get well soonInterview mit Konstantin Gropper
Zu allererst: Wie fühlst du dich. Die Presse überschlägt sich ja jedes Mal wenn sie nur den Namen "Get Well Soon" in den Mund nimmt. Ist das nicht irgendwie eine seltsame Situation?
Ist schon seltsam. Aber es freut mich natürlich auch. Eine Reaktion in dieser Form hätte ich nicht erwartet. So richtig erklären kann ich es mir auch nicht, aber das Album scheint irgendwie zum richtigen Zeitpunkt zu erscheinen.
Wie und vor allem wo würdest du selbst deine Musik einordnen?
Ich versuche ja das Einflussspektrum auf Get Well Soon recht breit zu halten, deshalb fällt es schwer die Musik einzuordnen. Wo? Ich höre immer, meine Musik würde alles andere als deutsch klingen. So sicher bin ich mir da gar nicht. Natürlich habe ich verschiedene folkloristische Einflüsse darauf und meistens ist es keine deutsche Folklore, aber die Haltung, die die Musik einnimmt, ist in der deutschsprachigen Kulturgeschichte ja nicht fremd. Ernst, kritisch, melancholisch, vielleicht sogar teilweise romantisch. Geographisch ist die Musik auch recht breit gefächert. Mit einem Fuß im Indierock, mit dem anderen in der Klassik und Folklore.
Das Debütalbum über ein so renommiertes Label wie Cityslang zu veröffentlichen ist ja schon allein eine ziemlich Ehre. Wie kam es denn dazu?
Das Album ist eigentlich schon weit über ein Jahr fertig. Seitdem stehen wir in Verhandlungen mit verschiedenen Labels. Am Ende hatte ich den Luxus aus einigen meiner persönlichen Lieblingslabels wählen zu können, und obwohl CitySlang ziemlich spät dran waren, fand ich dass ich da am besten hinpasste. Es mussten erst einige Empfehlungen von allen möglichen Seiten gemacht werden bis CitySlang auf uns zukam.
Du hast schon als Kind im Alter von 5 Jahren Cello gelernt, später den Schlagzeug und Gitarre. Wie würdest du diese Erfahrungen einordnen und in wie weit haben sie dir bei deinem Debütalbum geholfen?
Musik war in meiner Kindheit wirklich omnipräsent. Deshalb war es nur selbstverständlich, dass ich all diese Instrumente lernte. Ich musste auch nicht gezwungen werden. Ich glaube schon dass diese klassische Sozialisation mein heutiges Musikverständnis beeinflusst hat und somit auch Get Well Soon. Man könnte sagen ich habe mich beim Debutalbum wieder auf sie besonnen nach all meinen Experimenten in Rock, Elektronik und Pop.
Würdest du, wenn du Vater wärst, einen ähnlichen Weg der musikalischen Erziehung eingehen?
Ich glaube meine Kinder werden nicht drum herum kommen. Ich schätze den elterlichen Einfluss als sehr groß ein, so lange er nicht erzwungen ist. Ich bin auch zufrieden mit meiner Erziehung. Ich mache zwar keinen Sport im Moment und habe auch generell keinen Ehrgeiz im sportlichen Wettkampf oder großes Interesse an Naturwissenschaften, aber das finde auch nicht weiter schlimm. Ich komm schon zurecht.
Welche Instrumente hast du bei den Aufnahmen selbst gespielt? Die Trompete hat ja deine Cousine eingespielt, oder?
Mein Cousin hat die Trompete gespielt und meine Schwester die Violine. Gesungen hat sie auch. Eine weitere bezaubernde Frauenstimme hat Wallis Bird geliefert, aber den Rest habe ich selbst eingespielt bzw. programmiert. Ein echtes Schlagzeug ist auf dem Album nicht zu hören.
Auf der Bühne wirst du von einer siebenköpfigen Rockband begleitet. Birgt das nicht die Gefahr, dass die Zerbrechlichkeit einzelner Tracks darunter leidet?
Ich glaube nicht. Man muss nur wissen, wie man die sieben Köpfe einsetzt, zumal das Live-Klangbild eher reduzierter ist als auf Platte. Weil ich auf dem Album alleine Spur über Spur geschichtet habe, ist es am Ende recht voll geworden. Mit weniger als sieben Personen auf der Bühne hätte ich schon meine Probleme dem Album gerecht zu werden.
Du bist vor kurzem nach Berlin gezogen. Wie sind deine ersten Eindrücke und Empfindungen?
Für mich persönlich ist es eigentlich nicht so wichtig wo ich bin, solange ich die richtigen Leute um mich habe. Aber Berlin ist auf jeden Fall eine tolle Stadt und ich als Landei bin momentan noch etwas erschlagen vom kulturellen Überangebot. Deswegen bin ich hauptsächlich zu Hause bzw. bin ich eh die ganze Zeit in Sachen Get Well Soon unterwegs. Das ist in Berlin natürlich auch von Vorteil. Die meisten Promo-Termine lassen sich "zu Fuß" machen.
Zu guter Letzt eine etwas andere Frage. Und zwar würde uns interessieren wie dein Verhältnis zu Kaffee ist?
Grundsätzlich habe ich ein gutes Verhältnis zu Kaffee. Ich versuche eher den Konsum etwas einzudämmen wegen meiner momentanen "Durchschlafstörungen". Ich habe mir eine recht professionelle Espressomaschine gekauft, deren Name ich jetzt hier nicht nennen kann. Ansonsten bin ich ein Fan des Handfilters. Morgens Handfilter. Mittags Espresso.





















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