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a hundred times belovedinterview mit felix und pacult

Als ich euer neues Album das erste Mal gehört habe, fand ich mich selbst tauchend in der antarktischen See wieder. Tiefes Blaue und bizarre Lichtspiele der durch das Eis dringenden Sonne. Bei zweiten Durchlauf saß man dann plötzlich in mitten eines Schneesturms mit nichts an außer euren Liedern. Gefroren habe ich aber zu keinem Zeitpunkt. Ein Umstand der euer Album über die ganze Zeit auszeichnet. Popmusik, die zwar aus vielen kalten Momenten und vor allem Sounds besteht, aber immer so viel Herz in sich trägt, das man ständig an eine warme Umarmung eines geliebten Menschen denkt. Habt ihr an solche Bilder gedacht, als ihr das Album geschrieben und aufgenommen habt?
Felix: Nein. Wir waren selbst sehr gespannt auf die Reaktionen der Presse, aber ich habe keine konkreten Vorstellungen beim Aufnahmeprozess gehabt, wie das Album wirken soll oder könnte. Erst nach dem Beenden der Aufnahmen kamen mehr und mehr diese Assoziationen auf.

Seit kurzem ist A Hundred Times Beloved zu einem Duo angewachsen. Wie und warum kam es dazu und welchen Einfluss hat Christian "Pacult" Winklhofer auf die Musik und speziell auf das neue Album?
Pacult: Praktisch gar keinen. Die Songs und das Album waren schon bereits vor meinem Einstieg fertig.
Felix: Duo ist im Grunde schon nicht mehr aktuell. Auf der gerade beendeten Tour hatten wir schon Unterstützung von einem dritten Mann. Erich Mayer ist unser neuer Drummer.

Im Vergleich zu den früheren Aufnahmen habt ihr mit diesem Album den bisherigen Höhepunkt eures Schaffens erreicht. Der Wahnsinn kanalisiert sich in geordnete Bahnen und schlägt trotzdem um sich. Die Eingänigkeit kommt aus ihrem Versteck, bleibt in charmant geduckter Haltung und will erobert und nicht konsumiert werden. Beschreibt doch bitte kurz wie der Prozess des Songwritings bei euch abläuft.
Pacult: In Zukunft hat auf jeden Fall unser Drummer Erich ein gewaltiges Wort mitzureden. Wir arbeiten bereits an neuen Songs, die recht klassisch mit Gitarre, Schlagzeug und Bass im Proberaum entstehen. Anschliessend kommen erst die elektronischen Elemente hinzu sowie die Lyrics von Felix.

Wenn man über euch im Internet ließt, dann findet man immer Vergleiche zu Sigur Ros, Notwist, Mogwai und Finn. Wie steht ihr dazu?
Pacult: Das sind natürlich alles Bands, die wir mögen und sehr schätzen. Wir finden aber die Vergleiche sehr unpassend und wissen nicht, wie die Leute darauf kommen.
Felix:
Als kleine, unbekannte Band mit Größen wie Sigur Rós oder Mogwai vergleichen zu werden ist ja auch Quatsch. Zudem sich diese Bands in unseren Augen musikalisch in ganz anderen Gefilden bewegen. Wir machen einfach Popmusik. Pacult: Wenn wir Musik wie z.B. Sigur Rós machen würden, wäre es natürlich eine große Ehre - aber da es ja nicht so ist, lässt es uns ziemlich kalt...

Neben Polarkreis 18, seid ihr momentan die Band, die die Popmusik entfremdet um ihr zu neuem Glanz zu verhelfen. Seht ihr einen Zusammenhang in der Flucht beider Bands in die eisigen Regionen dieser Welt und ihrer gleichzeitigen musikalischen Annäherung an das Genre Pop?
Felix: So eisig wie der Name klingt, empfinde ich die Musik von Polarkreis18 gar nicht. Abgesehen von unserem aktuellen Albumtitel und einem gemeinsamen Gig in Regensburg haben wir relativ wenig mit der Band gemeinsam. Was unsere Annäherung an die eisigen Regionen betrifft, Albumtitel war schon bewusst gewählt, da ich ein kleines Faible für die kühleren Regionen der Erde habe. Auch das Coverdesign hat Rayk Amelang, ein großartiger Regensburger Künstler, dementsprechend antarktisch gestaltet. Wir haben uns oft gefragt, was die Presse geschrieben hätte, wenn wir unser Album "Tequila Sunrise" genannt hätten und statt der frostigen Welle auf dem Cover leicht bekleidete Damen am Strand zu sehen gewesen wären.

Welche Pläne habt ihr für das restliche Jahr? Gibt es eine weitere Tour und wie wichtig ist für euch Kaffee?
Pacult: Neue Songs mit unserem Schlagzeuger Erich entwickeln und bevor's so richtig warm wird, noch schnell einige Konzerte im süddeutschen Raum bestreiten. Später im Jahr werden wir wohl noch etwas touren, aber natürlich erst wenn's wieder kälter wird... Kaffee, puh. Noch nie nen Schluck getrunken geschweige denn probiert - Kaffee hat für mich zumindest also keine Funktion.

Felix: Ich trinke nur Tee.

13.03.2007 // tore
 

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