the horror the horrorinterview mit mattias axelson
es gibt tage an denen funktioniert nichts so wie es sollte. montage sind dafür prädestiniert, meint mattias axelson, gitarrist und co-sänger der stockholmer band "the horror the horror". weil man dann wieder arbeiten gehen muss, das geruhsame wochenende zu ende ist, das kann doch nichts gutes heissen. mein montag war genau so, nicht gut. es gibt zwei grundsätze die man sich wohl ein für alle mal merken sollte: erstens: köln und düsseldorf sind gar nicht so verschieden. die illusion in düsseldorf würde alles geregelter, organisierter und vor allem pünktlich vor sich gehen, sollte man endlich aufgeben. die konzerte fangen hier genauso spät an, wie in köln, trotz planmässigem start von 20 uhr. zweitens: niemals, nimmer mehr bahn fahren. wer auf die bahn angewiesen ist, hat schon verloren. warum ich das erzähle? heute abend habe ich den fehler begangen, keinen der beiden grundsätze zu befolgen. the horror the horror konzert in düsseldorf, im pretty vacant, mit soda maker als vorband. nichts klappte, wie es sollte, ein frühzeitiges verlassen des zu spät anfangenden konzertes, über das ich doch eine review schreiben sollte, war nötig. meine ausbeute begrenzt sich auf ein gespräch mit mattias axelson, dem gitarristen der band. das pretty vacant ist ein kleiner, zweigeteilter klub. oben kann man sitzen und trinken, wenn man runter geht kommt man in ein kleines keller-gewölbe, wo dann auch die bühne ist. wir gehen nach unten und setzten uns auf die bühne, da diese beleuchtet wird und ich, um den disaströsen abend zu vervollkommnen, kein diktiergerät dabei habe. folglich schreiben muss. bereits auf der dritten deutschlandtour sind the horror the horror nun. ende des jahres werden sie fünfzig konzerte in deutschland gespielt haben. ihr debut-album erschien im februar diesen jahres. sogar einen monat vor dem erscheinen in schweden, ihrem heimatland. das lag daran, dass dort kein label wirkliches interesse an den vier jungs gezeigt hatte. da hat das deutsche label tapete records zugeschlagen. und so kam es auch, dass the horror the horror im vorprogramm von z.b. tomte und nova international spielten. man wundert sich ein wenig über das mangelnde interesse der schweden an den jungs, schließlich haben bands, wie the hives, mando diao, sugarplum fairy etc. es dort doch weit gebracht. "sie haben wahrscheinlich genug von dieser art musik", meint mattias. pech für die schweden, glück für die deutschen. auch zwei festivals beehrten die band diesen festivalsommer: das phonopop festival in rüsselsheim und das popcity festival in augsburg. in england sogar das wireless festival im londoner hyde park, wo sie neben bands wie the strokes auftraten (die sie nur gesehen, aber nicht gesprochen haben). die engländer scheinen ebenfalls begeistert von den vier jungs zu sein. picadilly records machte ihr selbstbetiteltes album "the horror the horror" zur platte der woche und auch sonst ist die reaktion auf der insel gut, erklärt der gitarrist. genauso wie in kanada und amerika. da wären wir auch schon beim derzeit gesellschaftlichen muss für bands: myspace. denn woher kennen die leute von der anderen seite des großen teiches die band denn wohl? rüber zusetzten sieht mattias allerdings als "zu riskant" an, obwohl er am ende unserer gesprächs einräumt: "wir sollten es versuchen." familie und freunde sehen die vier stockholmer verhältnismäßig oft, darin sieht mattias kein problem. "wahre liebe hält so was aus!", erklärt er mir überzeugend. und überhaupt, seine besten freunde sind doch in der band. das kam nämlich so: alle vier waren in verschiedenen bands, aber hatten sich seit zehn jahren jedes mal wenn sie abends trinken waren, gesagt sie würden eine band gründen. "wir tranken und tranken", erzählt mattias und nach acht jahren war es dann soweit: sie fingen an gemeinsam musik zu machen. mattias sieht es als privileg an, mit seinen besten freunden eine band zu haben und somit ständig mit ihnen zusammen zu sein. es gibt kaum streitigkeiten und man ist nicht genervt von einander. "es ist wie in immerwährenden flitterwochen zu sein", sagt er. "bands sind wie beziehungen". man spielt zusammen und löst sich auf, in beziehungen wäre das nicht anders. das debut-album ist vor ca. acht monaten erschienen und beschert den schweden noch immer nachwirkenden erfolg. am neuen album arbeiten sie aber trotzdem schon, das ist mattias auch sehr wichtig. er möchte das album "as soon as possible" aufnehmen. das sagt schon einiges. beeinflusst sind sie diesmal besonders von kanadischen bands, erklärt er. bands wie broken social scene, auch das solo projekt des strokes-gitarristen, albert hammond jr., gefällt ihnen gut. das letzte strokes-album jedoch nicht, ist ihnen zu seicht. mattias ist ein gesprächspartner, wie man ihn sich wünscht. er ist unglaublich konzentriert und sehr redselig. niemand dem man alles aus der nase ziehen muss. er guckt einem direkt in die augen und nimmt jede frage ernst, denkt darüber nach, was man ihn fragt und vorschlägt. ehrlich gesagt bin ich verzaubert und bereue es nach diesem gespräch noch viel mehr, das konzert nicht ansehen zu können. im nachhinein wurde mir berichtet, die jungs hätten gut gerockt. prima!





















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