Someone Still Loves You Boris YeltsinInterview mit Philip Dickey und Will Knauer auf dem immergut
Ihr seid aus Springfield. Das ist nicht Simpons - Springfield, oder?
Philip: Ist es eigentlich, ja. Wir haben eine Atomkraftanlage neben dem See, viel Umweltverschmutzung, was noch? Da ist ein reicher, alter Mann, wie Mister Burns, der sich selbst sehr mag und Statuen von sich selbst in der ganzen Stadt aufstellt. Das ist ein bisschen wie Simpsons-Springfield. Ich denke fast jeder Ort in Amerika funktioniert so. Wir haben nur den Namen.
Ich denke da sind schon eine Springfields in Amerika, oder?
Philip: Ja, da sind 17.
Wie habt ihr euch gegründet?
Philip: Will und ich trafen uns bei einer SuperBowle-Party, in der frühen High school. Wir waren 15 oder 16. Wir machten Sport und dann war da ein Punkt an dem wir beschlossen, dass wir stattdessen Musik machen wollen. Einfach weil es eine spaßige Sache zu tun ist. Wir wohnen in einer kleinen Stadt. Es ist einer dieser Orte, wenn du dort Spaß haben willst, dann musst du selbst Dinge dafür finden. Und diese Band war immer ein Weg zusammen Spaß zu haben. Rum zuhängen und einfach was zu machen.
Also, seid ihr alle zu der gleichen High school gegangen?
Philip: Nein, verschiedene High schools. Will´s erste Freundin, war eine meiner Freunde von der Junior High an. Sie machte mir immer wirklich coole Mixtapes, mit The Germs und Sonic Youth und solcher Musik. Sie stellte mich Will vor und ich dachte er ist cool und ich wollte in seiner Band sein. Dann hat sie ihn sitzen lassen, weil sie dachte er wäre blöd. Und dann wollte ich mehr mit ihm rumhängen.
Welche Musik haben eure Eltern angehört?
Will: Größtenteils die Beatles und REM, Chuck the Monkey. Philip: Will´s Vater hat eine unglaubliche Musiksammlung. Wir gehen sie noch immer fast jeden Tag durch und finden coole Sache. Ich mag es rüber zu gehen und sie anzuhören. Er ist cool, er mag gute Musik. Und deine Mutter denkt sich immer Musik aus. Und meine Eltern hörten gute Sachen, als sie in der High school waren. Sie mochten die Beatles und so was. Aber meine Eltern mögen christliche Musik. Ich bin so aufgewachsen viel in die Kirche zu gehen. Als ich klein war wollte ich so sehr in der Kirchenband spielen. Ich habe den Kassettenrecorder mit zur Kirche genommen und die Song aufgenommen, die sie dort sangen und hab sie dann zu Hause angehört. Weil ich Musik so sehr mag. Sogar so was, das ist ätzend.
Was für Musik habt ihr gehört, als ihr die Band gründetet?
Will: Nirvana, ziemlich viel. Ich habe eigentlich nur wegen Nirvana angefangen Gitarre zu spielen.
Philip: Ich auch.
Will: Der erste Song, den ich überhaupt gelernt habe war über ein Mädchen.
Philip: Wir haben alle Nirvana-Songs gelernt.
Will: Wir mögen Nirvana noch immer.
Philip: Ich denke wir hatten alles über sie vergessen. Oder ich zumindest. Und dann haben wir letztens wieder angefangen viel über Nirvana nachzudenken und reden die ganze Zeit darüber.
Aber ihr hört euch nicht wie Nirvana an.
Will: Nein. Meine alte Band hat sich so angehört.
Philip: Nirvana ist eine dieser Bands, wenn du versuchst wie sie zu klingen, hörst du dich so dämlich an. Ich denke sie waren die einzige Band, die wirklich diesen Sound spielen konnte. Seine Stimme, und die Art wie der Bassist spielte. Immer wenn eine Band versucht, wie Nirvana zu klingen, das ist so billig.
Was hört ihr noch so?
Will: Ich höre im Moment nicht viel Musik.
Philip: Wir mögen viel Musik aus unserer Heimatstadt. Wir kaufen nicht viel neuen Musik oder bleiben auf dem Laufenden darüber. Letztes Jahr hab ich vielleicht zwei oder drei CD´s gekauft, die letztes Jahr raus kamen. Ich mag sehr die neue Phoenix-CD vom letzten Jahr.
Will: Ich hab das neue Sonic Youth Album gekauft.
Magst du auch Free Kitten?
Will: Nicht so sehr.
Philip: Ich mag das Album-Cover. Und den Bassisten, er ist cool.
Was denkt ihr denn dann, was eure Musik beeinflusst?
Will: Die Beatles und Nirvana.
Nun muss ich wohl kurz zusammenfassend erklären, was Philip uns im Folgenden erklären möchte. Es fiel ihm sehr schwer es zu versprachlichen, also werde ich dies jetzt, hoffentlich in seinem Sinne, versuchen. Wir alle kennen Situationen, in denen wir uns wohl fühlen, geborgen. Zu diesen Situationen wollen wir einen kleinen Soundtrack haben, der uns immer wieder an diese Situationen, oder auch Momente, Orte oder Menschen erinnert. "Ein Soundtrack zu etwas. So will ich, dass unsere Musik sich anhört." Eine schöne, eine gutgemeinte Ambition. Und doch zweifelt der Sänger schon im nächsten Moment an sich selbst: "Ich denke nicht, dass wir je einen Anthem-Song aufnehmen werden, den eine Million Leute toll finden... Als wir da draußen waren heute, mit all den Menschen... Guck uns an. Wir alle kamen in diesen kleinen Wohnwagen zurück und wollte uns hinsetzen. Ich denke wir mögen es alleine zu sein." Und dann erinnert er sich an seine Heimat: "Da ist ein Feld in Springfield, das wir sehr mögen. Oder ein Baum, der über dem See hängt und ich mag es dorthin zu gehen. Und das ist wie sich unsere Musik anhören soll, wie das aussieht." Er möchte ergreifende Popsongs schreiben. Ohrwürmer, die als Soundtrack für etwas Besonderes fungieren. Er mag an sich zweifeln, aber das Stück "Oregon Girl" von der aktuellen Platte ist schon ein catchy tune. Etwas mehr Selbstvertrauen, der Herr, bitte!
Schreibt ihr die Musik dann für euch selbst oder für die Zuhörer?
Will: Ich schreibe die Musik für mich selbst. Ich schrieb Songs darüber, wie ich dachte wie sich Sachen an fühlen, wie es wäre unter dem Meer zu sein oder wie es wäre auf dem Mars zu sein und so was. Ich habe in der letzten Zeit nicht viel geschrieben, aber es ist meistens über die Situationen in denen ich bin und wie ich mich fühle. Ich denke dabei nie "Die Leute werden das mögen..."
Hört ihr euch eure Musik an?
Will: Ob wir unsere Alben anhören? Nein.
Philip: Ich hab es teilweise gemacht, als das erste Album raus kam. Ich mag es wirklich, es in verschiedenen Umgebungen anzuhören, um mich zu erinnern. Für mich ist es fast so, wie ein Tagebuch zu schreiben. Für eine Weile weißt du alles und du schaust es dir vielleicht an. Und es ist manchmal lustig in der Zeit zurück zu gehen. Das ist es, was es für mich bedeutet. Am Anfang habe ich es wirklich viel angehört, aber das war auch, wer ich damals war.
Seid ihr mit eurer Musik zufrieden?
Will: Ja. Ich bin froh, dass die Leute sie mögen.
Philip: Manchmal verwirrt es mich, weil wir die Musik nicht mehr viel anhören. Es ist seltsam diese Songs zu spielen. Aber womit ich zufrieden bin ist, dass die Songs den Zeitraum reflektieren, indem sie geschrieben wurden, wie wir die CD aufgenommen haben und all das. Das ist womit ich zufrieden bin.
War es schwierig einen Produzenten zu finden?
Will: Wir haben keinen.
Philip: Wir machen alles selbst. Ich verstehe Produzenten einfach nicht. Eine Band, die sich gut damit fühlt ihren eigenen Sound zu finden und es genießt die Musik zu machen. Ich denke das ist Teil des Prozesses. Ich verstehe nicht warum sie es an jemanden weiter geben sollten, um ihm zu sagen, er solle die Lieder besser machen. Für mich ist ein Teil des Prozesses die Stücke zusammen zufügen. Und wenn jemand aus Chicago, oder New York oder sogar Springfield kommen würde, würde es die Songs für mich weniger real machen. Wenn wir nicht alles selbst machen, dann sind es nicht wir. Dann ist es jemand anderes.
Will: Jemand anderes weiß nicht, wie wir uns fühlen.
Philip: Jetzt wo ich darüber nachdenke macht es mich wirklich sauer. Wir waren so lange auf Tour und ich denke wir sind alle gespannt unser normales Leben weiterzuführen. Und ich denke dann sind wir wieder bereit dazu uns jeden Tag zu sehen und zusammen zu arbeiten und ein Album zu machen. Musik darüber wie wir uns fühlen und über die Erfahrung, die wir gerade gemacht haben. Fast wie eine professionelle Band zu sein und zu touren. Wir hätten nie gedacht, dass das passieren würde. Da waren einige gute CD´s in unserer Heimatstadt, die dort nicht wirklich raus kommen.
Will: Wir haben es nicht gemacht, um damit berühmt zu werden. Wir haben die Musik für uns selbst, unser Familien und unsere Freunde gemacht. Wir waren wirklich überrascht, dass Leute es mögen. Angefangen haben uns zu emailen. Es ist größtenteils das Internet, dass uns bekannt gemacht hat. Wir haben es aus Spaß aufgenommen. Wir haben uns vorgestellt, wie es wäre unterwegs zu sein und Shows zu spielen, aber wir haben nicht wirklich daran geglaubt.
Philip: Es hat Spaß gemacht, darüber nachzudenken. Einfach, weil jeder kleine Teenager träumt davon in eine Band zu sein und Interviews zu geben. Sogar das hier!
Will: In meiner High school-band haben wir immer vor wenigen Leuten gespielt und ich hab dann immer meine Augen geschlossen und mir vorgestellt, ich würde vor vielen Leuten spielen.
Philip: Und wenn wir jetzt vor vielen Leuten spielen, schließe ich meine Augen und stelle mir vor es wären nur ganz wenige.
Habt ihr mal vor einem sitzenden Publikum gespielt?
Will: Ja, wir haben immer in dieser Kunstgalerie gespielt, in unserer Heimatstadt, und die Leute kamen mit Stühlen und saßen während dem Auftritt. Wir haben viel besser gespielt. Es war ein bisschen leiser und die Menschen haben nicht getanzt.
Mögt ihr es wenn die Leute sitzen?
Will: Ich mag beides.
War euer Konzert hier gut?
Will: Ja.
Philip: Es war toll. Ich habe die ganze Zeit gedacht, wenn ich nicht in diesem Zelt wäre, dann wäre ich bei meiner Mutter zu Hause, an einem Samstag, und würde ihr helfen Aufgaben im Haus zu machen . Ich hab wirklich gedacht: " Oh Mann, ich bin wirklich in Deutschland und spiele ein Rock n´Roll Konzert! Das ist verrückt!" Wenn ich in die Menge geguckt habe, haben die Menschen gelacht.





















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