fonodainterview mit matze
Wenn ihr zurückblickt, wie froh seid ihr, dass euer neues Album ("Eventually") jetzt endlich erschienen ist? Gerade da ihr neue Wege gehen, und dieses Album nicht über das hauseigene Label Keplar veröffentlichen wolltet.
Wir sind sehr froh, dass das neue album auf büro (a division of city centre offices) rauskommt. Wir fühlen uns auch durchaus sehr wohl auf einem label, das eher von elektronischer musik geprägt ist. Wir mögen dieses umfeld sehr. Die entscheidung, das album nicht auf keplar veröffentlichen zu wollen, ist schon sehr früh gefallen. Wir wollten neuen input. Neues label, neue kontakte, neue erfahrungen; und natürlich fühlt es sich auch sehr gut an von einem label unterstützt zu werden, das weltweit einen sehr guten namen hat. Wir sind also rundum zufrieden mit dem weg, den wir gewählt haben.
Die Aufnahmen zu "Eventually" zogen sich immer mehr in die Länge. Es gab personelle Veränderungen in der Band. Wie sehr war das eine Zerreißprobe für euch als Band.
Es stimmt, wir haben wirklich sehr lange an den songs gearbeitet. Teilweise sind auch einzelne spuren der tracks an die 4 jahre alt, andere wiederum erst sehr kurz vor dem abschluss der aufnahmen entstanden. Es gab zeiten in denen wir sehr unzufrieden waren mit strukturen und arrangements der songs und ich denke, sie haben diese zeit einfach gebraucht. Es war aber immer klar, dass wir irgendwann fertig sein werden. Die personellen veränderungen haben sich eher auf unser erscheinungsbild auf der bühne ausgewirkt. Wir sind jetzt nur noch zu dritt und der laptop liefert die sqhären, drones und field recordings.
Fonoda haben sich in den 4 Jahren zwischen Album 1 und 2 ernorm weiterentwickelt. Der Sound liegt zwar immer noch tief im drone pop, ist aber vor allem differenzierter und muss sich nicht mehr hinter den Größen der Szene (GSY!BE, Savoy Grand, etc.) verstecken. Zwar findet man viele Querverweise zu eben jenen Bands, diese spielen aber nur eine nebensächliche Rolle. Hatte die lange Zeit die man zum ausfeilen der Songs hatte also auch was Gutes?
Die lange zeit hatte mit sicherheit etwas gutes. Denn, wie du schon sagst, verwurzelt sind wir durchaus immer noch im drone pop und post rock, aber ich glaube wir haben es geschafft, etwas sehr eigenes daraus zu machen. Da gibt es überall zitate und anleihen- wie sollte es auch anders sein nach fast 60 jahren pop geschichte und fast 15 jahre nachdem das erste mal von post rock die rede war - und dennoch können die songs für sich selbst stehen. Und ganz konkret verdankt der hörer dem langen entstehungsprozess auf jeden fall all die stimmen auf dem album. Hätten wir vor zwei jahren unser zweites album rausgebracht, wäre es sehr höchstwahrscheinlich instrumental ausgefallen.
Wie wirkt sich die Tatsache, dass ihr alle in verschiedenen Städten wohnt auf das Songwriting aus. Beziehungsweise, wie muss man sich den Entstehungsprozess eines eurer Lieder vorstellen?
Neue ideen enstehen meistens allein zu hause. Mit gitarre und rechner. Einer gibt also zunächst melodie und struktur eines kompletten songs vor und übergibt diese basis an den anderen. Die struktur und das arrangement verändert sich im anschluss oft noch sehr stark und vor allem kommen meist unzählige harmonien zur grundidee hinzu. Im bandraum bekommt das ganze dann noch wesentlich mehr energie. So bleibt am ende sehr oft nicht viel übrig von dem, wie man sich den song anfangs vorgestellt hat. Insofern ist die räumliche trennung kein großes problem. Aber natürlich verlangsamt sie diesen prozess.
Nachdem Hören eures Albums sieht man euch dann auf der Bühne stehen und will nicht glauben, dass das dieselbe Band ist. Aus dem ruhigen Soundteppich wird plötzlich ein startender Jumbojet, der sich verzerrt über den Köpfen der Anwesenden erhebt. Aus welchem Grund klingt ihr live so anders als auf Platte?
Weil wir live rocken wollen! Wir wollen laut sein, das hören soll zur körperlichen erfahrung werden. Und viele der elektronischen spielereien sind live nicht besonders spannend umsetzbar. Und überhaupt: es macht spaß aufzudrehen und möglichst oft auf das verzerrerpedal zu treten.
Wenn man noch mal das alte Album mit dem neuen vergleicht, fällt auch auf, dass ihr verstärkt singt. Wie kam es zu dem Entschluss?
Ich glaube zunächst lag es an unseren musik hörgewohnheiten. Wir haben einfach wieder angefangen mehr musik mit gesang zu hören und daraus entstand wohl das befürnis auf den eigenen stücken auch stimmen zu hören. Also suchten wir zunächst gastsänger, zumindest für ein paar der tracks. Geklappt hat es aber nur mit daniel von squares on both sides, der auf 2 songs ganz wundervoll singt, also haben wir selbst zum mikrophon gegriffen und waren zu unserem eigenen erstaunen eigentlich recht zufrieden mit dem, was wir da hörten. Letzendlich gibt es nun auf jedem stück gesang.
Und wie steht ihr eigentlich zu dem Getränk Kaffee?
Weiß nicht, ich trink immer wieder espresso, aber ich bin wohl resistent gegen die wirkung von koffein. Ich trink lieber bier!





















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