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the veilsinterview mit finn andrews und sophia burn (auf der popkomm)

dein vater ist mit barry andrews, einer der bedeutendsten figuren der britischen new wave szene, hattest du bereits als kleines kind in die musikalischen fußstapfen deines vaters treten zu wollen?
finn andrews: nein. eigentlich habe ich lange zeit überhaupt nicht mit dem gedanken gespielt musiker zu werden. bevor ich nach neuseeland gezogen bin, wollte ich eher filme machen. musik interessierte mich nicht sonderlich.

nachdem du nach neuseeland gezogen bist, wie sehr veränderte sich dein leben?
finn: sehr stark. in london besuchte ich eine dieser gesamtschulen. es war ein riesiger betonblock umgeben von gewalt und drogen. ein sehr beängstigender ort. als ich dann nach neuseeland kam, in eine kleine ruhige küstenstadt änderte sich so ziemlich alles.

inzwischen 16 jahre alt, reist du wieder zurück. nach london. fast fünf jahre später erscheint euer debut album "the runaway found". fünf jahre soll angeblich auch der schreibprozess gedauert haben.
finn: nicht ganz. mit dem schreiben begann ich, als ich vierzehn oder fünfzehn jahre alt war. als es dann veröffentlicht wurde war ich
sophia burn: achtzehn
finn: oder neunzehn. es waren eher fünf jahre vom beginn des schreibprozesses bis zur veröffentlichung.

hast du dich danach ausgebrannt gefühlt?
finn: definitiv. wir haben damals zwei jahre durchgehend getourt und ich musste immer noch die stücke spielen, die ich mit vierzehn jahren geschrieben hatte. so etwas kann einen irre machen. aber dafür war es dann umso aufregender nach neuseeland zurückzukehren und ein neues album zu schreiben.

mit der erneuten rückkehr nach neuseeland hast du auch die alte band aufgelöst. inwiefern unterscheiden sich die neuen veils von den alten?
finn: es ist einfach großartig. früher musste ich stets erklären, wie ich mir die songs vorstelle und wie alles klingen soll. die neue band hat einfach zur richtig zeit die richtigen ideen. dazu gibt kaum noch missverständnisse.

von den anfängen bis zum heutigen tag. welche waren die wichtigsten menschen die dir auf diesem weg halfen?
sophia: bruce dickinson
finn: zuerst war da dieser kerl, dem ein studio in davenport gehörte. ich durfte dort immer umsonst aufnehmen. dabei entstanden die demos, die dazu führten, dass rough trade uns unter vertrag nahm. natürlich auch die menschen bei rough trade. (gibt seiner stimme einen tragischen unterton) ich wüsste nicht, was wir jetzt ohne sie tun würden. (wieder normal) i'd like to thank the academy!

"nux vomica" heißt euer neues album. dessen ersten stücke bestechen durch die vielen gesangsharmonien.
finn: ich liebe schöne harmonien. es gibt nichts besseres als eine stimme. und noch eine stimme.
sophia: (grinsend) damals habe ich ihm den ratschlag gegeben, dass die stücke so interessanter klingen würden.

später wird es lauter, energischer. ein gewollter kontrast?
eigentlich nicht. relativ wenig auf dieser platte war gewollt. die stücke habe ich einfach so geschrieben und später in der einzigen, für mich denkbaren, reihenfolge aufgenommen. da gab es kaum hintergedanken.

ein stück, dass diese zweite hälfte mitbegründet trägt den titel "a birthday present". das perfekte geburtstagsgeschenk?
sophia: ein pony!
finn: das letzte mal habe ich zwanzig dollar, einen reisegutschein und eine cap bekommen. für das nächste mal wünsche ich mir das neue bruce dickinson album (immitiert dickinson) "tyranny of souls".

wir hatten bereits darüber gesprochen, dass dem letzten album sehr drastische einschnitte folgten. was denkst du wird passieren, nun wo "nux vomica" in den läden steht?
sophia: er wird uns feuern.
finn: ja. dann werde ich neue songs schreiben und mir eine neue band suchen.
sophia: bruce! bruce!

finn: jemand wird einen anruf bekommen.

20.09.2006 // nico
 

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