bilderbuchinterview mit bilderbuch
Bevor wir auf euer aktuelles Schaffen eingehen, möchte ich mal in eurer Vergangenheit wühlen. Es heisst ihr hättet Bilderbucher vertont – wie kann man sich das vorstellen ?
Wir haben tatsächlich so Sachen wie Struwelpeter gemacht, vieles von Hoffmann und von Busch. Das war damals als 15-16jährige eine lässige Art mit Bilderbuchtexten Musik zu machen.
Eure Band hat in Österreich im letzten Jahr für einen Achtungserfolg gesorgt. Wie habt ihr das mitbekommen ?
In Österreich ist es so, daß vieles über Freunde, Mund-zu-Mund Propaganda, usw funktioniert. Für uns war es ein Schock, als wir unseren Song das erste mal auf FM4 hörten. Der eigentliche Gedanke bei den Songs war bei uns zunächst, für Freunde Musik zu machen, welche diese dann im Internet hören können.
Die österreichische Musikszene bietet mit FM4, GOTV usw. eine breite Medienplattform für junge Bands. Wie seit ihr mit diesen in „Berührung“ gekommen ?
In Österreich gibt es keine kalkulierten Bands, man kann seinen Erfolg nicht planen. Es läuft sehr viel über die Mund zu Mund Propaganda, wobei FM4 und GOTV der Szene hier schon sehr weiterhelfen.
Ihr wart ja räumlich getrennt, habt euch jetzt aber allesamt in Wien eingefunden. Geht das Songwriting nun schneller vonstatten ?
Ja, ich ging 1 Jahr früher nach Wien wegen meines Studiums, jetzt sind die anderen aber nachgezogen. Momentan ist das Songwriting bei uns aber ein wunder Punkt, da bei uns jeder mitarbeitet ist es ein sehr langwieriger Prozess.
Seit ihr mal vor der Entscheidung gestanden Deutsch oder Englisch zu singen und was war die Entscheidung für Deutsch ?
Für uns war immer klar, daß wir auf Deutsch singen wollen. Als 15jähriger ist es auch keine gute Entscheidung Englisch zu singen, wenn es eine Fremdsprache ist.
Ein Einfluss beim Songwriting war wohl auch euer Zivildienst ?
Ja, die Sprunghaftigkeit und Exalthiertheit dieser Menschen, die ganzen Klischees – daß Sie von einem Extrem ins nächste fallen, hat durchaus beeinflusst. Unser Song „Calypso“ handelt ja von einer Frau die immer Schlangen gesehen hat.
Eure Songtexte sind erfrischend und haben Überraschungen parat, regen aber auch zum Nachdenken an – ist das ein Anliegen von euch ?
Jetzt mehr als früher. Wir packen nun durchaus Gesellschaftskritik in unsere Texte, auf unserem ersten Album war das nicht der Fall.
Könntet ihr euch auch vorstellen Texte über weltbewegende Ereignisse zu schreiben ? Etwa Erdbeben in Haiti ?
Wir wollen keine Songtexte erzwingen, sowas entsteht dann eher unbewusst.
Ihr seit alle erst um die 20 Jahre alt – was können wir von BILDERBUCH noch erwarten ?
Wir wollen jetzt erstmal den Release unseres Albums hier in Deutschland abwarten, davon hängt ab ob wir öfter hier touren. Österreich ist doch sehr limitiert, wenn man da 30-40 Gigs im jahr spielt, ist man schon relativ weit rumgekommen.
Was wäre denn aus euch geworden, wenn ihr nicht Musiker geworden wärt ?
Wahrscheinlich hätten wir uns in Richtung Gosse entwickelt oder würden aus Langeweile Golfen oder Fechten.
Ihr wart bereits mit den COLD WAR KIDS auf einer Bühne und heute als Support von Ja, Panik ! Welche Band wünscht ihr euch mal als Support?
Die Rolling Stones oder unsere Labelkollegen von Ja, Panik. Ne Supersache wäre ein kompletter Toursupport für z.b. Phoenix.
Was hört ihr privat so ?
Hauptsächlich deutschsprachige Musik. Kreisky, oder unsere Labelpartner Ja, Panik!. Das ist einfach so ein Miteinander.
Wo wird man euch dieses Jahr noch erleben dürfen ?
Derzeit hauptsächlich noch in Österreich, nach dem Albumrelease auch hoffentlich noch ein paarmal in Deutschland.






















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