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bodi billinterview mit allen

„Alles ist Möglich“ war euer Anspruch als ihr begonnen habt Musik unter dem Namen Bodi Bill zu formulieren. Wie hat sich dieser Anspruch im Laufe der Zeit verändert, denn im Grunde ist das zwar eine schöne Sache sich kurz vor dem Chaos alles offen zu halten, doch bei der Umsetzung spielen ja auch immer eine Menge Kompromisse eine Rolle.
Prinzipiell ist immer alles möglich, sonst wäre das Leben langweilig und abgeschlossen. Die Kunst besteht darin, eine Auswahl zu treffen und eine Vison zu verfolgen. Je stärker uns das gelingt, desto klarer wird auch der Weg durch das Chaos.

Wie wichtig ist für euch in diesem Zusammenhang das Ausloten von Grenzen und in welchen Momenten seht ihr das selbst in eurer Musik?
Die Grenzgebiete sind eben die Spannendsten. Da, wo unbekanntes Terrain beginnt, lassen sich noch Entdeckungen machen. Das ist in der Musik genauso wie in der Wissenschaft. Im Falle unserer Musik heisst das, sich nicht auf bekanntes zu verlassen, sondern das Unentdeckte zu fordern, das nur durch ein Spiel mit den Grenzgebieten entstehen kann.

Als was begreift ihr das Genre Elektro? Eher als Anhaltspunkt oder doch als Fundament eurer Musik?
Wir leben im elektronischen Zeitalter, dessen Herausforderungen darin liegen, mit den neuen Kommunikationsformen umgehen zu lernen und gleichzeitig aber eine viel stärkere Hingabe an das ganz Reale, nämlich unsere Erde fordert. Diesen Bezug versuchen wir auch musikalisch umzusetzen. Es reicht eben nicht, seine mails zu checken und sich videos im Internet anzuschauen.

Euer neues Album „Next Time“ erscheint nur ein Jahr nach dem Debüt. Das ist nicht unbedingt üblich. Wie kam es dazu und wann habt ihr zwischen den Konzerten Zeit gefunden ein neues Album aufzunehmen?
Viele Ideen waren bereits vorhanden und wollten eine finale Form erhalten. Wir haben viel gearbeitet, uns im Sommer etwas Zeit genommen, neue Ideen zu entwickeln und haben diese dann im Winter fertig gestellt. Wir sind halt produktiv und schlafen nie, hihi!

Wie waren die Aufnahmen, wie war der Druck nach einem hochgelobten Debüt den Nachfolger aufzunehmen und wer ist bei euch für was zuständig (wenn man das überhaupt sagen kann)?
sicher haben wir unsere eigene Messlatte hoch gesteckt, wollten weiter gehen, konsequent sein mit den Grundlagen, die wir beim ersten Album gelegt haben und ein eigenständiges Werk hinlegen. Aufgaben gibt es viele. Wir haben das Album zu dritt produziert , Anton ist unser Frequenzohr, Fabi, der Visuelle und Alex, der Vielharmoniker.. eigentlich machen wir zusammen Musik.

Welche Rolle spielt für euch der Gesang?
eine entscheidende, weil er das direkteste Instrument ist.

Ihr bedient mit eurer Musik nicht gerade den Mainstream. Ihr steht sozusagen zwischen den Stühlen. Wahrt auf der einen Seite den Elektro, geht aber auch viel weiter und hängt diesen einmal mehr, einmal weniger ab. Welche Einflüsse würdet ihr sagen, stehen euch neben dem Elektro zur Seite?
Irgendjemand muss ja mal wieder was anderes machen. schmunzel

„Next Time“ nimmt den Hörer tiefer in eurer Welt, die durchwegs verschlungener und auch melancholischer ist als das noch auf „No More Wars“ war. Mit unter wird es gar zappen duster. Wie kam es zu dieser Intensivierung?
Das ist die logische Konsequenz aus dem Vorgängeralbum. Der kindliche Wunsch, dass die Welt gut werden könnte, hat sich in dem einen Jahr nicht erfüllt, aber wir hoffen, dass es beim nächsten mal klappt.

In meinen Ohren klingt eure Musik, wie der Versuch der Gegenwartsmusik ein anderes Gewand anzuziehen. Oder anders gesagt, wie der Versuch einfach mal etwas anders zu klingen, ohne dabei den Menschen mit der Avantgarde vor den Kopf zu stoßen. Wie seht ihr das?
Ja, bei "Avantgarde aktuell" fallen einem ja die Ohren ab und trotzdem brauchen wir eine Erneuerung der Musik, die sich auf die Jetztzeit bezieht. Diese ganzen Retrowellen gehen uns ziemlich auf den Kranz, wenns nur stupide kopiert wird. Egal ob retrosoul, Retropunk, retrorave, 80er, 90er revivals. aber wir ehren die Anfänge, um von ihnen zu lernen.

Ein wichtiger und zentraler Punkt bei Bodi Bill ist die Umsetzung der Musik auf der Live Bühne. Wie verhält sich das Publikum bei eueren Auftritten und wie kann man sich ein Konzert von Bodi Bill vorstellen?
Viele Leute kennen jetzt das erste Album, singen mit, tanzen, wir tanzen na und dann fliegen auch mal Schlüpfer Grösse XXL auf die Bühne. dann wird clownesker Krach gemacht und kammermusikalisch wieder eingefangen.

Zum Abschluss würde mich noch interessieren welches Verhältnis ihr zu Kaffee habt?
MATE

21.05.2008 // tore
 

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