An HorseInterview mit Kate Cooper
Euer Album “Rearrange Beds” ist nun endlich auch in Deutschland erschienen. Wie fühlt es sich an, so eine Art musikalischer Global Player zu sein?
Das ist ganz großartig. Um ehrlich zu sein, haben Damon und ich angefangen, miteinander Musik zu machen, weil wir etwas Spaß haben und nach unserer Arbeit im Plattenladen miteinander rumhängen wollten. Hätte uns damals jemand erzählt, dass unsere Songs eines Tages auf einer Platte, die es in verschiedensten Ländern zu kaufen gibt, erscheinen werden - ich hätte kein Wort geglaubt.
Wie kamt ihr in Kontakt mit eurem deutschen Label Grand Hotel Van Cleef?
GHvC ist auf uns zugekommen, was mich völlig überrascht hat. Es ist ein ganz wunderbares Label. Wir sahen, dass unsere Freunde von Death Cab For Cutie dort schon einmal etwas veröffentlicht haben und wussten, dass GHvC einfach gut sein muss.
Kate, du bist die erste Frau, die bei GHvC eine Platte veröffentlicht und obwohl es viele ganz herausragende Musikerinnen gibt, scheint die Mehrheit der Menschen, die in Bands spielen, männlich zu sein. Hast du dafür eine Erklärung?
Wow! Dass ich da die erste Frau bin, wusste ich nicht. Großartig. Ich glaube, dass es in anderen Musikgenres schon ähnlich viele Frauen wie Männer gibt. Trotzdem fragen mich einige meiner Freundinnen immer wieder, wie ich das hinkriege. Früher wurde mir schon öfter gesagt, dass Mädchen nicht das machen sollten, was ich mache, oder gewisse Sachen auf eine spezielle Art sehen sollten. Als ich anfing, Musik zu machen, gab es ein paar Künstlerinnen, zu denen ich aufschaute und wenn heute junge Mädchen zu mir kommen und sagen, dass ich sie inspiriere, ist das eine große Ehre für mich. Aber um deine Frage zu beantworten: Mir fällt zwar auch keine schlüssige Antwort ein, aber ich denke, dass sich immer mehr junge Frauen dazu entscheiden werden, das zu machen, was sie wollen, wenn es eine gewisse Anzahl an Musikerinnen gibt, die in der Öffentlichkeit stehen und mit gutem Beispiel vorangehen.
Im April spielt ihr beiden zum ersten Mal Konzerte in Deutschland. Was erwartet ihr euch von der Tour? Gibt es etwas, auf das ihr euch besonders freut?
Einige unserer Freunde sind schon durch Deutschland getourt und haben uns erzählt, wie großartig das war. Wir haben viele Leute, die bei GHvC arbeiten, auf dem SXSW getroffen und die waren alle sehr lustig. Also freuen wir uns darauf, eine Menge Spaß zu haben.
Ihr spielt erst einmal ein paar Shows als Support für Simon Den Hartog. Kennt ihr Simons Musik oder hattet ihr sogar die Gelegenheit, die Kilians live auf dem SXSW zu sehen?
Ja, wir haben Simon auf dem SXSW getroffen und auch ein paar Songs der Kilians sehen können, bevor wir zu unserem eigenen Auftritt mussten. Sie waren super und wir freuen uns schon sehr darauf, Simons eigenes Set zu hören.
Bevor ihr im Sommer zurück nach Europa kommt und Konzerte als Headliner und auf Festivals spielt, tourt ihr erst noch einmal durch die USA und Kanada, wo ihr schon etwas bekannter seid. Was ist aufregender: Für ein Publikum zu spielen, das eure Musik noch nicht so gut kennt, oder vor Zuschauern aufzutreten, die euch bereits kennen und mit gewissen Erwartungen zu der Show kommen?
Damon und ich lieben es einfach, live zu spielen und überall auf der Welt kommen ja Menschen zu den Konzerten, die uns noch nicht kennen. Uns ist es vor allem wichtig, so gut wie möglich zu sein und dann zu hoffen, dass es allen gefällt.
Du und Damon habt euch in einem Plattenladen in Brisbane kennengelernt, in dem ihr beide gearbeitet und wahrscheinlich den ganzen Tag Musik gehört habt. Gab es da manchmal Streit hinsichtlich der Musikauswahl oder habt ihr einen ähnlichen Geschmack?
Wir hatten so viel Zeit, dass wir gar nicht zu streiten brauchten. Wir haben zwar schon einen ähnlichen Geschmack, haben den jeweils anderen aber immer auch wieder auf neue Sachen gebracht.
Hatte die große Auswahl an Musik, die ihr im Plattenladen zur Verfügung hattet, einen Einfluss darauf, wie An Horse heute klingen?
Ich denke schon. Alles hat irgendwie einen Einfluss auf die eigene Kunst - nicht nur Musik, sondern auch Bücher, Zeitungen und Filme. Je mehr man von diesen Sachen konsumiert und je offener man für verschiedenste Dinge ist, desto besser.
Wie wurdet ihr von Arbeits- zu Bandkollegen? Wessen Idee war es, eine Band zu gründen?
Wir bekamen oft Freikarten für Konzerte, auf die dann jeder für sich ging. Wenn einem etwas besonders gut gefiel, schrieben wir dem anderen eine SMS und ließen ihn daran teilhaben. Bei einem Festival waren wir beide ziemlich betrunken und Damon schrieb mir, wir sollten eine gemeinsame Band gründen, was ich für eine gute Idee hielt. Bis wir dann allerdings tatsächlich anfingen, zusammen Musik zu machen, dauerte es noch mehr als ein Jahr.
Wahrscheinlich musstet ihr euren Bandnamen schon eine Million Mal erklären. Trotzdem: Verratet und bitte, was es mit “An Horse” auf sich hat.
Der Name geht zurück auf eine Unterhaltung mit meiner Nachbarin und meiner Schwester über Grammatik. Sie bestanden darauf, dass “an horse” grammatikalisch korrekt sei und ich sah das anders. Das ging immer so weiter und wurde zu einer Art Insiderwitz. Das ging am Ende so weit, dass mir eine Freundin eines Tages einen Pulli schenkte, auf dem “an horse” stand. Später steuerte ich dann einmal einen Song für eine Compilation des Festivals Ladyfest bei. Weil ich dafür nicht meinen eigenen Namen verwenden wollte, gab ich mir das Pseudonym An Horse und daraus wurde dann eben auch der gemeinsame Bandname.
Was habt ihr nach der Tour vor? Gibt es schon Pläne für Album Nummer zwei?
Ja, wir wollen im Juli oder August mit den Aufnahmen dazu beginnen. Zumindest ist das im Moment der Plan.





















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