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polarkreis 18interview mit felix räuber

Euer Album wurde gerade veröffentlicht. Ihr seid sicher halb wahnsinnig von den Promotion-Events und den Interviews die ihr zu absolvieren habt. Daher würde ich zu Beginn einfach mal bitten euch selbst eine Frage zu stellen, die ihr bisher nicht gefragt wurdet, und diese dann selbst zu beantworten.
Ich habe, mit dem Beantworten dieser Frage bis zum Schluss gewartet, da ich hoffte das mir noch was Gutes einfällt. Die Fragen, waren jedoch alle interessant und es hat Spaß gemacht sie zu beantworten. Also muss ich, glaube ich gerade keine Frage stellen.

Mit einem derart grandiosen Album im Gepäck steht man morgens sicher mit einem guten Gefühl auf. Wie geht ihr mit dem Hype, der momentan immer neue Höhen erreicht, um?
Ja, mmh. Unser Album ist nun draußen. Das es gleich so gut ankommt, hätten wir nie erwartet. Das beflügelt einen natürlich schon. Die Aufmerksamkeit ist gerade sehr groß und wir haben alle Hände vol lz tun, das zu verarbeiten. Andererseits hat sich trotz allem nicht wirklich etwas verändert. Wir schlagen uns weiterhin mit den Problemen des Lebens rum. Uns beschäftigen ganz normale Dinge, Dinge die jeden beschäftigen, wie etwa den Mülleimer raus zuschaffen. Da werden so viele Erwartungen in uns gesteckt und jeder denkt das jetzt alles ganz toll und anders wird. Am Ende ist es jedoch so, wie wenn man nach langer langer Zeit in eine neue Beziehung gerät. Am Anfang steht sicherlich das Glück. Mit der Zeit hat man trotzdem wieder Probleme die einen beschäftigen.

Die Geschichte eurer noch jungen Band (ihr habt ja bald 10jähriges hört man) liest sich wie eine Geschichte voller Happy Ends. Berichtet doch bitte was für euch die wichtigsten Momente waren und wie ihr euch dabei gefühlt habt.
Ich weiss nicht. Bei uns ist immer alles sehr schleichend und langsam passiert. Da gab es nur wenige Momente, die unsere Geschichte schlagartig verändert haben. Klar mit dem Labeldeal, kam dann schon sehr viel auf einmal. Aber wir haben sehr lange daraufhin gearbeitet und deshalb war es auch irgendwo ein Schritt der kommen musste.

Wie man hört, habt ihr nach dem Ende der Schule alle eure Zeit für die Musikkarriere aufgewendet. Ihr saßt Tag und Nacht an den Instrumenten und an den Rechnern und habt an euren Songs gefeilt. Diese akribische Arbeit hört man jetzt deutlich auf eurem Album. Würdet ihr bei eurem nächsten Album wieder so arbeiten wollen und wo wird sich euer Musik voraussichtlich hinentwickeln?
Nein. Wir haben teilweise zu viel dafür geopfert. Ich merke es jetzt ganz besonders, jetzt wo die Platte fertig ist und der Kopf wieder frei wird. Es gibt so viele Dinge im Leben, die man kennen lernen sollte. Musik ist nur ein Teil davon.

Eure Band wird als die innovative Band Deutschlands gefeiert. Dabei fallen dann immer wieder Vergleiche zu Größen der Szene. Ich kann mir vorstellen, dass ihr eine sehr eigene und spezielle Vision mit eurer Musik verfolgt. Nerven dann solche Vergleiche nicht?
Ganz ehrlich. Eigentlich sollten sie uns nicht nerven. Denn ich glaube wir können guten Gewissens sagen das wir etwas Eigenes verfolgen. Andererseits beschäftigt man sich schon damit und so ganz kalt lässt es einen dann doch nicht. Ich denke aber, das wir keine Angst davor zuhaben brauchen, da wir eigentlich eine genaue Vorstellung davon haben, wo wir mit unserer Musik hinwollen.

Eure Lieder stecken voll zuckersüßer Geigen. An welchem Zeitpunkt baut ihr diese in die Lieder ein? Ist euch von Anfang an bewusst, wann und wo diese Auftauchen, oder werden sie erst am Ende eingefügt?
Wir versuchen und schon relativ zeitig vorzustellen, wie ein Song klingen muss und welche Element er brauch. Die orchestralen Elemente werden demnach schon sehr früh in den Songentstehungsprozess eingebunden.

Ein Merkmal eurer Musik, welches als erstes aus den Liedern sticht ist sicher die Stimme, daneben gibt es aber noch ein wesentlich wichtigeres. Dies zeigt sich in der Reibung zwischen den Synthesizern und den Streichern. Erste erzeugen eine spürbare Kälte und zweite eine wohlige Wärme. Dazwischen passiert dann alles andere. Ich glaube, dass das gerade dazu beiträgt, dass eure Musik so faszinierend ist. Wie seht ihr das?
Ja, wir lieben Synthesizer und wir finden ganz und gar nicht das diese kalt sind. Wir arbeiten sehr viel mit analogen Synthesizern. Instrumente, die teilweise schon 30 Jahre alt sind. Für uns sind das richtige Instrumente, die so viele Überraschungen bereithalten. Wir haben uns in letzter Zeit, also nach dem Release, einige dieser alten Schätze zugelegt und wollen bei der nächsten Platte verstärkt damit arbeiten.

Beim Hören eures Albums fällt auf, dass die Produktion sehr harmonisch und glatt ausgefallen ist. War euch dieser Sound ein besonderes anliegen. Wenn ja, warum?
Wir sind immer darauf bedacht, das ein Song ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Wir arbeiten so lange daran bis alles zueinander passt. Erst dann schließen wir einen Song ab. Das heist nicht das wir keine Experimente wagen, sondern das diese eben nur eine gewisse Logik mit sich bringen müssen.

Welches Verhältnis hat "Polarkreis 18" zu Kaffee? Und wie wichtig ist dieses Getränk im Kontext der Band?
Also, ich sehe da keinen Zusammenhang. Vieleicht ist die Frage ja eine indirekte Anspielung darauf, ob Polarkreis 18 eine Drogen-band sind. Aber, nein. Wir brauchen keine Drogen um auf die Bühne zugehen, oder Songs zu schreiben. wenn du lange auf Tour bist und auch in 10 Jahren noch gesund sein möchtest, dann solltest du auf deinen Körper achten. Und das machen wir mittlerweile mehr denn je.

09.03.2007 // tore
 

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