsch ist, es ist einfach meine Entscheidung und die treffe nur ich, niemand anders tut das für mich.

Habt ihr euch denn alle dafür entschieden, euer Abi zu machen?
Anton: Ja. Das haben wir. Ein Jahr ziehen wir das noch durch, Basti noch zwei und dann haben wirs in der Tasche.

Und was kommt dann?
Anton: Wir planen jetzt nicht grade, studieren zu gehen. Wir wollen im Musikgeschäft bleiben und sehen auch, dass es ganz realistisch ist, das zu schaffen. Aber genau so realistisch sehen wir es mit der Schule und machen das halt zu Ende, damit wir auf der einen Seite was solides haben, was uns aber auch kreativ weiter bringt. Wir wissen alle genau, was wir wollen, man muss es nur auch gut verpacken können. Was dann in fünf, sechs Jahren ist, das wissen wir noch nicht. So weit denken wir aber auch einfach nicht.

Also ist Musik für euch Lebensunterhalt verdienen und Selbstverwirklichung.
Anton: Naja, das kann man so nicht sagen. Wir sehen die Dinge relativ objektiv und erkennen, dass es mit der Musikindustrie eher den Bach runter geht. Man muss sich neue Sachen ausdenken, die gut funktionieren. Ich würde nicht unbedingt behaupten, dass ich Musiker bin. Das was ich mache, ist eher eine Kunstform. Es ist eine Weise, Dinge auszudrücken. Wenn ich gut malen könnte, würde ich auch malen, kann ich aber nicht. Ich habe ein Händchen für Musik, deshalb mache ich halt Musik und drücke mich darüber aus. Aber ich bin einfach nicht so der Muckertyp, der sich beim ersten Album schon aufs zweite freut, sondern ich will eher ein Statement abgeben, auch bei Interviews und mir halt mehr Gedanken über die Dinge machen. Also, um es auf den Punkt zu bringen: Ich bin eher Künstler und kein Musiker. Jonas: Ja, das ist bei uns allen so. Man kann nichts separieren, das geht alles so ineinander über. Anton: Wir machen halt Musik, weil wir uns darüber ausdrücken können. Wir sind einfach musikalisch und können das einfach, das ist uns sozusagen angeboren. Und dieser Kraut- Rock- Touch kommt daher, dass wir uns das halt trauen. Wir sehen uns in der Tradition der Bands, die was mit ihrer Musik ausdrücken wollten. Das gabs früher sicher mehr als heute. Ich würde auch Film machen, wenn ich damit die Welt verändern könnte, aber ich habe meine Kunst halt in der Musik gefunden.

17.08.2008 // karina
 

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