zoxinterview mit eli miller
Ich hab euch als Vorband für Hawthorne Heights letztes Jahr gesehen. Es waren nur wenige Leute da, die euch kannten, die meisten waren total verwundert darüber, dass ihr eine Violine dabei habt. Ich schätze mal, ihr bekommt solche Reaktionen öfter?
Ja, wir bekommen solche Reaktionen wirklich, aber am Ende des Auftritts mögen die Leute es normalerweise. Um genau zu sein, sind es oft die kräftigen Kerle mit dem skeptischen Gesichtsausdruck, die am Ende unsere Platten kaufen.
Wie ich sagte, ihr habt bereits in Deutschland gespielt. Was waren eure Eindrücke vom Land, den Leuten und der Musik?
Wir liebten es in Deutschland zu spielen. Es wirkte sehr schön und sauber, die Leute waren wunderbar, und ihr habt so viele unglaubliche Biere von denen wir nie gehört haben. Ich liebte es auf der Landstraße zu fahren und all die Windmühlen zu sehen. Aber wir haben nicht wirklich viel deutsche Musik gehört, da wir mit der amerikanischen Band getourt sind, aber wir freuen uns mehr auf der kommenden Reise zu hören.
Ihr werdet auch einige Konzerte in England, Frankreich, der Schweiz, Belgien und Luxemburg spielten. Wo habt ihr schon letztes Jahr gespielt und wie sind die Reaktionen auf eure Musik aus diesen Ländern?
Wir waren bereits in England, aber alles andere ist neu für uns. Die Reaktionen dort waren wirklich gut - wir haben im August auf dem Reading Festival gespielt und da war ein Haufen Kids, die sich selbst mit ZOX-Stickern zu klebten.
Euer zweites Album, "The Wait" bekam sehr gute Kritiken. Gab es auch schlechte Meinungen zu eurem Album?
Natürlich, und schlechte Kritiken stechen noch immer ein bisschen, aber ich habe gelernt damit besser zurecht zu kommen. Kunst ist so eine subjektive Sache - sogar in unserer Band gibt es oft vollkommen verschiedene Reaktionen auf ein Album - also ist alles was du tun kannst Musik zu machen, die du magst und sie für die Welt raus zubringen, damit diese sie auffressen kann.
Die Texte der Songs zeigen oft Desillusionierung über Liebe, Ungewissheit, die Angst vor Liebe, Gefühle und ihre Konsequenzen und die vermeintliche Unfähigkeit zu lieben oder in einer Beziehung zu bleiben. Reflektieren diese Texte dein Leben? Kannst du was zu dem Lied "Anything but fine" erzählen?
Die meisten meiner Lieder sind von wirklichen Beziehungen inspiriert oder von Geschichten, die ich von Freunden gehört habe. Die meisten der Lieder von "The Wait" wurden bald nachdem ich von der Universität promovierte und auf Tour ging, geschrieben - ich hatte viele Fragen darüber wohin mein Leben gehen würde, und verbrachte so viel Zeit unterwegs, dass es unmöglich war eine wirkliche Beziehung zu haben. "Anything but fine" ist über eine Beziehung, von der wir beide wussten, dass sie vorüber ist, aber wir lügten uns "für eine weitere Nacht" an, weil wir nicht bereit waren alleine zu sein. So ging es eigentlich für Monate.
Wie war es für euch, als ihr diese wirklich guten Reaktionen der Indie-Szene, auf euer erstes Album bekommen habt?
Es war wirklich aufregend. Ich kann mich erinnern unser erstes Konzert außerhalb der Universität gespielt zu haben - wir haben diese große Indieband "Dispatch" supportet, und die Menge ist vollkommen ausgerastet nachdem wir unser Set gespielt hatten. Wir guckten einander an und sagten: vielleicht sollten wir es versuchen!"
Als ihr die Band gründetet habt ihr alles selbst gemacht, sogar euer eigenes Label gegründet. Habt ihr weiterhin an der Universität studiert und war es schwer alles zu managen?
Wir haben alle an der Universität studiert, und nahmen es im letzten Jahr mit der Band ernst. Es war viel Arbeit - Konzertposter im Wirtschaftsunterricht machen und zu versuchen im Keller meines Hauses zu proben, während alle anderen für die Abschlussprüfungen geübt haben. Wir haben unser erstes Album nicht aufgenommen, bevor wir promovierten. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereit mich selbst vollkommen der Band zu widmen.
Woher hattet ihr das Wissen und gab es Streiterein, wenn es darum ging Entscheidungen zu treffen?
Ich weiß nicht, ob man das was wir hatten als "Wissen" beschreiben konnte, mehr wie Ausdauer und Starrköpfigkeit. Wir waren auch bereit, Tipps von jedem anzunehmen, der bereit war uns welche zu geben - andere Bands, Klubbesitzer, Musikschreiber - du weißt nie, wer dir einen Rat geben kann, den du gebrauchen kannst. Und da sind noch immer Streiterein, wenn wir Entscheidungen treffen müssen - wie ich sagte, wie sind alles starrköpfige Arschlöcher.
Nachdem euer erster Violinist aus der Band ausstieg, brauchtet ihr jemand neues. Wie klappte es als Spencer zu der Band kam?
Wir haben eine Anzeige für einen Violinisten, der Rock, Reggae und Punkmusik mochte, in die Zeitung gesetzt. Wie man sich vorstellen kann, haben wir kaum irgendwelche Antworten bekommen. Aber eines Tages kreuzte Spencer auf, zwei Stunden zu spät, ein "Operation Ivy" T-Shirt tragend und ohne Schuhe. Wir haben ihm sofort den Job angeboten.
War es nicht seltsam die Arbeit, die ihr bis dahin selbst gemacht hattet, jemand anderem zu überlassen, als ihr den Vertrag mit Sideonedummy abgeschlossen habt?
Es war großartig einen Teil der Arbeit hinter uns zu lassen und uns mehr auf das Schreiben von Musik konzentrieren zu können, obwohl, da SideOne ein Indie-Label ist, war da noch immer sehr viel Raum uns an Dingen, die wir mögen, zu beteiligen.
Eli, Du bist in der San Francisco Bay Area aufgewachsen. Das wo der wohl berühmteste Fanzine-Schreiber, Aaron Cometbus, gelebt hat. Hat das dein Leben zu irgendeinem Zeitpunkt beeinflusst oder wusstest du gar nichts davon?
Das wusste ich nicht, aber ich war als Kind nicht wirklich an Fanzinen interessiert. Außerdem zog ich nach Süd Carlifornien, als ich 14 war und entdeckte eine ganze Welt aus Punk und Reggae Musik, die ich nie gehört hatte. Also hatte ich das Gefühl, da wären immer jede Menge neue Bands zu lieben.
Wie ist die Indie-Szene in Neu England?
Es gibt eine gute Musikszene in Neu England, weil dort so viele Universitäten in der Gegend sind und viele Klubs, wo man Musik hören kann.
Ist es dort einfach Aufmerksamkeit als Band zu bekommen oder sind die Menschen sehr wählerisch?
Ich denke es ist überall schwer für eine Band Aufmerksamkeit zu bekommen, aber mit so vielen Leuten die Musik im Internet entdecken, kann man Fans außerhalb der lokalen Szene finden. Ich habe bemerkt, dass Fans in Europa sich mehr bemühen Sachen über Underground-bands herauszufinden - Ihr Leute wisst, wie ihr eure Hausaufgaben machen müsst!
Was sind eure Hoffnungen, Wünsche und Pläne für die Zukunft?
Wir werden den ganzen März über in Europa sein und dann werden wir unser neues Album den Sommer über aufnehmen. Ich hoffe unsere neue Musik wird uns und unsere Fans weiterhin inspirieren und ich hoffe ich kann diesen Herbst, bevor wir das neue Album rausbringen, mehr Zeit zu hause verbringen. Und ich möchte natürlich so viel Zeit wie möglich in Deutschland verbringen.





















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