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the jakpotinterview mit Matt Watkins

Da sitze ich nun und blicke in die übermüdeten Augen von Matt, Sänger und Gitarrist von The Jakpot. Er sagt er habe nicht viel geschlafen, und ob ich seine Tränensäcke sehen könnte. Trotzdem gibt er sich alle Mühe meine Fragen zu beantworten und spielt dabei mit einer Granini-Flasche Multivitaminsaft. Wir sitzen im Kölner Ibis, am Barbarossa Platz. Ich muss gestehen, nicht besonders angetan zu sein, von dieser Hotelkette, auf den Tischen liegen Essentabletts, was mehr an McDonalds oder eine Autobahnrastätte erinnert, als an ein Hotel. Man fragt sich so ein bisschen, wie der Name "The Jakpot" zustande kam. Auch noch Jakpot ohne c, etwas ungewöhnlich. Der Name ist von Matt´s kindlicher Spielsucht abgeleitet. Als Kind verbrachte er die Sommer mit seinem Großvater, der den Jungen mit zu den Arkaden nahm, wo er ein wenig spielte. Als der mittlerweile erwachsene Matt dann eine Band gründete und sie einen Namen suchten, entschieden sie sich dazu, den Titel eines ihrer Lieder zu nehmen. Und warum nun ohne c? Beim surfen im Internet wurden sie darauf aufmerksam, dass es eine amerikanische Jazzband mit selbigen Namen gibt, und da man nicht kopieren möchte, musste das c weg. Etwas dreist erzähle ich, dass ich alte Freunde aus Birmingham nach The Jakpot fragte, mir aber ausschließlich gesagt wurde, man habe nie von dieser Band gehört. Matt erklärt mir, man habe sich in England größtenteils nur auf Manchester, wo sie leben, und auf London konzentriert. In England gibt es eine starke Underground-szene, wie Matt mich erinnert. Manchester zum Beispiel, hat eine sehr große Musikszene, in der es nahezu jede Nacht fünf bis sechs Konzerte gibt. Wie auf einem Treppchen müssen die Bands sich hoch spielen. Es fängt mit Konzerten in Pubs an, und endet manchmal auf dem Cover einer Musikzeitschrift. Die Bands müssen viel selbst managen, Eigenpromotion ist hier das Stichwort. Oft haben Bands schon tausende von Fans, bis mal ein Produzent oder gar ein Label auf sie aufmerksam wird. Doch die meisten Bands die es bis dahin geschafft haben, sind in der Folge erfolgreich. Matt ist besonders angetan von Deutschland. Der gestrige Gig war schon der neunte, aber leider nicht der best besuchteste. "Die Holloways haben gestern gespielt, oder? Das sind Bastarde!", meint er dazu. Gefragt, warum sie denn nicht auch in, zum Beispiel, Frankreich oder Italien spielen würden, gibt er als Grund an, Deutschland so zu mögen. Und das obwohl der derzeitige Deutschlandaufenthalt von einigen Pannen überschattet wurde. Kabel am Auto rissen, Reifen gingen verloren, sie standen Ewigkeiten im Stau, Matt wurde von Ameisen gebissen und erlitt bei einem der Konzerte einen Stromschlag vom Mikro, weswegen ein Kondom, Geschmacksrichtung Pfefferminze, auf das Mikro gezogen wurde. "Nicht die beste Erfahrung", erklärt er mir und fügt hinzu "Ich hab mich wie Elton John gefühlt!" Das glaubt man sofort. Zur Zeit schreibt die Band an einem Debut-Album und hofft es Ende des Jahres raus bringen zu können. Die Einflüsse sind vielfältig und ziehen sich von 80er Musik, über the Clash bis hin zu neueren Sachen. Auch Rammstein sind dem Sänger ein Begriff, aber da wären gar keine Texte, meint er. Für das Album gibt es eine große Auswahl Lieder, so dass die Entscheidung, welches auf das Album darf, und welches nicht, schwierig werden könnte. "Ich möchte ein paar fröhliche und ich möchte ein paar ruhige Lieder darauf haben" Dann ist die Zeit auch schon um und steigt in ein Taxi, um zum Tourtransporter zu kommen, der noch vor dem Tsunami, wo sie in der vorherigen Nacht spielten, steht. Au revoir und ein wenig Schlaf bleibt einem da nur zu wünschen

28.04.2007 // tamara
 

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