surroundedinterview mit Marten Rydell
Eure neue Cd "The Nautilus Years" hört sich an wie jemand der durch den Nebel geht, nach etwas sucht, was er nicht kennt und es am Ende findet. Ich meine, die CD fängt schwierig an und auf eine besondere Art, sehr laut und geräuschvoll. Von Song zu Song wird es mehr und mehr Pop und die Struktur wird deutlicher. Wie siehst du das? War das geplant oder siehst du das vollkommen anders?
Nein, ich kann nicht sagten, dass es absichtlich geplant war, aber es ist interessant einen anderen Blickwinkel darauf zu erfahren. Die Folge der Lieder auf einer Platte ist dennoch sehr, sehr wichtig und es kostete uns einige Zeit sie in eine Reihenfolge zu bringen, die sich natürlich und passend anhört, auch wenn es zu verschiedenen Tonarten kommt. Dieses Album ist vielleicht einfacher zu erfassen, früher als "Safety in Numbers", da es mehr Songs beinhaltet, die direkt und ziemlich schnell sind. Der Zehnminüter "Human Pelagic" ist doch einer der Songs, welcher am meisten an eine persönliche Reise erinnert (neben dem Eröffnungstrack "21st Cebtury Paradise Traveller", dessen Reise kurvenreicher ist) und am nahesten zum Albumtitel. Für mich ist ein sehr aussöhnender Teil Arbeit, über eine Person, die irgendwie am Ende ihr/sein eigenes Selbst findet und akzeptiert, in der oft vermischten Außenexistenz. Es fühlte sich grausam und logisch an es dort zu platzieren, wo es ist.
Was bedeiutet der Name "The Nautilus Years" für dich? Wünscht du dir die Tiefen des Meeres zu erkunden, die Dunkelheit und das Leben, welches darin lebt?
Ich denke es war ein Arbeitstitel der dem Wesen aller Songs am besten Ensprach. Er erinnert mich an einen Novellentitek, in vielerlei Hinsicht, und es hat ein farbenprächtiches Spektrum an Interpretationen für jede, das Album erlebende, Person. Es genau zu definieren wäre eine harte Sache, für mich ist es mehr eine Geistesverfassung. Aber natürlich hat es mir dem menschlichen Leben in seinen geschlossenen Bereichen zu tun.
Nachdem Euer Album fertig gestellt ist, gibt es etwas, dass ihr gern anders gemacht hättet? Oder war der Prozess Lieder zu schreiben und sie aufzunehmen für euch perfekt?
Ich denke ich bin ehrlich, wenn ich sage wir sind vollkommen zufrieden mit dem Letztendlichen Ergebnis, wenn man unsere Mittel, Studiozeit usw in Betracht zieht. Wir neigen dazu uns selbst sehr, sehr stark unter Druck zu setzen, wenn dazu kommt sogar die kleinsten Teile jedes Liedes genau zu betrachten, hinterher nichts zu bereuen. Es ist wie: " OK, wir haben getan, was wir dieses Mal konnten, es wird nicht besser werden, oder schlechter." Das ist es, Fall abgeschlossen." Aber, dieses perfektionistische Verhalten macht dich zwischendurch immer mal wieder verrückt, und du lernst nie wirklich wann man aufhören muss.
Warum versteckst du deine Stimme hinter den verschiedenen Effekten? Auf dem Album passt es perfekt zwischen den Klang der Instrumente. Willst du einen vollkommenen und homogenen Klang erzeugen, oder willst du die Texte verdeutlichen, welche sich auch manchmal (hinter Bildern) verstecken?
Ich wurde diese Frage viele Male zuvor gefragt, besonders von Leuten die an annehmen oder vermuten es wäre eine Art Trick. Aus meiner Sicht könnten sie nicht falscher liegen. Was du von einem besonderen Song erfährst, wenn du ihn als das anhörst was er ist, ohne Vorurteile, ist eine Art von Wesen und eine bestimmte emotionale Botschaft. " OK, da ist es, da hast du es." Du musst dich um die stärkste mögliche Wirkung bemühen und aus irgendeinem Grund haben wir oft beschlossen meine Stimme mit ein bisschen Bass darin zu halten. (es ist einfach EQ-ed, nur bei manchen Stücken haben wir Verzerrungen hinzugefügt, keine Effekte) nur damit es Emotionen auf einer zerbrechlicheren und bewegenderen Ebene vermittelt. Aber ich schätze du hast Recht, es hat auf allen Ebenen viel mit der Integration und Homogenität zu tun, die Stimme miteinbezogen.
Deine Texte sind melancholisch und manchmal traurig. Über ihnen schwebt aber immer ein kleiner Funken Hoffnung. In dem Lied "Short Red Blinks" singst du "am Horizont blinkt etwas". Glaubst du da ist Hoffnung an die wir glauben können?
Obwohl ich meine Texte als sehr wichtig empfinde, am meisten für mich selbst, versuche ich nicht sie zu "überanalysieren", verstehst du? Ich füge die Wörter immer nach der Melodie zusammen, die Akkorde und Ausdrücke sind beschlossen. Auf diese Weise weiß ich nie wo es enden wird und das ist weswegen es so bestärkend und eigentlich unterhaltsam ist. (lacht) Ich schätze wenn du sie als Poesie liest, werden sie dunkler und pessimistischer, verglichen damit gesungen und von Instrumenten begleitet zu werden. Das ist wenn es vielleicht schön wird, wenn du die richtige Bildhaftigkeit, die richtige Metapher, Anordnung usw gefunden hast. Wenn Traurigkeit etwas Erheiterndes wird, anstatt etwas, das den Zuhörer runter zieht. Wenn du das erreichen kannst, dann musst du sehr, sehr zufrieden sein mit dem was du erschaffen hast. Nach vielen Jahren des Schreibens denke ich das ist einer der Wege mit all den Dingen zu Recht zu kommen die mich ankotzen und meinen Depressiv-Knopf drücken. Von der Tatsache abgesehen, dass alle Dinge vorbei gehen müssen, ist da draußen so viel Elend, und ich rede hier nicht über die offensichtlich sichtbaren Probleme denen die Welt gegenübertritt. Manchmal denke ich ist es Trost den wir brauchen, mehr als Hoffnung.
Wenn du jemandem eure Musik erklären müsstest, der eure Songs nicht kennt, welche Worte würdest du wählen?
Wie wäre es mit "Kopfhörer-Core"? (lacht) ( Nicht mein Zitat, von einem englischen Kritiker...) Natürlich hängt es davon ab mit wem du redest, aber ich schätze launisch, langweilig, üppig und denk-anregend wären passende Adjektive. Etwas was mich wütend macht ist wenn die Musik/das Album gänzlich als eine Art gemütlicher "Cill-out-record" abgestempelt wird. And hat man entweder nicht zugehört oder zwischen den Zeilen gelesen, oder zu wenig Zeit damit verbracht.
Last but not least, trinkst du Kaffee, oder welches Verhältnis bindet dich an dieses Getränk, wenn da eine ist?
Ich bin total süchtig, acht Tassen am Tag!





















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