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montainterview mit tobias kuhn

Mit "Good Morning Stranger" hast du ende letzten Jahres wieder auf dich aufmerksam gemacht. Mit welchen Gefühlen hast du diese Single veröffentlicht, gerade da doch eine relativ lange Zeit seit dem letzten Album vergangen ist?
Ach, ich war eigentlich einfach froh, mal wieder ne neue Single in der Hand zu halten. Ich habe soviel Songs auf Halde, da bin ich sehr froh, wenn zumindest die neuen davon auch mal rauskommen.

Ein Grund für die längere Pause war sicher die Geburt deines ersten Kindes. Wie hat sich das auf dich und auf deine Art Musik zu machen ausgewirkt?
Es gibt einige Lieder, die von Jakob handeln auf der neuen Platte. Es ändert meine Perspektive in vielen Dingen, aber auf die Musik hat es jetzt außer zum Teil inhaltlich keine Folgen.

Bei deinem neuen Album hast du wieder mit Freunden zusammengearbeitet. So hat Herwig Zamernik (Fuzzman, Naked Lunch) zusammen mit dir die Lieder produziert und René Arbeithuber (Slut, Pelzig, Xhoch4.de) hat wieder das Cover gestaltet. Wie wichtig ist dir diese Zusammenarbeit mit Freunden?
Sehr wichtig. Ich mag es auch, wenn es eine gewisse Kontinuität gibt, d.h. die Leute Monta am Artwork bzw. auch am Sound erkennen können. Find ich auch immer wichtig bei anderen Bands. Zumal beide auch wirklich sehr gut sind.

"The Brilliant Masses" ist ein wunderschönes Album geworden. Es hält die Melancholie fest, blickt aber auch zum Horizont und streift die Hoffnung so oft es irgendwie geht. Dabei ist es nicht traurig oder gar weinerlich. Eine Eigenschaft die nur wenige Alben auf diesem hohen Niveau vermitteln. Wie und wo schreibst du deine Lieder?
Zum größten Teil daheim. Wenn ich für Monta Songs schreibe, steht der Text schon meistens, das ist sehr wichtig. Ich sitz am Klavier oder an der Gitarre und irgendwann ergibt sich was. Oft ist es auch gut, wenn ich lange bewusst nicht für Monta geschrieben habe, mich hinzusetzen in einem anderen Rahmen oder Raum. Das Bad ist oft gut dafür. Da klingt es gleich immer viel besser.

Eine weitere Eigenschaft deines neuen Albums ist, der Umstand, dass sich die Lieder trotz der eingängigen und samtweichen Melodien, eine gewissen Spielraum für Ecken und Kanten bewahren. So erklingen auch mal kratzige elektronische Geräusche oder werden Instrumente mit leichten Effekten belegt (wie bei der Gitarre in "Homecoming"). Wie wichtig sind diese Kleinigkeiten wenn du die Songs aufnimmst und in wie weit sind solche Dinge schon vorher planbar?
Gar nicht planbar. Das ergibt sich in der Zusammenarbeit mit Herwig. Meistens wird da auch nicht lang rum probiert. Bei "Homecoming" habe ich ein altes Diktaphon mitlaufen lassen und dieses haben wir später dazugemischt. Dadurch klingt es so wie ein Leierkasten. Solche Elemente sind für Monta wichtig, man entdeckt immer wieder was Neues.

Was bedeutet für dich die Liebe und wie wichtig ist der Kampf um diese, sowie die Erkenntnis im richtigen Moment los zu lassen? Das ist ja nicht immer ganz einfach.
Love is all you need. Man muss dafür schon kämpfen und sie ständig neu erfinden. Alles nicht so einfach!

Hörst du dir eigentlich dein Album nach der Fertigstellung gelegentlich an und welche Musik hörst privat?
Eher selten, bzw. eigentlich nie. Im Moment gar nichts. Finde die neue Kaiser Chiefs Single "Ruby" sehr gut. So unglaublich Pop. Erfrischend!

Seit längerer Zeit herrscht eine rege Debatte darüber in wie weit es wichtig ist, dass Kinder ein Musikinstrument erlernen. In diesem Zuge wird auch immer drauf hingewiesen, wie wichtig der jungen Generation zwar die Musik ist, doch das diese hauptsächlich über Mp3 und Klingeltöne wahrgenommen wird. Der einfach Konsum also und keine intensive Beschäftigung mit der Materie. Jetzt bist du selbst Vater und Musiker. In wie weit verfolgst du die Debatte und wie wichtig ist dir, dass dein Kind ein Instrument lernt?
Ach, ich fände es gut, wenn Jakob Klavier lernt oder Gitarre oder ein anderes Instrument. Aber ich glaube, das geschieht in erster Linie aus einer Faszination. Ich habe damals angefangen Musik zu hören und wollte unbedingt mit 12 gleich E-Gitarre lernen und meine Eltern haben mir dann eine rote Fender Strat gekauft. Klavier habe ich vorher Unterricht gehabt, aber wieder abgebrochen, da meine Klavierlehrerin mir verboten hat, Boogie Woogie zu spielen. Und das hat mir damals viel mehr spaß gemacht. Eigentlich schade, seitdem sind meine Klavierkenntnisse sehr begrenzt.

Als letzte Frage, würde mich brennend interessieren in weit Kaffee in deinem Leben eine Rolle spielt.
Ganz gern 2 Tassen am tag. Aber ich trinke auch sehr gern schwarzen Tee und Roibusch.

19.02.2007 // tore
 

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