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pitchtunerInterview mit johannes marx

bei dieser band geht einiges. gerade ist ihr 3. Album „riding the fire“ (VÖ 11.01.08, doxa records) erschienen. die release-party im berliner bang bang club wurde in beeindruckender manier über die bühne gebracht und nun geht es wieder auf tour. mit über 400 live-konzerten in den vergangenen 6 jahren fühlt sich pitchtuner auf der bühne wohler als im eigenen wohnzimmer und der besucher jener konzerte tut es auch. wir sprachen mit dem sänger und mastermind johannes marx über das neue album und das konzept pitchtuner.

wie kam es dazu dass euer drittes album „riding the fire“, euer erstes studioalbum ist?
angefangen hat die platte eigentlich mit dem umzug der band von dresden nach berlin. dort sind wir ziemlich schnell mit moses schneider in kontakt gekommen. er produziert bands wie beatsteaks, tocotronic und seeed. nachdem ich ihm vor drei jahren die ersten ideen für die platte gegeben hatte, hat er uns vorgeschlagen mit ihm ein demo aufzunehmen. die zwei vorgängeralben sind immer zu hause entstanden und dadurch hat der elektronische anteil der musik von pitchtuner immer ein sehr großes gewicht gehabt. moses hat uns dann im studio vorgeschlagen die aufnahmen als band einzuspielen. wir standen also mit gitarre, bass und schlagzeug im studio und der elektronische anteil kam nur über die anlage. wir haben also endlich mal als klassische band zusammen ein album eingespielt und damit das konzept pitchtuner eingefangen. davor war das immer ein komisches verhältnis zwischen band und den aufnahmen, da vieles getrennt von einander eingespielt und der elektronische anteil hinzugefügt wurde. das hat irgendwie nie so richtig funktioniert. schlussendlich entstand dann aus den demoaufnahmen mit moses das album „riding the fire“

ihr habt „riding the fire“ bereits ende vergangenen jahres nach den konzerten verkauft und auch zuvor waren die songs via itunes zu kaufen. wie kam es zu dem scheinbar späten veröffentlichungstermin mitte januar?
als wir im studio fertig waren, haben wir uns gedanken gemacht wie wir das album veröffentlichen wollen. es hatte jeder mitbekommen, dass es gerade im label- und vertriebsbereich drunter und drüber ging. radiohead hatten ihr album „in rainbows“ ganz ohne label veröffentlicht. wir haben uns entschlossen die platte über unser altes label doxa records herauszubringen. wir wollten diesmal aber selbst mehr an der veröffentlichungsarbeit teilhaben. wir machen viel promotionarbeit, schreiben magazine an und sind dadurch mehr involviert. darüber sind wir sehr froh, da wir viel mehr in kontakt mit den leuten stehen, feedback bekommen und viel eher verstehen, wie vieles in diesem bereich funktioniert. deshalb war der erste release bereits im november 2007. soll heißen man konnte die platte bereits via itunes und bei konzerten erwerben. unser label doxa records hatte aber seinen vertrieb über hausmusik organisiert. durch die sehr bedauernswerte insolvenz von hausmusik mussten wir einen neuen vertrieb finden. deshalb kam es zu dieser verzögerung und dem veröffentlichungstermin am 11.01.2008. eigentlich die gleiche geschichte wie bei unserem zweiten album „spiny lure“ damals hatte der vertrieb ebenfalls konkurs anmeldet.

auffällig auf „riding the fire“ ist die harmonischere verbindung des programmierten elektronischen teil mit den treibenden beats v.a. durch gitarre und schlagzeug. kann man diese bereiche überhaupt verbinden und harmonisieren ?
eigentlich ist das der weg von pitchtuner. als wir angefangen haben, ganz am anfang 2002, war es eher so ein experiment, elektronische und bandmusik zu verbinden. wir drei kamen eher aus dem bandkontext und die elektronische komponente war daher relatives neuland für uns alle. und in der entwicklung von pitchtuner wollen wir dass elektronik und band immer mehr zusammenwachsen. so dass die band frei spielen kann aber trotzdem die elektronischen sounds und die dadurch bereitgestellte vielfalt nutzt. und dieses zusammenzubringen ist die idee von pitchtuner. über die vielen auftritte und über die jahre und der dadurch entstanden entwicklung, kommen wir dem immer näher. deshalb glaub ich auch dass auf dem weg dahin noch ein bis zwei alben als ausblick im raum stehen. ich hab noch so viele ideen und man kann vieles noch besser machen.

besonders hervorzuheben ist der letzte song „pop komm komm“. eine 6:30 minuten ansage in der sich alles verbindet von beat-gitarren-riffs, treibenden elektronischen beats und dem shouten der sängering miki. vereint dieser song alle elemente der band pitchtuner?
das ist eigentlich einer unserer ersten stücke. der pop-komm-song ist eigentlich schon 4 jahre alt, aber wir hatten nie die möglichkeit den song so aufzunehmen. Ich hatte versucht ihn schon auf unserem zweiten album festzuhalten. aber es hat leider nicht funktioniert, wegen den beschränkten möglichkeiten. wir haben den song moses vorgespielt und er war sehr begeistert. wir spielen den song auch wieder live und es macht sehr viel spaß. das ist eine seite von pitchtuner, die immer da sein wird, mal mehr, mal weniger. der song ist einfach eine basis von uns, von der wir sicher sein können dass sie richtig funktioniert. als band probiert man sich immer aus und versucht die gegeben möglichkeiten bestmöglichst auszunutzen. geht mal in die einen musikalische richtung, mal in die andere. aber ich glaube songs bzw. tracks wie „pop komm komm“ werden immer die basis bleiben von der wir starten.

der name pitchtuner ist vielen menschen durch die zahlreichen auftritte ein begriff. die präsenz auf der bühne und eure energie bleiben im gedächtnis. soll dieses album dafür sorgen dass auch eure musik in ihrer art auf vinyl oder von CD in zukunft mehr beachtung erhält?
es ist der ehrlichste weg über konzerte seine musik vorzustellen, weil man am ehesten die regler in der hand hat. die ziele der musik können dadurch am besten verwirklicht werden. die ersten zwei alben waren im bezug auf die aufnahmen etwas anderes als die band live. da war eine sehr große differenz zwischen dem sound auf platte und dem live erlebten. mit „riding the fire“ sind wir einen ganz großen schritt nach vorne gekommen. die aufnahmen spiegeln die band besser wieder und geben eine bessere idee vom live-erlebnis. sollen aber auch dafür sorgen dass uns die menschen mehr über die aufnahmen kennen lernen. deshalb bleibt auch unser ziel, uns bei den aufnahmen als band einzufangen. ich finde eine band sollte live das gleiche sein wie auf platte. wie ein spiegelbild. bisher war dieses spiegelbild sehr verzehrt, aber jetzt wird es klarer und soll dadurch auch die möglichkeiten geben andere seiten der band zu zeigen.

04.02.2008 // bene
 

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