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stephanie doseninterview mit stephanie dosen

kannst du dich an das erste lied erinnern, dass du jemals geschrieben hast. Warum hast du ihn geschrieben und in wie weit unterscheidet er sich zu deinen aktuellen Liedern?
Mein erstes Lied schrieb ich für das Klavier. Ich war damals 6 Jahre alt und es handelte von Wolken und Herzen. Ich denke, dass ich bis heute dasselbe traurige Lied singe, nur das sie heute möglicherweise weniger flauschiger sind.

ich habe gelesen dass du klassische Musik studiert hast. Nach deinem Abschluss hast du als Gesangslehrerin und Chorleiterin gearbeitet. Warum hast du damit aufgehört?
Während ich unterrichtet habe, habe ich Songs geschrieben und vom Reisen geträumt. Unterrichten war auf seine Weise schön, doch ich war immer unruhig, wollte umherziehen und Musik spielen. So musste ich das Unterrichten schließlich beenden um mich auf meine Musik zu konzentrieren. Seit dieser Zeit habe ich jedoch keine Rechnungen mehr bezahlen können.

"A Lily for the Spectre" ist dein zweites Album nach deinem Debüt "Ghosts, Mice and Vagabonds" und zu gleich das erste das über Bella Union veröffentlicht wird. Könntest du uns bitte erläutern wie du bei diesem Label gekommen bist? Ist es richtig das Simon Raymonde deine Lieder bei Myspace.com hörte und daraufhin so begeistert war, dass er unbedingt das Album veröffentlichen wollte?
Ich arbeitete damals in einem Strickladen in Nashville, Tennessee, sang an den Wochenende, trank und beobachtete Eulen unter der Woche. Damals habe ich auf etwas gewartet. Ich war sicher, dass etwas passieren würde, war mir aber nicht sicher was. Dann, in einer eiskalten Nacht kam die Myspace Nachricht von Simon Raymonde. Ab diesem Moment hat sich mein Leben total verändert.

Deine Lieder klingen sehr zurückgelehnt und luftig. Es fühlt sich an, als würden sie ein paar Zentimeter über der Erde schweben. Kannst du uns einen Einblick geben wie du diese Lieder schreibst?
Ich denke, sie entstehen wie alle Arten von Kunst entstehen, aus Emotionen oder aus dem Wunsch heraus zu helfen oder zu heilen. Ein Wunsch steckt in jedem Song. Die einzige Regel die ich befolge ist, dass ich mich stetig vorwärts bewege.

Musst du in einer besonderen Stimmung sein um Lieder zu schreiben?
Die Stimmung kommt meist von ganz allein. Es benötigt nur viel Disziplin damit ich den Computer oder das Videospiel ausschalte bzw. das Telefon beiseite lege um mich in einen stillen Raum meinen Liedern zu widmen. Dann ist die Stimmung meist sehr nahe, ich muss nur erst so weit kommen.

Die Streicher und das Piano schimmern zwischen deinen Stimme und der Gitarre. Zeichnest du dich für dieses Arrangement verantwortlich?
Nein, Simon arrangierte und spielte das Piano und Fiona Brice arrangierte die Streicher. Das habe beide großartig gemacht. ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis.

Gibt es irgendetwas, das dir an deinem Album nicht so gefällt und das du jetzt anders machen würdest?
Es werden immer Kleinigkeiten da sein die ich ändern würde. Die Fehler zu akzeptieren ist etwas das ich noch lernen muss. So wie ich die Tatsachen akzeptieren muss, dass Dinge schmutzig werden, oder Vögel sich gegenseitig fressen. Nichts ist Perfekt.

Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?
Der wechselt ständig.

Zum Schluss noch eine etwas andere Frage. Was fällt dir zu Kaffee ein?
Ich trinke eine halbe Tasse Kaffee mit einem einer halben Tasse aufgeschlagener Milch

13.06.2007 // tore
 

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