CrocodilesInterview mit Brandon Welchez und Charles Rowell

von Annett Bonkowski · 09.06.2012

etwas durch die blume sagen? nicht ihr stil. die crocodiles aus san diego sind liebhaber direkter worte und zieren sich ebenso wenig sich mit ihrem noise-pop auf dem kürzesten wege gehör zu verschaffen. blumig ist höchstens der titel ihres dritten albums endless flowers. auf diesem werden emotional nackte tatsachen angepackt, verarbeitet und schließlich im sinne der kunst ähnlich freizügig auf visueller ebene umgesetzt, wie das cover deutlich macht. "we're not entertainers, we're artists!" - und wahre künstler tanzen laut sänger brandon welchez nur nach ihrer eigenen pfeife.

auf kommando dann aber auch einmal nach ein paar fragen, die wir ihm und gitarrist charles rowell anlässlich der veröffentlichung ihres neuen albums in berlin stellten. der ort, an dem die jüngsten songs ihrer bandgeschichte entstanden und aufgenommen wurden. ob hauptstadt-flair, fiese kids in orange county oder die sexuell aufgeladenen motive der gesellschaft, die es zu brechen gilt - die crocodiles schnappten bei jedem gesprächsthema zu und standen uns rede und antwort.


FÜHLT IHR EUCH BEIM SONGWRITING ÄHNLICH NACKT UND BEFREIT WIE DER ROSENKAVALIER AUF DEM COVER EURES NEUEN ALBUMS "ENDLESS FLOWERS"? DIESER GIBT ZUMINDEST IN KÖRPERLICHER HINSICHT 100% VON SICH PREIS.
brandon: doch, auch das songwriting ist immer wieder eine kleine offenarung für sich. hinzu kommt bei der neuen platte, dass die songs, im vergleich zu älterem material, viel sauberer gemixt sind und dadurch auch die stimme deutlich präsenter ist. das nackte auftreten in sachen cover-gestaltung ist auf gewisse art und weise also auch in den songs enthalten.

charles: wir haben schon immer zusammen songs geschrieben. selbst, als wir noch sehr jung waren. zu dieser zeit waren unsere songs dem charakter nach sehr viel offener und haben sich allein schon wegen der texte mehr entblößt, was natürlich mit unserer vergangenheit in punk bands zusammenhing. diesen grad an offenbarung hätten wir eben nicht mit einfachen pop songs erreichen können. dass das album cover von "endless flowers" so schonungslos ist, kann sehr wohl dahingehend ausgelegt werden, dass auch die songs bis zu einem bestimmten grad ungeschminkt und weniger hart sind. ausserdem versuchen wir offen mit unseren musikalischen tricks umzugehen und direkter zu sein.

ÄUSSERST DIREKT WIRKT AUCH DIE WAHL DES COVER-FOTOS FÜR DAS IHR EUCH ENTSCHIEDEN HABT. MIT WELCHER INTENTION HABT IHR DIE AUSWAHL GETROFFEN?
brandon: bei der auswahl des bildes sind wir mehreren intentionen gefolgt. zum einen wollten wir die sexualität und ihre rolle in der cover-gestaltung erforschen. seien wir einmal ehrlich, es ist heutzutage doch überhaupt nicht mehr schockierend eine nackte frau auf einem album cover zu sehen. wir wollten die wahrnehmung der menschen, die unser cover sehen ein wenig durcheinander bringen. warum ist es etwas anderes, wenn wir anstelle einer nackten frau einfach einen nackten mann in den mittelpunkt stellen? überall in der gesellschaft werden einem ständig nackte brüste präsentiert. einerseits schockiert das manche leute, andererseits ist die brust an sich doch etwas vollkommen natürliches. ebenso wie der himmel, die vögel oder eben auch der penis, den wir auf unserem cover zeigen.

charles: ich denke die reaktion jedes einzelnen menschen auf unser cover wird sehr unterschiedlich ausfallen und auch die folgende interpretation, was wir nun mit dem bild ausdrücken wollen. einige werden, ähnlich wie bei den songs, etwas tiefsinniges darin sehen. andere werden es viel unbeschwerter aufnehmen. es könnte schließlich purer spaß sein, bei dem einfach nur unsere nudistische ader zum vorschein kommt. damit wäre ich voll und ganze einverstanden (lacht). das nacktsein kann jedoch genauso gut für verletzlichkeit stehen und man könnte sich fragen, ob der schauplatz auf dem bild nicht auch eine bestimmte bedeutung hat. für mich spiegeln die unterschiedlichen interpretationsebenen des covers die songs auf dem album sehr gut wider.

MEIN ERSTER EINDRUCK WAR, DASS EIN ZURÜCKGEWIESENER LIEBHABER SAMT SEINEM STRAUSS ROSEN FÜR DIE ANGEBETETE DEN RÜCKZUG ANTRITT. IMMERHIN GEHT ER JA DIE TREPPEN RUNTER UND SCHAUT EIN WENIG MELANCHOLISCH DREIN.
brandon: cool! es gefällt mir, dass das bild gleich eine assoziation in dir geweckt hat. das ist eine sehr interessante interpretation. vor allem ist es gut, dass du diese eben schon angesprochene verletzlichkeit und sensibilität wahrgenommen hast, die in der aufnahme enthalten ist. ich kann mir vorstellen, dass viele leute einfach nur einen schmierigen typen sehen, der dazu auch noch nackt ist.

charles: dabei wäre selbst diese interpretation ok, denn einige songs auf der platte sind auch etwas anrüchig und passen wiederum ins bild, wenn man es denn so sehen will. dabei ist der penis an sich doch etwas so schönes!

(brandon fängt an zu lachen)

BESONDERS IM POP-BUSINESS SCHEINT ZUM TEIL KEINERLEI SCHAMGEFÜHL MEHR ZU EXISTIEREN UND DAS SPIEL MIT DER SEXUALITÄT WIRD NEBEN DER MUSIK ZUM DAUERBEGLEITER. WO LIEGT EURE PERSÖNLICHE SCHAMGRENZE?
brandon: wir wollen platten verkaufen, aber auf keinen fall über irgendein sex-image. generell gesehen, fängt unsere schamgrenze aber dort an, wo entscheidungen jeglicher art mit einem gefühl von unwohlsein verbunden sind und wir uns innerlich gegen ratschläge sträuben, die uns vielleicht als gut nahe gelegt werden. als künstler sollte man immer das machen, was einem richtig erscheint. so lange man diesem vorsatz treu bleibt, ist alles in ordnung. uns hat zum beispiel niemand gezwungen einen nackten mann auf das cover zu nehmen oder uns bei unserer entscheidung dazwischen gefunkt. mein persönliches schamgefühl würde an dem punkt einsetzen, wenn ich meine künstlerische freiheit und meinen standpunkt nicht mehr behaupten könnte. dann hätte ich allen grund mich wirklich zu schämen. ansonsten darf jeder tun und lassen, was er will.

FÜR DIE AUFNAHMEN VON "ENDLESS FLOWERS" HABT IHR BERLIN AUSERKOREN. WANN HABT IHR DIE STADT FÜR EUCH ENTDECKT UND WIE WAR EUER ERSTER EINDRUCK?
brandon: wir sind das erste mal 2005 nach berlin gekommen.

charles: schon vor unserer ankunft in berlin haben wir den mythos der stadt durch die musik von david bowie und natürlich durch bücher entdeckt. wir hatten also schon eine ungefähre vorstellung vom vibe in berlin, all der energie und der kreativität, die hier auf die künstler überzuspringen scheint.

brandon: genau dieser punkt wird von vielen fremden so romantisiert, ebenso wie man es auf andere art und weise mit städten wie los angeles, new york oder tokio tut. jede stadt ist von einem bestimmten gefühl umgeben, das gerne als aushängeschild für das dortige leben benutzt wird. wir haben in bezug auf die künstlerische vergangenheit so vieles über berlin gelesen, das uns interessant erschien. es hat nicht lange gedauert bis wir festgestellt haben, dass wir unbedingt ein teil dieser welt werden und alles mit eigenen augen sehen wollten.

HABEN SICH EURE VORSTELLUNGEN DANN LETZTENDLICH MIT DER REALITÄT GEDECKT ODER WAR DOCH ALLES ANDERS ALS IHR ERHOFFT HATTET?
brandon: wir sind wahrlich in die stadt eingetaucht und haben alles in uns aufgesogen. ich glaube deshalb sind wir auch nicht enttäuscht worden. es gibt bestimmt leute, die bei ihrer ankunft in berlin ein eher ernüchterndes bild vor sich finden, denn sie glauben all die erzählungen in den büchern würden selbst durch oberflächliche betrachtungen zum vorschein kommen. wir haben uns dagegen wirklich auf die stadt eingelassen. wir haben freundschaften geschlossen, sind kreuz und quer durch die stadt gelaufen und haben alle möglichen ecken erkundet, um unsere vorstellungen auch in die wirklichkeit zu übertragen. manchmal muss man nur etwas genauer hinsehen und länger suchen, um das zu finden, was man sucht.

charles: dieses mal hat das timing einfach gestimmt, so dass wir in berlin aufnehmen konnten. wir hatten schon einige zeit vorher den wunsch geäussert herzukommen und die umstände haben es uns dann noch leichter gemacht unseren plan in die tat umzusetzen. wir waren ohnehin in europa und unser label ist auch in berlin. es hat alles einen sinn ergeben und wir konnten als band auch problemlos anfangen hier zu proben und danach aufzunehmen. unser traum hat sich also verwirklicht. wir denken sogar ernsthaft darüber nach noch einmal in berlin aufzunehmen. wenn nicht das nächste album, dann sicherlich zu einem späteren zeitpunkt. bis dahin sind wir dann vermutlich schon längst mit sack und pack hergezogen (lacht).

brandon: berlin ist neben new york meine absolute lieblingsstadt.

WELCHE ECKEN HABT IHR DENN IN BERLIN AM MEISTEN LIEB GEWONNEN?
brandon: görtlitzer park!

DORT HABT IHR EUCH DOCH HOFFENTLICH NUR BEI TAGESLICHT AUFGEHALTEN ODER HABT IHR DEN DEALERN ETWA BEIM VERKAUF VON DROGEN AUF DIE FINGER GESCHAUT?
brandon: davon weiß ich nichts, ehrlich! aber na klar, wir waren dort natürlich nur nachts unterwegs, weil unsere "freunde" da immer rumhIngen (lacht).

charles: ich kann mich nicht so recht entscheiden, was meine lieblingsorte sind, da wir einen monat in kreuzberg und den anderen monat in prenzlauer berg gewohnt haben. ich erinnere mich gerne daran, wie ich durch beide stadtteile gelaufen bin.

DANN WAREN WIR EINEN MONAT LANG PRAKTISCH SO GUT WIE NACHBARN.
brandon: ja, und du hast uns nie gegrüßt! jedes mal, wenn wir uns auf der straße begegnet sind, hast du extra weggeschaut oder uns reingelegt, indem du deine hand bei der begrüßung voreilig weggezogen hast (lacht).

DAS IST SO MEINE ART BEI LEUTEN, DIE ICH NICHT KENNE. DAS NÄCHSTE MAL SAGE ICH VIELLEICHT HALLO.
(brandon lacht)

charles: ich habe auch ein wenig zeit in mitte verbracht und dort mit meiner verlobten gewohnt als sie mich hier besucht hat. das war eine sehr schöne zeit, weil man mitten in der stadt war. es gibt so viele tolle clubs und bars, aber eigentlich gibt es viel zu viele orte, die uns während dieser zeit ans herz gewachsen sind, um sie alle aufzuzählen.

ALS MUSIKER MIT PUNK VERGANGENHEIT SOWIE DEN COOLEN LEDERJACKEN UND SONNEBRILLEN PASST IHR GUT INS BERLINER STADTBILD. EBENSO WIE EURE MUSIK UMGIBT DIE STADT EIN "DIRTY, SEXY, COOL VIBE". KEIN WUNDER, DASS IHR EUCH ZUEINANDER HINGEZOGEN FÜHLT.
charles: wir baden beide nur sehr selten, um uns diesen "dirty vibe" zu erhalten!

(brandon lacht)

brandon: wir lecken uns ab und zu gegenseitig mit der zunge sauber. ich weiß nicht, ob das wirklich als baden zählt...

charles: da hätten wir also schon einmal das leicht dreckige, das uns, ebenso wie berlin, umgibt. dann lesen wir noch ausschließlich den playboy - das unterstreicht unsere sexy seite. ich glaube, wir können ein weiteres merkmal abhaken, das uns mit berlin verbindet.

brandon: wenn man will, kann man all diese seiten an berlin entdecken. du musst nur ein paar freunde haben, die dich auf die richtige spur bringen.

DER SONG "MY SURFING LUCIFER" WIRD VON EINEM PSYCHEDELISCH KLINGENDEN INTRO MIT DEUTSCHEM TEXT EINGELEITET, DER JEDOCH NUR SEHR UNDEUTLICH UND IM HINTERGRUND IN ERSCHEINUNG TRITT. KÖNNT IHR MEHR DARÜBER VERRATEN?
charles: ja, der text ist tatsächlich in deutscher sprache aufgenommen.

brandon: das intro besteht aus einem gedicht, dass wir in englisch verfasst haben und unsere schlagzeugerin dann ins deusche übersetzt und vorgetragen hat. es ist thematisch an den inhalt des folgenden teil des songs angelehnt, in dem es um solche dinge wie entfremdung geht und warum man manchmal nicht in ein bestimmtes umfeld oder eine gruppe von menschen eingliedern kann. teenage angst - dieser begriff beschreibt es wohl am besten. da haben wir's. es ist wieder eine "teenage angst platte" geworden...

WIE KOMMT ES, DASS IHR NICHT DIE URSPRÜNGLICHE, ENGLISCHE FASSUNG DES GEDICHTS VERWENDET HABT?
brandon: die stimme unserer schlagzeugerin ist ziemlich cool und ausserdem befanden wir uns zur zeit der aufnahmen in deutschland. warum also nicht einen deutschen text verwenden? vielleicht wird unser bestreben dies zu tun nur im deutschsprachigen raum gewürdigt werden, aber das ist es uns wert. wenn ich mir die deutsche version anhöre, dann kann ich mich schon gar nicht mehr an den englischen originaltext erinnern. es ist so, als ob diese fremden worte trotzdem sehr vertraut sind. für mich klingen sie immer noch interessant, obwohl die deutsche sprache nach wie vor abstrakt für mich ist. für nicht-muttersprachler klingt die deutsche sprache sehr ruppig, aber in diesem kontext hat das experiment wunderbar funktioniert.

"ENDLESS FLOWERS" IST DAS ERSTE ALBUM, BEI DEM IHR NICHT ALS DUO, SONDERN ALS FÜNFKÖPFIGE BAND AN DEN AUFNAHMEN BETEILIGT WART. WOLLTET IHR EUCH DAMIT EUREM LIVE-SOUND ANNÄHERN?
brandon: wir waren als band ungefähr ein jahr lang auf tour und waren dadurch sehr aneinander gewöhnt, was das spielen angeht. in so einer langen zeit macht man als gruppe natürlich auch so einiges mit und steht viele dinge gemeinsam durch. es ist immerhin ein jahr deines lebens, das du mit denselben menschen verbringst. man vertraut und verlässt sich aufeinander und steht sich irgendwann sehr nahe. es hätte sich einfach nicht richtig angefühlt das album nur zu zweit anzupacken und die aufnahmen als duo durchzuziehen. die band hatte es verdient mit in die aufnahmen einbezogen zu werden. unsere schlagzeugerin ist so viel besser als ich, also warum sollten wir sie nicht an meiner stelle spielen lassen?

charles: über das jahr hinweg haben wir zu zweit an den songs gearbeitet...

brandon: wir haben alle stücke erst einmal als demo-versionen aufgenommen und sind damit zu den anderen gegangen, um sie ihnen vorzuspielen. obwohl wir live zu fünft sind, arbeiten wir im kern zu zweit an den songs, um ihnen dann anschließend in einer größeren runde den feinschliff zu geben. die anderen funken uns nicht wirklich beim songwriting dazwischen. wenn sie allerdings einen vorschlag haben, wie dies oder das umgesetzt werden könnte, dann haben wir dafür immer ein offenes ohr.

charles: für uns war dieses album eine gute erfahrung, denn bei den ersten zwei alben haben wir immer alles alleine gemacht und wir sind dann an einen punkt gelangt, an dem wir uns entweder einen produzenten gesucht oder mehr leute in unsere projekt involviert hätten, um die songs auf den richtigen weg zu bringen. von daher hat es sich toll angefühlt in den proberaum zu gehen und zu fünft ein auge auf die songs zu haben. langsam aber sicher wurde die arbeit an der platte dann zu einer wirklichen kollaboration. brandon und ich haben das songgerüst zum rest der band getragen und jeder hat dann den einen oder anderen teil hinzugefügt. in meinen augen hat diese arbeitsweise den songs zu noch mehr dynamik verholfen.

IST ES ABSEHBAR, DASS IHR AUCH IN ZUKUNFT AUF DIESE FORM DER KOLLABORATION MIT DEN ANDEREN ZURÜCKGREIFEN WERDET?
brandon: ja, wahrscheinlich, denn es gab bei dieser ganzen sache wirklich keinerlei schattenseiten. sollten wir nicht aus irgendeinem grund auf die idee kommen wieder ein zwei-mann-projekt zu starten, werden wir bestimmt wieder als quintett zusammenarbeiten und songs aufnehmen.

VOR DEN AUFNAHMEN HABT IHR EINEN TEIL DER SONGS EINER LIVE-PROBE UNTERZOGEN. GAB ES IN DIESEM KONTEXT JEMALS EXTREME REAKTIONEN AUF EURE MUSIK, DIE EUCH DAZU BEWOGEN HABEN SONGS ZU VERÄNDERN?
brandon: ja, wir haben ein paar songs auf verschiedenen festivals gespielt. das ist immer eine gute möglichkeit, um herauszufinden, ob die lieder wirklich so auf der bühne funktionieren wie wir es uns vorstellen.

charles: manchmal kann es vorkommen, dass wir mit unserer musik reaktionen hervorrufen, die wir so niemals erwartet hätten. gerade auf dem neuen album gibt es einige songs, die vom publikum vorab so gut aufgenommen wurden, dass wir wirklich überrascht waren.

brandon: was extreme reaktionen angeht, fällt mir dieser jugendliche ein, der einmal in orange county, kalifornien eines unserer konzerte besucht hat. er holte mitten in unserem set seinen ipod heraus und steckte sich demonstrativ die kopfhörer ins ohr. charles hat ihn für diese aktion sofort angespuckt (lacht). das passiert eben manchmal, wenn man für größere bands als support unterwegs ist, die dann vielleicht etwas billig sind. dann hat man automatisch leute im publikum, die ähnlich ticken und deine musik dementsprechend nicht respektieren können. bei unseren eigenen tourneen spielen wir auch oft genug in schäbigen bars, wo betrunkene leute ihre aggressionen ausleben wollen. ich versuche das so gut es geht zu ignorieren und das feuer nicht noch durch kommentare anzufachen. wir reden sowieso kaum auf der bühne. dann versuchen wir das publikum lieber durch unsere musik auf die palme zu bringen. sie hassen uns? cool, lasst sie uns nach unserem set noch ein wenig mehr hassen! (lacht)

EIN IN DEM FALL MUSIKALISCHER ANGRIFF IST WOHL IMMER NOCH DIE BESTE VERTEIDIGUNG...
charles: man kann ja nicht viel machen, wenn man auf der bühne steht. mit ansprachen lässt sich da wenig ändern.

brandon: das ist auch gut so, denn das gehört nicht zu unserem job. wir sind schließlich keine entertainer, wir sind künstler! das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber wir sind ja nicht in diesem business, um in allererster linie freundschaften zu schließen oder krampfhaft von allen gemocht zu werden, obwohl wir bereits viele gute freunde gewonnen haben. wären wir entertainer, dann würden wir stepptanz machen und hätten hüte auf dem kopf. das sind wir aber nicht.

charles: als musiker möchte man sein publikum natürlich fesseln, aber dabei sollte man auf seine eigene stimme vertrauen und sich nicht völlig den geschmäckern des publikums unterordnen oder diese zu seinem leitfaden machen. die leute sollen uns für das mögen, was wir nun einmal sind und nicht für eine verbogene version unserer selbst.

brandon: die meiste zeit über haben wir auf der bühne sehr viel spaß mit dem publikum. sollte das einmal nicht der fall sein und wir stoßen auf ablehnung, dann ist das auch völlig in ordnung. das wichtigste ist, dass man sich mühe gibt, bei dem, was man tut und man stets versucht so gut es geht vorbereitet zu sein. mein vater sagt immer zu mir "es ist einfach ein versager zu sein. du musst nur im bett bleiben und schon wird der mißerfolg an deine tür klopfen. also arbeite hart, stehe früh auf und fang an songs zu schreiben!" (lacht).

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