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We Were Promised Jetpacksinterview mit Adam Thompson und Michael Palmer

Kurz vor dem Auftaktkonzert zum ersten Teil ihrer Deutschlandtour trafen wir Sänger und Gitarrist Adam Thompson und Gitarrist Michael Palmer von der schottischen Indie- Rock Band We Were Promised Jetpacks, die mit ihrem Debütalbum „These Four Walls“ im vergangenen Jahr für einiges Aufsehen gesorgt haben.


Hi Jungs, erstmal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für ein kurzes Interview genommen habt. Wie ich sehe seit ihr ja ganz schön gefragt im Moment und hattet gerade schon zwei Interviews laufen.
Adam: Ja, das stimmt. Das Interesse in Deutschland an uns ist wirklich recht groß, aber kein Problem, ganz im Gegenteil wir freuen uns sehr darüber.

Ihr kommt gerade erst vom Eurosonic Festival in Groningen , wie gefiel euch diese spezielle Atmosphäre dort mit beinahe 200 Bands, die kleine Clubs und Theater über die ganze Stadt verteilt bespielen.
Adam: Ja, das stimmt. Wir wussten eigentlich nicht viel über das Festival bevor wir dort ankamen. Das einzige was wir wussten war, dass es kein typisches Bühnenfestival ist, sondern viele verschiedene Veranstaltungsorte über die ganze Stadt verteilt. Wir finden das ist ne großartige Idee so viele Bands aus verschiedensten Ländern in einer Stadt zusammen zu bringen, um Showcases zu spielen und auf sich aufmerksam zu machen. Leider haben wir aber kaum was von den anderen Bands und Clubs mitbekommen.

Das wäre meine nächste Frage gewesen, ihr hattest also kaum Zeit euch etwas in der Stadt umzusehen oder das ein oder andere Konzert zu besuchen?
Michael: Nein, wir waren ja nur einen Tag vor Ort, hatten den ganzen Tag über diverse Interview- und Pressetermine und unser Gig war auch erst spät abends, sodass wir danach gleich zurück ins Hotel sind. Wirklich schade.

Und wie waren die Reaktionen auf eure Show?
Adam: Ziemlich gut! Wir haben zwar nur ein kurzes Set gespielt, ich glaube 7 oder 8 Songs, aber das Publikum war großartig. Wir hatten ne Menge Spaß und die Location war wirklich schön, leider fällt mir der Name jetzt nicht mehr ein.

Hofft ihr, nach eurem Auftritt beim Eurosonic die Chance zu bekommen im Sommer einige der großen Festivals in UK und Europa spielen zu können? Immerhin wäre es ja nicht das erste Mal, dass Bands die dort aufgetreten sind für die großen Festivalbühnen entdeckt worden sind.
Adam: Ja, wir hoffen auf jeden Fall mehr Festivals als letzten Sommer spielen zu können. Eine Journalistin, die uns auf dem Eurosonic interviewt hat, hat uns erzählt, dass die White Lies nicht zuletzt durch ihren Auftritt hier im letzten Jahr einige große Festivals 2009 spielen konnten Letztes Jahr haben wir ja nur zwei oder drei kleinere Festivals in England gespielt und das „T In The Park“ in Schottland. Wir waren ja auch noch damit beschäftigt unser Album fertig zu stellen, das letzten Sommer rausgekommen ist.

Ihr habt ja bereits letztes Jahr im September eine ausverkaufte Clubtour hier in Deutschland gespielt, jetzt seit ihr wieder da und nach einem kurzen Abstecher in die Schweiz und dann rüber in die Staaten kommt ihr im April zum zweiten Teil eurer Tour zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres zurück nach Deutschland. Es scheint so, als würdet ihr wirklich gern hier auftreten?
Adam: Absolut. Bevor wir letzten September das erste Mal in Deutschland waren, wussten wir gar nicht was uns erwartet. Niemand hatte uns gesagt, wie die Ticketverkäufe so laufen bzw. wie hoch das Interesse an uns ist. Als wir das erste Mal in Europa aufgetreten sind, in Amsterdam, war alles viel ruhiger und das Interesse deutlich geringer. Alles eben eine Nummer kleiner als hier, wenn du verstehst was ich meine. Wir kommen auf jeden Fall wieder. Wir haben ehrlich auch ein Faible die deutsche Sprache, ich kann leider jetzt nichts auf deutsch sagen, aber unser Drummer kann einige Worte (eins, zwei..)
Michael: Wir mögen Deutschland wirklich sehr gern, vor allem die Fans sind unglaublich enthusiastisch. Und die Currywurst ist auch ziemlich lecker.

Ausnahmsweise frage ich euch heute mal nicht nach eurem Bandnamen, weil ich denke, dass ihr bestimmt schon hunderte Male danach gefragt worden seid. Lasst uns lieber über den Titel eures Debüt Album „These Four Walls“ reden. Soll der Titel eine Art Anspielung dahingehend sein, dass ihr oder die Schotten im Allgemeinen eine enge Bindung an ihr Heimatland haben?
Adam: (lacht) Mindestens eine Million mal!! Nein, das hat nicht unbedingt was mit unserer Heimatverbundenheit generell zu tun. Wir verbinden damit eher die Qualität unserer Erziehung, wie es war in einem guten Elternhaus aufgewachsen zu sein, das ganze positive Umfeld zu Hause.

Kann man den Albumtitel vielleicht auch als eine Art Bescheidenheit verstehen, in dem Sinne, dass ihr bereits zufrieden seid, wenn ihr eure eigenen vier Wände zum Leben habt?
Adam: (muss erstmal schmunzeln) Nun ja, im Moment sind es ja eher noch die eigenen vier Wände meiner Eltern. Natürlich kann man es aber auch ein wenig als Anspielung auf die typische schottische Bescheidenheit verstehen, aber ich wie grad schon gesagt habe, geht es eher um das, was wir mit unserem Zuhause verbinden, tolle Familien, Freunde und das ganze Drumherum.

Während ihr auf Tour seid, was vermisst ihr am meisten an Schottland?
Adam: Manchmal freue ich mich tatsächlich darauf auch mal von zu Hause weg zu sein, aber im Ernst natürlich vermisse ich meine Familie, Freunde, den ganzen „Komfort“ zu Hause. Das ist schon was anderes, als von einem Hotel ins nächste zu fahren und stundenlang „on the road“ zu sein.
Michael: Das schlimmste am Touren sind diese elenden Kater, mit denen man dann noch stundenlang im Bus unterwegs sein muss. Das ist echt übel! Am meisten wünsche ich mich dann immer in meinem eigenen Bett schlafen zu können.

Im April wird eure neue EP „The last place you’ll look“ hier in Deutschland veröffentlicht. Unter anderem wird sie zwei alternate versions von „Short Bursts“ und „This is my house, this is my home“ enthalten. Inwiefern werden sich diese Versionen von den Albumversionen unterscheiden?
Adam: Wirklich? Wir haben die EP ja gerade erst fertig gestellt und wir dachten die kommt zunächst erst mal nur in den USA raus. Was die alternate versions angeht, kann man sagen, wir hatten im Proberaum einfach das Gefühl, dass wir aus den beiden Songs noch viel mehr rausholen können. Wir wollten die Songs einfach noch druckvoller, lauter mit mehr Instrumentierung arrangieren. Sie sollten letztlich noch, nennen wir es mal interessanter werden, daher haben wir uns unter anderem entschieden Streicher einzubauen. Wir hoffen, das ist uns gelungen.
Michael: Es wird sicher auch hier ab April die Möglichkeit zum Download geben, aber wir hoffen, dass die EP dann auch in physischer Form erhältlich sein wird, wenn wir das nächste Mal in Deutschland sind.

Werdet ihr heute Abend auch schon Material von der EP spielen.
Michael: Ja, wir werden „ A Far Cry“ von der EP spielen und dann noch einen Song, der weder auf dem Album noch auf der EP enthalten ist.

Lasst uns noch kurz auf euren Erfolg in den USA zu sprechen kommen. Seit ihr eigentlich überrascht von der großen Akzeptanz eurer Musik, die ja nicht ganz selbstverständlich ist für UK Indie Bands?
Adam: Natürlich ist Amerika ein Markt für uns. Frightened Rabbit und The Twilight Sad haben es ja schon vorgemacht. Wir sehen das als große Chance, aber wir hätten niemals gedacht, dass sich der Erfolg in den Staaten so schnell einstellen würde.
Michael: Ich sehe das genauso, Amerika ist ne Riesenchance für uns. Unser Erfolg freut uns natürlich ungemein, aber es ist keineswegs so, dass wir ihn in irgendeiner Weise so „erwartet“ hätten, genauso wenig wie unseren Erfolg in UK oder auch in Deutschland!

Wenn man auf das Jahr 2009 zurückblickt, fällt auf, dass eine Reihe von Folk/Neo-Folk Alben wie Mumford & Sons, Grizzly Bear oder Animal Collective in den Top Listen aufgetaucht sind. Was waren denn eure Lieblingsplatten des letzten Jahres?
Adam: Ja das ist schon auffällig, aber nicht ganz so unsere Musikrichtung. Also ich hab viel von „St. Vincent“ und natürlich „The Twilight Sad“ gehört und überraschenderweise Humbug von den „Arctic Monkeys“. Mich haben die ersten beiden Alben von denen eigentlich kaum interessiert, aber nachdem ich Humbug zum ersten Mal gehört hatte, musste ich es mir wieder und wieder anhören und so ist es eigentlich meine Lieblingsplatte des letzten Jahres geworden.
Michael: Ich habe eigentlich am liebsten „Open Hearts“ das zweite Album von „The Longcut“ gehört, ein wirklich unglaubliches Album, solltest du mal reinhören.

Die letzte Frage hat gar nichts mit Musik zu tun. Ihr seid ja große Fußballfans und obwohl Schottland sich ja leider nicht für die WM in Südafrika qualifiziert hat, plant ihr trotzdem vielleicht mal ein Spiel vor Ort zu betrachten?
Adam: Wohl eher nicht. Obwohl wir ja alle große Fußball Fans sind und ich auch noch nie in Afrika gewesen bin, werden wir das ganze mal lieber vor dem Fernseher anschauen. Aber es ist schon schade, dass Schottland nicht dabei ist!
Michael: (muss lachen) Ach weißt du, Südafrika ist so weit weg und ich hätte irgendwie auch keine Lust auf den ewig langen Flug.

Ok, das wars. Wirklich vielen Dank für das Interview und noch eine gute Zeit in Deutschland für euch.
Adam und Michael: Hat Spaß gemacht, ich hoffe du genießt die Show und kommst mal wieder vorbei, wenn wir im April den zweiten Teil unserer Tour in Deutschland spielen. Danke.

18.01.2010 // thorsten
 

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