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In Golden TearsInterview mit der Band

In Golden Tears

Kaum versieht man sich, ist alles anders. Die Annahme: Man trifft sich zum Interview mit den drei Hamburgern von Secrets. – plötzlich stehen da vier Herren vor einem. Tadaaa, Zuwachs! Und dann auch noch das: Secrets. heißen von nun an In Golden Tears. Das soll mal einer verkraften! Wir sprachen viel vor ihrem Konzert in Düsseldorf – allerdings nicht über den Videodreh ihrer Single „Urban Emotions“ mit Lars Hering am darauffolgenden Tag. Patrick H. Kowalewski (Gesang/Gitarre), Mats Dörband (Bass), Patrick Behrens (Gesang/Gitarre) und Moritz de Chambord (Schlagzeug) standen backstage Rede und Antwort.


Wie seid ihr als Band zusammengekommen?
Patrick K.: Patrick und ich waren auf der gleichen Schule. Als ich nach Hamburg zog, haben wir uns kennengelernt und angefangen, zusammen Musik zu machen. Dann hat sich das mit der Zeit so ergeben. Wir waren anfangs noch keine Band, wir haben einfach nur zusammen gejammt, Iron Maiden-Cover meistens. Dann hat sich das alles so entwickelt, dass wir eine Band gegründet haben - wir waren aber nur zu zweit.

…und dann kamst du dazu, Mats?
Mats: Ja, genau.
Patrick B.: Ich hab ihn auf einer Geburtstagsparty kennengelernt, er hat mich angesprochen…
Mats: …weil er die ganze Zeit Air-Drums gespielt hat…
Patrick B.: Er fragte nach unserer Band. Ich erzählte ihm, dass wir noch einen Bassisten suchen und er meinte „Ich bin Bassist“. Daraufhin haben wir ihn zum Proben eingeladen und wie sich herausstellte, war er ein absoluter Glücksgriff.
Patrick K.: Schön gesagt.

Und jetzt haben wir unseren Überraschungszuwachs!
Moritz: Ja, genau! Ich bin erst seit…heute dabei! Heute ist der erste Auftritt.

Du wirst also heute Abend auf dem Konzert eingeführt und vorgestellt?
Moritz: Richtig! Das weiß aber noch keiner. Es wird davon ausgegangen, dass wir zu dritt auftreten.

Aber nochmal zu den Anfängen - ihr habt euch 2008 gegründet…
Patrick K.: Ende 2008.

…und wie waren eure ersten Bühnenerfahrungen?
Patrick K.: Das erste Konzert war ein Bandcontest. Wir haben uns angemeldet und dachten, dass wir sowieso nicht genommen werden. Wurden wir aber! Wir haben nicht erwähnt, dass das unser erster Auftritt war, sonst hätten die uns nicht spielen lassen. Wir haben gesagt, wir hätten schon drei Shows gespielt (lacht). Das war im Werkhof in Lübeck.

Was habt ihr gewonnen?
Patrick K.: Naja, wir sind Vierter geworden. Nur die ersten drei haben was gewonnen.

Man kann also sagen, es war alles ein wenig ermogelt?
Patrick K.: Ja, wir haben uns schon reingeschlichen.
Patrick B.: Vielleicht ist ein Bandcontest aber auch nicht die beste Wahl, um erste Konzerte zu spielen. Wir konnten uns dadurch aber schonmal ein bisschen einen Namen machen…
Mats: Ihr seid ja auch nur zu zweit aufgetreten. Einer hat Schlagzeug gespielt, der andere Gitarre.
Patrick K.: Genau, wir haben uns immer abgewechselt. Mal hab ich gesungen und Gitarre gespielt, mal er. Wir hießen aber auch noch anders: Storm And Stress, Sturm und Drang.

Letztes Jahr habt ihr das Dockville Festival eröffnet – ihr ward ja noch relativ frisch – wie ist es da, auf einem so großen Festival zu spielen, wo sonst die Helden oder die Klaxons auftreten?
Mats: Haste Recht, schon krass! Wir haben den Myspace Award zum Artist Of The Week gewonnen. Unsere Fans haben für uns gevotet. Wir hätten aber nie damit gerechnet, weil sich auch Bands beworben haben, die schon Alben hatten.
Patrick B.: Wir waren noch nie so nervös…
Patrick K.: Vorher hatten wir schon die Drums supportet, das war auch schon ein großes Ding. Im Molotow in Hamburg, vor 350 Leuten. Da waren wir auch schon total aufgeregt, aber das Dockville war dann noch krasser. Eben weil wir der erste Act waren. Am Anfang standen da nur so 300 Leute. Als wir spielten, hat es sich aber gefüllt. Das war echt cool.
Mats: Was auch besonders war bei dem Festival: Es gab keine Zwei-Klassen-Gesellschaft, von wegen Main-Act und After-Act. Alle waren gleichberechtigt. Und man hat quasi schon mal Luft schnuppern können, wie es wäre, später ein Star zu sein…

Hattet ihr denn einen Bezug zu den „Stars“?
Patrick K.: Wir haben mit Delphic gechillt und denen später eine Demo von uns gegeben. Und Bombay Bicycle Club kannten uns! Ich hab den Sänger angesprochen, er meinte „Oh, you guys are Secrets“. Dem hab ich auch eine Demo gegeben. Es war halt echt cool – viele Acts kannten uns schon, obwohl wir eigentlich total unbekannt waren.

Habt ihr nach dem Dockville-Auftritt Feedback bekommen?
Patrick K.: Ja, echt viel. Auf dem Foals-Konzert wurde Mats angesprochen, ob er nicht der Bassist von Secrets. sei, ob wir nicht der sagenumwobene Opener waren.

Sagenumwoben!
Patrick K.: Irgendwie so, ja. (lacht) Der Veranstalter hat uns auch gelobt, weil wir, obwohl wir ja eine sehr junge Band sind, das ganz gut gemacht haben. Das haben wir uns echt zu Herzen genommen.

Ich hab gelesen, ihr ward im Dezember im Studio…?
Patrick K.: Ja, wir waren bei Marius Laubér von Beat! Beat! Beat! im Studio und haben unsere erste Single „Urban Emotions“ neu aufgenommen. Wir haben den Song ein bisschen verändert, fetter und kompakter gemacht. Jetzt ist er single-tauglich.
Patrick B.: Die erste Version geht ja fast sieben Minuten, für das Radio ein bisschen lang.
Patrick K.: Jetzt haben wir ein paar knackige Beats reingebracht. Etwas mehr Schmackes!

Auch ein bisschen Beat! Beat! Beat! reingemischt?
Patrick K.: Hm, vielleicht unbewusst. Aber das war ja dann wegen Marius…

Gibt´s denn bald ein Album?
Patrick B.: Das ist in Planung.
Patrick K.: Wir wollen im Juli ins Studio gehen und ein Album aufnehmen. Der Termin und die Daten stehen, aber wir haben bisher noch keinen…
Mats: …hundertprozentigen Plan.

Wie läuft bei euch das Songwriting? Wie ist die Aufteilung, wer schreibt?
Patrick B.: Die Texte kommen meistens von Patrick. Die Musik kommt dann aber von uns allen, jeder trägt seinen Teil bei. Wir pushen uns gegenseitig. Das meiste wird aber gejammt.
Patrick K.: Ab und zu kommt einer mit einem geilen Lick an, hat was auf dem Piano gespielt oder komponiert. Wir arbeiten dann damit weiter und bauen darauf auf.

Habt ihr neben der Musik andere berufliche Ziele? Macht ihr ein Studium oder eine Ausbildung?
Patrick K.: Das Ding ist ja, wir sind keine Musiker. Wir können noch nicht von unserer Musik leben, noch lange nicht! Es geht für uns grad ziemlich gut bergauf, aber das ist nichts, worauf wir uns ausruhen können. Patrick macht seinen Zivi, Mats arbeitet bei Rewe, Moritz geht noch zur Schule, ich mache ein Praktikum im Musikgeschäft. Wir sind nicht solche Menschen, die jetzt schon alles schmeißen für die Musik.
Patrick B.: Man muss immer einen Plan B haben. Wir können uns ja nicht komplett auf die eine Sache verlassen...aber schön wär’s schon.

Bei Humming Records seid ihr ja auch ganz gut aufgehoben.
Patrick B.: Ja, die sind da alle echt cool. Durch die Bank weg.

Habt ihr eure Labelkollegen von den Flashguns schon getroffen?
Mats: Die haben wir supportet!
Patrick K.: Das war in Hamburg in der Prinzenbar. Da haben wir auch unseren jetzigen Manager kennengelernt. Aber die Flashguns sind echt super Typen. Wir haben uns sofort mit denen verstanden, miteinander gelacht und über Musik geredet. War cool!
Mats: Die hoffen, dass wir mit ihnen zusammen in London spielen können.
Patrick B.: Da wollen wir auch alle sehnlichst hin, nach England.

Hab ich da nicht auch etwas in die Richtung gehört...?
Mats: Genau, es ist geplant, dass wir dort Anfang April für eine Woche auf Tour gehen, mit Sunderbans aus England.
Patrick K.: Und mit Arp Attack, die supporten wir wahrscheinlich auch. Und wenn alles gut läuft, spielen wir noch eine Show mit Flashguns.
Patrick B.: Das wär das Non-Plus-Ultra.

26.02.2011 // leonie
 

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