Citizens!

von Esther Sambale · 26.06.2012

Fünf britische Popfreunde fanden sich in den Zeiten der London Riots und des Arabischen Frühlings, gaben sich einen zeitgemäßen Namen, knallten ein Ausrufungszeichen dahinter und nannten ihr Debütalbum Here we are. Ein pop-politisches Statement, ein selbstbewusstes Start-Up-Unternehmen. Schreit den Namen unserer Band: Citizens!


Meine erste Begegnung mit Citizens! hatte ich auf Youtube. Ich sah das wunderbar kitschige Bollywood-Video zu „True Romance“ und dachte: Toll, jemand mit einem wirklich guten Sinn für Trash-Ästhetik. Welche Rolle spielt Ästhetik in eurer Arbeit?
Wir glauben an die Macht der Ästhetik – sie definiert wie jemand die Kunst, das Leben und andere Menschen wahrnimmt. Das Video zu “True Romance” war allerdings eher ein Glücksfall als ein Geniestreich. Wir fanden das Filmmaterial im Netz und legten unseren Sound darunter. Plötzlich tanzte sich ein verliebtes Pärchen zu unserer Musik im Himalaya-Gebirge die Seele aus dem Leib. Das ist eine beeindruckende Ästhetik.

Euer Auftreten ist auch sehr stilvoll und ästhetisch. Habt ihr ein Fashion-Idol?
Wir könnten jetzt eine lange Liste von Musikern mit einem fantastischen Sinn für Mode aufzählen: David Bowie, Bryan Ferry und auch Kanye West. Aber eigentlich liegt die Kunst darin, das anzuziehen was man will und es mit Selbstbewusstsein zu tragen ¬ solange es zu deiner Musik passt, stehen die Leute hinter dir.

Euer liebstes Kleidungsstück?
Leuchtend bunte Socken.

Laut offizieller Version, haben wir die Entstehung eurer Band einer Reihe weiblicher Abfuhren zu verdanken. Ist Leiden die Grundlage kreativer Arbeit?
Auf jeden Fall. Der Typ der all die Frauen abschleppt, hat einfach keine Zeit mit vier anderen Jungs rumzuhängen und Musik zu schreiben.

Welche Themen beeinflussen eure Musik am meisten?
Sex und Isolation stehen auf unserem Album im Vordergund. Entweder das eine oder das andere. Beides zusammen funktioniert nicht so gut.

Ihr sagt: “Pop is a holy word”. Was macht Pop heilig?
Popmusik ist eine der größten Erfindungen des zwanzigsten Jahrhunderts. Wer das nicht glaubt, ist entweder ein Idiot oder ein Wissenschaftler.

“Ugly Pop” ist etwas, das ihr hasst. Wer zerstört die Popmusik?
Die Menschen, die all das Geld haben und mehr davon wollen. Wenn sich ein Synthie-Klang in all den Chartsliedern wiederholt, ist die Absicht offensichtlich. Es scheint sich niemand darüber Gedanken zu machen.

Wer ist die schrecklichste Popband 2012?
Kein Kommentar. (David Guetta)

Wie wollt ihr die Popmusik retten?
Durch ehrliches Songwriting und dadurch, dass wir den Entstehungsprozess unserer Musik sehr ernst nehmen. Pop verträgt keine Zähmung oder Zensur.

Wer ist der Musikheilige eurer Jugend?
Michael Jackson. Er ist aber eher ein Gott als ein Heiliger.

Seid Ihr die Anführer einer neuen Pop-Bürgerbewegung?
Wir sind eine von mehreren Londoner Bands die wieder gute Popmusik machen. Wenn wir uns Kindness, Theme Park und Django Django anschauen, macht es uns schon ziemlich nervös als Anführer dieser Bewegung bezeichnet zu werden. Aber wir nehmen diese Herausforderung an.

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