HeisskaltIm Gespräch mit der Band

von Andy Horn · 06.04.2013

busy ist das musikerleben, das feine abendessen mit nudeln und "humus für die ciabattas", welches neben unserer sofaecke steht, sehe ich im geiste schon morgen früh unangerührt herumstehen. na denn, lieber schnell: heisskalt machen seit 2 jahren gemeinsam musik, kennen sich über die lokale musikszene, sänger mathias bloech ist der einzige, der sein letztes semester musik noch fertig machen will. drummer marius bornmann und gitarrist phillip koch haben abgebrochen, die musik lässt den jungs nicht genügend zeit.

liebe, große gefühle und einen gewaltigen druck vermitteln die heisskalten songs, bloech schreibt »du bist mein schatz«, nur um festzustellen, dass das nicht wahr sein kann, dass er »du bist mein schatz« schreibt. sowohl im song, als auch im echten leben nimmt die geschichte ein ekliges ende, der song explodiert. stattdessen werden die vier freunde und der tourmanager "zur familie", die jungs touren, touren bis chimperator anklopft, um heisskalt als die neuen foo fighters deutschlands zu entdecken.

eben diese foo fighters haben den heisskalten sound nämlich tatsächlich beeinflusst: "wie eine gitarre mit 24 saiten" soll er klingen, "oben soll etwas sein, unten auch". sound spielt eine zentrale rolle, das merkt man, die debut-ep wurde live eingespielt, "da brauchten wir von anfang an gute signale". nicht zuletzt ihrem produzenten moritz enders sei dank, sind heisskalt mit dem studio-sound sehr zufrieden. man höre "den raum und schmutz der instrumente noch", trotzdem strahle die musik den nötigen druck aus.

das "woher?" wäre geklärt. auf die "wohin?"-frage bekomme ich wie so oft eine schmale antwort: "wäre natürlich cool, wenn wir in fünf jahren noch zusammen". momentan sei man zu beschäftigt mit dem jetzt, ist sehr froh, wie sich die limitierte debut-ep verkauft, wie viele menschen auf die konzerte kommen. "wir alle sind glaube ich leute, die einfach gerne 'machen'. wir werden im sommer viele festivals spielen, im kommenden jahr nehmen wir ein album auf. es ist uns lieber, wenn sich die sachen langsam und gesund entwickeln", niemand sei auf der suche nach dem schnellen geld.

meine letzte frage dreht sich irgendwie dennoch um letzteres, aber auf eine nett philosophische-weltanschauungs-weise: "was haltet ihr von der musikindustrie zu unserer zeit?" frage ich.

puh, als alternative zu raubkopien sei spotify immerhin ganz gut. es vermittle, dass musik einen wert hat. dennoch ist es schade, dass viele menschen in musik-überfluss baden, musik deshalb zunehmend unbewusster wahrnehmen. wenn jemand eine platte klaut, dann aber zum konzert kommt und 10 freunde mitbringt, sei das natürlich nicht ganz okay, aber immer noch besser, als die songs bei itunes zu kaufen und dann wieder zu vergessen. "die physische cd wird durch das internet eher wieder wichtiger", so bloech, "leute wollen einen teil von den musikern haben, wollen etwas in der hand halten. auf der anderen seite werden die musiker kreativer, denken sich geile packages aus, geben ein t-shirt mit zur cd dazu." das konsumbewusstsein nehme insgesamt eher zu, "wir waren die generation kazaa, heute reden die 13-jährigen im zug wie selbstverständlich über's kaufen bei itunes".

ganz zufrieden gibt mich das noch nicht: "früher konnte sich lennon mit einem yesterday für alle zeit verewigen, geht das heute auch noch?" frage ich.

"man muss das relativieren", entgegnet bloech, "früher" werde auch immer glorifiziert. natürlich hätten künstler damals gut an ihrer musik verdient. dafür könne man aber heute mit einem imac und einem mikro einiges auf die beine stellen. die möglichkeiten des internet sind ebenfalls großartig, fällt ein gig aus, werden die fans noch kurzfristig über facebook informiert. facebook, da ist es, das stichwort zu meiner letzten frage: "wollt ihr sonst noch etwas loswerden?"

"die leute sollen die musik genießen, wir freuen uns, wenn sie sie hören, wir freuen uns sehr, wenn sie auf unsere facebookseite gehen, um das neueste rund um heisskalt mit zu bekommen".

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