Jeffrey LewisIm Gespräch mit Jeffrey Lewis

von Christian Heerdt · 12.09.2012

mittwoch, 12. september 2012, knust hamburg. dass jeffrey lewis in die stadt kommt und nur um die 40 leute daran teilhaben wollen ist schon verrückt. im jahr zuvor war die soulkitchen gut gefüllt. wohin sind die alle verschwunden? eine berechtigte frage. bevor diese bescheidene anzahl von menschen den konzertort betrat, trafen jeff und ich uns zum essen und redeten über andere dinge, die verrückt sein können. ein gespräch über genies, wahnsinnige und das verschwinden.


vor ein paar monaten habe ich ein konzert von daniel johnston gesehen. wann hast du ihn das letzte mal gesehen?
ich habe mit ihm letzten märz ein konzert gespielt. er war nicht in so guter verfassung. das ist er aber schon seit etwa 20 jahren nicht mehr. eigentlich geht es ihm aber viel besser heutzutage. ich habe bei diesem comicbook festival in new york mitgemacht im mai. da habe ich ihn ehrlich gesagt das letzte mal gesehen. er kam mir viel geordneter und fitter vor als sonst. na ja, seine stimme ist ziemlich kratzig geworden. aber die war auch schon kratzig als ich ihn das erste mal getroffen habe. vielleicht liegt das an den medikamenten, die sie ihm in den 90ern verpasst haben. da hat er ja sehr schnell sehr viel zugenommen und seine haare wurden grau. das erste mal, dass ich mit ihm gespielt habe war 1999. das war 10 jahre nachdem er das erste mal in new york city gespielt hat. es ist schon schockierend, sich ihn anzusehen, weil er in den letzten 10 jahren um 30 jahre gealtert ist. die leute aus seinem umfeld sagen dennoch, dass es ihm derzeit sehr gut geht.

bei dem konzert, das ich besuchte, konnte er kaum seine gitarre halten als er die zugabe »true love will find you in the end« spielte.
das ist sehr traurig. seltsamerweise kann er immernoch unglaublich gut klavier spielen. es gibt eine liveplatte, die glaube ich vor 10 jahren in berlin aufgenommen wurde, auf der spielt er sehr viele klavierstücke. ich finde es immer wieder faszinierend, wie wunderschön er klavier spielen kann. das ding ist, dass er einfach sau gern gitarre spielt, obwohl das immer wieder eine große hürde darstellt.

er hatte ja auch noch eine band, die ihm geholfen hat. das waren so jungs, anfang 20. fand ich komisch anzusehen.
er macht das ja schon länger, dass er seine band bei jedem konzert oder davon abhängig, wo er gerade spielt, wechselt. das ist schon cool, denn die bands können so ziemlich das spielen, was sie wollen. er muss dann nur noch die texte rauskramen und singt die songs. ich finde, dass das eine echt nette art zu touren ist. jeden abend passiert dann nämlich etwas anderes. dass diese jungs, die du gesehen hast, sehr jung waren und so weiter, das kann man zweierlei betrachten. einerseits ist das natürlich komisch, andererseits schau dir the fall an. mark e. smith holt sich immer junge musiker, die vorzugsweise keine fans der musik sind. mark e. smith, obwohl er wahrscheinlich genauso alt ist wie daniel, sieht um einiges älter aus. das sieht dann immer ein wenig schräg aus wenn so alte typen mit einer jungen band spielen, da hast du recht.

glaubst du, dass musik besser wird, wenn die band aus leuten besteht, die eigentlich nicht mit der musik des künstlers vertraut sind?
das kann gut sein und aber auch nach hinten losgehen. vor einiger zeit habe ich mal arthur lee in brooklyn spielen gesehen und er hatte diese sehr junge band, die alle seine songs perfekt einstudiert hatten, note für note. das war sowas von langweilig weil es keinerlei charakter gehabt hat. wenn man sich eine band anschaut glaube ich, dass man so viele ursprüngliche mitglieder sehen möchte wie möglich. bei so bands wie the fall oder bei daniel johnston geht es aber nicht um die band. in solchen fällen geht es nur um die songwriter.

daniel johnston hat ja offensichtlich ein grosses psychisches problem. was hält dich als musiker klar bei verstand?
der erste faktor ist wahrscheinlich, dass ich mich nicht unbedingt als musiker verstehe. wenn das alles morgen weg wäre, hätte ich damit nicht meine identität verloren. ich sehe mich wirklich hauptsächlich als zeichner und jemand, der comicbücher rausbringt, weil das seit ich denken kann einfach meine passion ist. die ganze musiksache ist ein interessante sache, die sich in meinem leben entwickelt hat. obwohl ich das alles genossen habe und einige unerwartete hochs und tiefs gehabt habe, fühlt es sich vielmehr wie eine art zusatz oder extra zu meinem sonstigen leben an. ich meine, jeder tag, an dem ich nach deutschland reisen kann und da leute sind, die meine songs hören wollen, das ist einfach nur wundervoll. wenn das aber wie gesagt morgen alles verpufft und keiner sich mehr für meine lieder interessiert, wäre ich dankbar dafür, die letzten 12 jahre so etwas tolles erlebt haben zu dürfen. sogar nur ein jahr davon wäre schon unfassbar. all die verrücktheiten, die mit dem musikerleben einhergehen, bringen mich nicht so auf die palme, wie sie vielleicht andere leute auf die palme bringen würden. das liegt glaube ich wirklich daran, dass sich der musikalische erfolg nach einer art zusatz anfühlt. das ist viel mehr als alles, mit dem ich jemals gerechnet hätte. ich habe einen gewissen abstand zu dem ganzen kram.

ich erinnere mich, wie ich mit adam green 2005 oder 2006 mal gesprochen habe und er erzählte, dass ihn der ganze tourstress manchmal so zur weißglut bringt, dass er am liebsten aus dem fenster springen möchte.
adam hat so etwa mit 12 oder so angefangen, musik zu machen. das war das, was er immer machen wollte. sein ganzes leben ist darauf ausgerichtet, genau das zu machen. soweit ich weiß hat er aber auch nie sehr viel arbeit ins touren stecken müssen. seit er mit den moldy peaches spielte ist er immer nur getourt, wenn sein erfolg ein anständiges level hatte. da gab es dann jemanden, der ihn gefahren hat, jemanden, der die shows gebucht hat und jemanden, der sich um die schlafmöglichkeiten kümmerte. bei mir und meiner band war das immer ganz anders. wir haben alle immer direkt mit all diesen sachen zu tun. das macht niemand für uns. wenn das so läuft, hast du auch gar keine zeit, verrückt zu werden. einer muss fahren, der andere muss mit dem promoter die gage ausmachen und so weiter. für adam war es die letzten 10 jahre immer so, dass er touren konnte und für alles war gesorgt. das ist auch total spaßig. ab und an habe ich auch mal einen abend, wo ich keinen pflichten nachgehen muss, wo alles schon geregelt ist und sie uns die gage aufs konto überweisen. da denke ich mir dann auch "sehr gut, das wird eine lange nacht und vielleicht endet sie an einem total schrägen ort". für andere bands ist das wahrscheinlich fast jede nacht der fall. wenn die sowas für viele jahre machen, nacht für nacht, wer weiß was die dann für körperliche und psychische wracks sind. vielleicht ist es auch einfach nur verdammt lustig [lacht].

welche art zu touren würdest du der anderen vorziehen?
nun, egal für was du dich entscheidest, im endeffekt ist es alles reine zeitverschwendung. so sehe ich das zumindest. du erschaffst in dieser zeit nichts. wenn du drei wochen auf tour bist wiederholst du dich meistens. entweder gehst du feiern und bist betrunken oder du suchst ein plätzchen, um dort zu schlafen. wärst du während dieser zeit zu hause, könntest du einen song schreiben, ein bild malen oder sonst etwas tun. touren ist aus diesem grund eine ziemliche zeitverschwendung, ausser wenn es dir darum geht, dass du geld bekommst oder vielleicht auch eine sehr interessante zeit irgendwo verbringst. bei uns in der band versuchen wir jetzt immer, edukative hörbücher zu hören und nie länger als drei wochen am stück zu touren. bevor wir auf tour gehen besprechen wir uns, was für hörbücher wir mitnehmen wollen. im moment hören wir eines über die geschichte der englischen sprache. das ist eine tolle sache, die wir jetzt eine ganze zeit schon machen. man hat ständig das gefühl, dass man etwas lernt und man sein gehirn dadurch fordert.

sowas würde man im klassischen sinne von einer rock'n'roll band nicht erwarten.
mann, wir sind eine anti-folk-band! [lacht]

kommen wir von den dingen, die dich geistig auf der höhe halten zum wahnsinn. gibt es dinge, die dich in sachen musik wahnsinnig machen?
oh, auf jeden fall! sobald man in dieses ganze musikbusiness eintaucht und man sieht, was für ein level an erfolg manche bands erreicht haben, dann verwirrt einen das schon manchmal. wir haben neulich auf diesem festival in england gespielt und the xx waren der headliner. die haben vor abertausenden menschen auf einer riesigen bühen gespielt und um ehrlich zu sein, die müssen doch wissen, dass ihre musik echt nicht so gut ist. ich meine, es ist ok… ganz nett, aber… es gibt so viele bands, mit denen ich gespielt habe - entweder haben die den support für mich gemacht oder ich für die oder einfach bands, die ich in den letzten 10 jahren auf festivals gesehen habe - die sind komplett überflüssig. einige von denen sind unglaublich erfolgreich geworden und waren auf allen großen zeitschriften drauf. würden die morgen am tag verpuffen, würde die welt sich genau wie zuvor einfach weiterdrehen und es würde sich dadurch nichts verändern. diese bands machen nichts, das wichtig oder originell ist. so etwas macht mich in der welt der musikindustrie wirklich rasend. natürlich haben wir alle unsere egos und eitelkeit und sobald jemand ankommt und sagt, dass wir so toll sind, dann denken wir uns gern "ja, klar, ich bin echt toll". klar muss jedes festival irgendwen haben, der den headliner macht und jedes magazin braucht wen, der aufs cover kommt und darin die seiten füllt. ich bin auch in zeitschriften und das manchmal über mehrere seiten und ich spiele auch große festival. irgendwann muss man sich aber über die proportionalitäten im klaren werden. manchmal bin ich sau gut aber ich weiß auch genau, dass 5000 menschen mich bei einem festival nicht hören müssen. das wäre einfach nicht angebracht. wenn ich mir anschaue, wie meine band so erfolgreich geworden ist, wie sie jetzt ist, dann weiß ich ganz genau, wo das herkommt. wir haben unserer zuhörerschaft - besonders live - einfach viel mehr gegeben. das ist eine wunderschöne sache und gleichermaßen tut es weh zu sehen, dass leute viel geld und ihre zeit in bands investieren, die einfach nicht so aufregend sind. weißt du, das ist als würde ich als pizzabäcker arbeiten und den ganzen tag pizzas machen. dann wäre ich im bereich pizza einfach nicht mehr so leicht zu begeistern. genauso ist es wahrscheinlich bei mir, wenn ich mich irgendwie in diesem musikbusiness aufhalte. da wird man von bands schlichtweg nicht mehr so begeistert. hin und wieder sieht man dann aber eine band und denkt sich, dass die super waren. meistens ist das aber nicht so. dann sieht man diese bands und die tun einem dann echt leid, da alles, was die haben, auf diesem falschen konstrukt aufgebaut ist. sobald diese konstruktion wegfällt, sprich die artikel verschwinden und jemand anderes das festival auf einmal auf der großen bühne zu ende bringt, gibt es nichts, worauf diese bands zurückfallen können, weil da von anfang nichts war und sie einfach von grund auf nicht gut sind.

glaubst du, dass du eine realistische einschätzung davon hast, wie gut du bist?
als künstler ist es immer schwer, das zu sagen, egal ob du ein journalist, sänger oder maler bist. man kann nie objektiv mit seinen eigenen sachen umgehen - es gibt auch nichts, dass irgendwie überhaupt objektiv sein könnte. auf mich bezogen würde ich aber sagen, dass ich mich schon ganz gut einordnen kann. nimm zum beispiel die situation, in der du weißt, dass du etwas tolles gemacht hast. dann kannst du stolz auf dich sein, weil du das weißt - völlig egal ob jemand anders davon etwas mitbekommen hat. dann gibt es auch momente, in denen du denkst, dass du gerade nicht so toll warst und trotzdem kommen leute zu dir an und klopfen dir völlig ernst gemeint auf die schulter. ich habe ein relativ realistisches bild von meiner kleinen nische in diesem großen musikgebilde.

kommen wir noch einmal zu verrückten sachen und einem film, in dem du mitgespielt hast. im durchaus schrägen adam-green-film »wrong ferrari« hattest du eine kleine rolle.
ja und nachdem du und ich letztes jahr kurz in den film reingeschaut haben, habe ich versucht, ihn mir komplett anzuschauen. mit dem download hat aber irgendwas nicht gestimmt. das heißt, ich habe ihn noch nicht einmal fertig gesehen. das ist aber ein gutes thema, gerade wenn wir über leute sprechen, die einfach verschwinden können und niemandem würde es auffallen. sowas kann man über adam überhaupt nicht behaupten, denn der ist ein genie. alles, was er macht ist so einzigartig und brilliant. die welt kommt da noch immer nicht so richtig nach und die leute werden sich das auch noch in vielen jahren anhören - vorausgesetzt sie sind in vielen jahren noch interessiert an interessanter musik. so wie er die dinge sieht und artikuliert, das ist eine der höchsten stufen, die zum beispiel songwriting überhaupt erreichen kann. das ist etwas, das mir sehr wichtig ist. mir ist es egal wie die gitarre von irgendjemandem klingt. sobald du den akt der übersetzung präzise umsetzen kannst, also einen weg findest, eine idee in worte zu fassen, das ist eine gewaltige kraft, so als ob du einen marmorstein bearbeitest und daraus eine statue machst. es ist einfach magie.

wenn wir schon über gitarrensounds reden, müssen wir mal auf deine letzte platte »a turn in the dream-songs« sprechen. da hat sich ja von der soundqualität einiges getan.
das ist ziemlich zufällig passiert. als ich »em are i« gemacht habe war das der versuch, ein perfektes album aufzunehmen. an der platte habe ich circa zwei jahre lang im studio eines freundes in brooklyn gearbeitet. meine band war oft dabei und ich wollte, dass das die beste platte wird, die ich jemals machen könnte. bei »a turn in the dream-songs« wiederum war es so, dass ich zurück wollte zum schnellen und lockeren aufnehmen - jedoch in einem guten studio. also sind wir nach manchester gegangen und haben ein analoges studio für eine woche gebucht. wie gesagt war geplant, schnell und einfach aufzunehmen. dieser plan ist aber ein wenig aus den fugen geraten. ich habe freunde eingeladen, damit sie ein oder zwei instrumente einspielen und weil das studio irgendwo außerhalb von manchester in den bergen war, hat es sich dann so ergeben, dass die leute nicht nur für einen song oder ein instrument dabei waren, sondern ich gesagt habe, dass sie, jetzt wo sie schon mal da waren, ruhig die ganze woche über bleiben könnten. dann ging es recht schnell so, dass sie auf fast jedem song gespielt haben. statt des konzepts, ein album simpel aufzunehmen, hatten wir dann auf einmal diese ganzen leute und eine menge an verrückten instrumenten. das problem war, dass die zeit knapp wurde und nichts richtig aufeinander abgestimmt arrangiert war, so wie bei »em are i«, wo ich viel mehr zeit hatte und investierte. das resultat meiner letzten aufnahmen ist ein album mit viel seltsamem zeug drauf und weil wir alles analog aufgenommen haben wäre es die hölle gewesen, das alles irgendwie abzumischen. das ist nicht wie digitales aufnehmen, sodass du später sagen kannst "mach mal den bass leiser oder lauter". beim analogen aufnehmen musst du einfach alles noch mal machen. es gibt also ein paar songs auf der platte, bei denen ich mir wünschte, dass sie besser abgemischt wären. betrachten wir diesen ganzen prozess, der sich so ergeben hat, wie er eigentlich nicht sein sollte, muss ich trotzdem sagen, dass es viele stücke gibt, die sehr gut geworden sind.

wenn du »em are i« und »a turn in the dream-songs« bezüglich hi-fi und lo-fi vergleichst, wie kam es, dass du dich auf einmal für so einen "amtlichen" sound entschieden hast?
»em are i« habe ich bei meinem kumpel in brooklyn aufgenommen und das studio war ok. das studio für »a turn in the dream-songs« wurde mir von den vaccines empfohlen, mit denen wir in amerika auf tour waren. die haben da ein album aufgenommen und es uns ans herz gelegt, auch dieses studio zu besuchen. das war wirklich nur aufgrund deren empfehlung, dass wir dort hin gegangen sind. ich habe keine ahnung von diesen ganzen aufnahmegeräten und technik, deswegen kann man nicht sagen, dass ich geplant hätte, auf einmal hi-fi sein zu wollen. ich weiß auch nicht, wie wichtig die soundqualität überhaupt ist. das ding ist, dass ich mich schlecht fühle, wenn ich eine platte mache, für die die leute mehr bezahlen müssen, als sie vom aufwand her wert ist. aus diesem grund fühle ich mich ein wenig unter druck gesetzt, dinge zu machen, die das geld der leute wert ist. ich mache immernoch meine homerecording cds, die ich für 5 dollar verkaufe und ich denke, dass es ein guter deal ist, wenn man die kauft. da haben beide was von. wenn meine plattenfirma eine cd von mir aber für 15 dollar im laden verkaufen will und es mich im endeffekt nur 3 dollar gekostet hat, sie zu machen, habe ich das gefühl, leute abzuziehen. gerade bei meinen alten platten habe ich viel mit der plattenfirma gestritten, dass sie die preise ruhig senken können, da das echt billige aufnahmen sind und ich das artwork nur in schwarz-weiß herausgebracht habe. das hat mich eigentlich nichts gekostet und ich hätte es gern gesehen, dass man diese cds für einen fairen preis, so um die 8,99 oder so, kaufen kann. das ist aber nie passiert, die preise wurden nie gesenkt. ich habe mir dann gedacht, dass der einzige weg, dagegen anzukommen, der ist, dass ich einfach mehr geld in die aufnahmen und so weiter stecke, wenn jemand schon 15 dollar dafür bezahlen muss. wenn die leute sich meine billigen alben zulegen wollen, die kein fancy booklet in farbe und dergleichen haben, dann können sie immernoch zu mir kommen und meine gebrannten cds von zu hause kaufen.

welcher der beiden wege ist lukrativer oder gibt es keinen unterschied?
nun, als allererstes muss ich sagen, dass ich nicht verstehe, warum die musikindustrie so viel für die cds verlangt. wenn ich mir überlege, dass ich als einfacher typ cds für einen dollar das stück produzieren kann - also eine auflage von 100 oder 1000 stück mit cover und in einem case, auf richtige cds gepresst, nicht zu hause gebrannt - sodass jede cd mit allem drum und dran runtergerechnet einen dollar kostet. ich wette, dass eine plattenfirma, die hunderttausende cds pressen lässt und so weiter, nur pennies pro cd bezahlen muss. wenn ich also diese 1-dollar-cds für 5 dollar verkaufe, mache ich 4 dollar gewinn. lasse ich meine platte über eine plattenfirma verkaufen, bezahlen die leute einen außerordentlich hohen preis dafür und ich bekomme einen dollar raus. na klar, die plattenfirma braucht dieses ganze geld für die leute, die da arbeiten. die müssen auch durch cd-verkäufe finanziert werden. die brauchen aber auch geld für den fall, dass die queens of the stone age mal wieder ein musikvideo brauchen, das 75.000 dollar kostet. es ist schon komisch, dass da geld im umlauf ist, das eigentlich mir zusteht, das aber in sachen gesteckt wird, mit denen ich überhaupt nichts zu tun habe. eigentlich hat sich diese thematik aber auch ziemlich verschoben, da plattenläden ja fast gar nicht mehr existent sind. das ist eher eine sache, gegen die man 2003 oder 2004 hätte vorgehen müssen. vielleicht ist das einfach so im leben: dinge verschwinden.

Aktuelle News

ROTE RAUPE

ROTE RAUPEEnde

von Andre Habermann · 24.05.2013

Liebe Leserinnen, liebe Leser, oft wurde ich schon gefragt, wieso ich das eigentlich mache. Meine Antwort war: Aus Spaß...

Allah-Las

Allah-LasTourstart

von Bernd Skischally · 23.05.2013

Das läuft ja wie geschmiert: Im Winter noch vertrieben uns die Allah-Las als Vorband des Vorzeige-Tanzschuhs Nick Waterhouse...

Small Black

Small BlackLimits Of Desire

von Wolfgang Merx · 23.05.2013

Mit ihrem zweiten Album »Limits Of Desire« meldet sich das amerikanische Quartett Small Black zurück. Man hört es schon...

Field Report

Field ReportField Report

von Christoph Walter · 22.05.2013

Nach der Trennung von DeYarmond Edison vor knapp sieben Jahren machten sich die Bandmitglieder sehr schnell und mit großem...

Kishi Bashi

Kishi Bashi151a

von Oliver Lichtl · 22.05.2013

kishi bashi veranstalten auf ihrem album »151a« ein wahres streicher-fest. zu einem vollen, breitwandigen orchestersound...

2004 − 2014 ROTE RAUPE · Kontakt · Impressum
Real Time Web Analytics