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Simon Den Hartog (The Kilians)Interview mit Simon Den Hartog

Simon, gerade bist du aus den USA zurückgekommen, wo du mit den Kilians auf dem SXSW in Austin gespielt hast. Wie wars? Wo seid ihr überall aufgetreten?
Es war eine wirklich tolle Zeit, die wir da hatten. SXSW ist ein unbeschreibliches Festival und so ganz anders als alle anderen Festivals, auf denen wir gespielt haben. Wir hatten die Möglichkeit, zwei kleinere Shows zu spielen. Einmal im Rahmen des offiziellen Programms und dann noch auf einer Day-Party, die vom Hamburger Reeperbahnfestival organisiert wurde. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, dort zu sein.

Wie kamt ihr eigentlich dazu, bei dem Festival zu spielen? Deutsche Bands sind da ja eher die Ausnahme.
Soweit ich das verstanden habe, gibt es einen riesigen Topf voller Bewerbungen, in dem wir auch herumschwirrten. Letzten Endes haben wir eine Zusage bekommen und dank der Initiative Musik und Red Bull auch die Finanzierung stemmen können. Reise- und Übernachtungskosten tragen nämlich nicht die Veranstalter, sondern die Künstler oder deren Plattenfirmen. Was genau den Ausschlag gab, dass wir dabei sein durften, weiß ich allerdings nicht.

Nach dem SXSW quellen die Musikblogs über vor Neuentdeckungen. Hattest du Gelegenheit, dir dort auch ein paar Konzerte anzusehen und falls ja, hast du irgendwelche Empfehlungen für uns?
Wir haben uns natürlich auch viele andere Künstler angeschaut und sehr viele tolle Bands für uns selber entdeckt. Für mich ist Everything Everything (http://www.myspace.com/everythingeverythinguk) aus Manchester definitiv eine Empfehlung wert. Ich hab sie mir gleich zwei Mal angesehen und mich jedes Mal von ihren dreistimmigen Gesängen und fantastischen Songs verzaubern lassen. Hinzu kommt, dass sie einen unheimlich sympathischen Eindruck auf der Bühne vermitteln, fantastische Videos drehen und einfach unheimlich gute Mucke machen!

Jetzt machen die Kilians erst mal eine kleine Pause und du gehst solo auf Tour. Ist das eine große Umstellung für dich?
Es ist ja nicht so, dass ich solo bin und allein mit der Gitarre ein bisschen spiele. Zwar steht da mein Name, weil ich schließlich das Projekt ins Leben gerufen und die Songs dafür geschrieben habe, aber ich hab da eine tolle Band dabei und freue mich riesig, mit den Herrschaften unterwegs zu sein. Eine Umstellung ist es in diesem Sinne also nicht. Aber mit anderen Leuten zu musizieren ist eine tolle Erfahrung und ich bin wirklich gespannt, wie sich die Vibes auf und hinter der Bühne und unterwegs entwickeln. Vielleicht liegt die größte Umstellung darin, dass ich nicht wirklich weiß, was uns in den Clubs erwartet oder wie groß das Interesse generell ausfallen wird. Aber auch das macht es eigentlich nur umso spannender.

Was dürfen wir musikalisch von deinem Soloprojekt erwarten? In welche Richtung geht das?
Es schwankt ein bisschen zwischen Pop und Rock, zwischen Melancholie und Heiterkeit, Liebe und Hass, Wärme und Kälte. Es ist atmosphärischer und ein bisschen ruhiger. Ich hab Stücke geschrieben, die ich schon länger machen wollte, die aber nicht in den Kilians-Kontext gepasst haben. Machen wollte ich sie aber trotzdem irgendwie.

Wenn Musiker, die ansonsten in einer Band spielen, auf einmal auf Solopfaden wandeln, wird ja gerne vermutet, dass es mit der Band gerade nicht so gut läuft. Bei den Kilians ist das nun nicht der Fall. Was hat dich trotzdem dazu veranlasst, jetzt erst mal eine Weile alleine weiterzumachen?
Zunächst mal mache ich einfach gerne Musik und arbeite gerne an Stücken. Wir haben mit den Kilians die letzten drei Jahre viel gemacht und kaum Raum für andere Projekte gefunden, weil wir ja auch alle sehr gern unsere Zeit mit dieser Band verbringen. Zu der Pause haben wir uns eigentlich gemeinsam entschieden, weil wir auch gerne mit ein bisschen Abstand an das nächste Album herangehen wollen, damit das Ergebnis nicht darunter leidet, dass wir müde sind oder sonst was.

Kannst du dir vorstellen, dass dein Soloprojekt eine dauerhafte Angelegenheit werden könnte, die parallel zu den Kilians läuft? So richtig mit regelmäßigen Alben und Touren?
Na ja, ich meine, für mich ist das ganze nicht nur eine Angelegenheit, um ein Album zu machen oder auf Tour zu gehen, sondern in erster Linie auch eine Herzensangelegenheit. Musizieren ist ja schon ein dauerhafter Bestandteil meines Lebens, in welcher Form auch immer. Dieses Projekt im Speziellen bereitet mir sehr viel Freude und ich will gerne auch in Zukunft daran arbeiten, es voran zu bringen.

Auf deiner Tour wirst du jetzt von An Horse begleitet. Eine gute Wahl, finde ich. Wie gefällt dir “Rearrange Beds”, das Album der beiden?
An Horse als Support ist wirklich ein absoluter Glücksfall. Ich hab die beiden ebenfalls beim SXSW in Austin kennengelernt und bin seitdem noch glücklicher, dass sie dabei sind. Sie haben dort eine Show mit anfänglichen technischen Problemen wirklich wunderbar über die Bühne gebracht. Das Album habe ich noch gar nicht, finde aber, “Camp Out” is a hell of a song und ich freue mich sehr auf mehr von den beiden. Es wird ein Fest!

31.03.2010 // christoph
 

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