two gallantsinterview auf dem hurricane festival
euer name "two gallants" entstammt einer kurzgeschichte von james joyce. sind bücher generell ein einfluss auf eure musik?
tyson vogel: auf jeden fall lesen wir beide, unabhängig von einander, relativ viel. wenn menschen uns nach der musik fragten, die wir spielten, antworteten wir häufig "book rock". dann wir schätzen es sehr, viel zu lesen.
ihr kommt aus san francisco, der stadt der hippies. hat die späte hippie bewegung euch noch beeinflusst?
adam stephens: ich besuchte die schule auf der heightstreet. wenn man von dem fakt absieht, dass dort alte, sterbende, beeinträchtige, aus den siebzigern zurückgebliebene auf der türschwelle hippies hausen, nicht wirklich.
habt ihr zugang zu der musik von damals?
tyson: ein bisschen. ich denke "workingman's dead" (von grateful dead) ist ein großartiges album, aber ansonsten. ich weiß nicht. jefferson airplane sind auf jeden fall noch hörenswert.
das gerücht, dass ihr euch während einer schlägerei kennengelernt habt, hält sich bis heute hartnäckig. eine wahre begebenheit?
adam: nein, es handelt sich dabei wohl eher um ein missverständnis. wir sind freunde seitdem wir relativ klein waren. wir müssen damals ungefähr fünf jahre alt gewesen sein. ich kickte wohl einen basketball gegen tysons kopf, aber wir hatten uns bereits vorher getroffen - es war liebe auf den ersten blick (grinst).
wie kam es dann zu dem beschluss gemeinsam musik zu machen?
tyson: wir wuchsen quasi gemeinsam in einem haushalt auf und hörten schon von klein auf an sehr viel musik. unsere eltern hörten damals auch sehr viel musik. das war ein grund dafür, dass wir musik hörten, aber ihre musik war nicht unbedingt die musik, die wir letztendlich auch hören wollten. es ist wirklich schwer zu sagen, wieso es so kam. persönlich war ich sehr interessiert in das musik machen, schon seit ich knapp sieben jahre alt war. gemeinsam begannen wir musik zu machen, als wir etwa elf jahre alt waren.
in eurer biographie ist zu lesen, dass eure ersten musikalischen gehversuche in san francisco nicht von erfolg, sondern vielmehr von konzerten in bushaltestellen geprägt waren. wie war diese zeit für euch?
adam: es war eine großartige zeit. wir wollten einfach nur spielen und die einzige möglichkeit so viel zu spielen, wie möglich, ist, wenn du es selbst in die hand nimmst. da unser name in san francisco noch relativ unbekannt war, wurde uns die möglichkeit in clubs oder in bars zu spielen gänzlich versagt. deshalb spielten wir unsere konzerte auf der straße oder in privathäusern, es machte unheimlich viel spaß. damals spielten wir nahezu die ganze zeit.
die bandbiographie charakterisierte diese zeit als harte zeit.
adam: nein, das war sie ganz und gar nicht. wir hatten eine menge spaß mit dem, was wir taten.
"what the toll tells" war eure erste veröffentlichung bei saddle creek. was bedeutete das technisch für euer erstes album?
adam: im vergleich zu den aufnahmen zum ersten album, hatten wir wesentlich mehr zeit. während wir damals nur ungefähr eine woche zum aufnehmen und mixen hatten, gab uns saddle creek sowohl mehr zeit, als auch mehr freiheiten um uns mehr in den aufnahmeprozess zu vertiefen und etwas zu erschaffen, auf das wir stolz sind. "the throes" erfasst ein gewisses gefühl, was zum zeitpunkt der aufnahmen herrschte, aber die produktion selbst ist nichts, auf das wir stolz sind. mit "what the toll tells" sind wir wesentlich zufriedener, als mit allem was bis dato war.
das album ist geprägt von dunklen texten, die gleichzeitig wundervolle anmaßen. ein bewusster konflikt?
adam: nein, bei dem schaffen unserer musik geschieht fast gar nichts aus einem gewissen bewusstsein heraus. wir machen einfach musik, es kommt, wie es kommt. wie es letztendlich wird, dass steht über den dingen und außer unserer bewussten macht.
inzwischen spielt ihr relativ große shows, festival-auftritte, gemessen an euren wurzeln. wie ist es für euch vor solchen massen zu spielen?
tyson: es ist schwer diese konzerte gegeneinander aufzuwiegen. für uns ist es wichtig, jedem konzert die gleiche gewichtung zuzuteilen. denn wenn man mit vergleichen beginnt, dann leidet die zufriedenheit. sicherlich gibt es offensichtliche unterschiede, denn wir spielen draußen, es ist eine riesige bühne, aber das adaptieren wir bewusst in unseren kontext. anfangs war es eher unangenehm für uns, aber je mehr wir auf solchen großen bühnen spielen, desto mehr bekommen wir ein gefühl dafür, wie wir uns geben müssen, um das bestmögliche ergebnis zu erzielen. wir sind immer noch dabei fuß zu fassen.
viele leute nennen eure musik folk
adam: folk, dieses wort wird derzeit sehr verschändelt und fälschlich gebraucht. ohne tiefer in die bedeutung des wortes eintauchen zu wollen, bezeichnet folk eher musik, die ihren ursprung in der traditionellen überlieferung findet. man kann es heutzutage sicherlich auch auf erzählende bands, bei denen der musikalische aspekt eine untergeordnete rolle spielt, beziehen. denn das ist zum teil noch wirklich traditionelle musik. wir sind in keinem falle folk musiker.






















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